„Wir haben alle Elemente eines Luftverteidigungssystems auf ein einziges Fahrzeug gebracht“, erklärt Dr. Harald Buschek, Chief Program Officer bei Diehl Defence, gegenüber Defence Network. Auf der morgen beginnenden ILA in Berlin zeigt das deutsche Unternehmen sein bewährtes Luftverteidigungssystem IRIS-T in seiner bisher kompaktesten Form. Auf einem 6×6 Zetros von Daimler Truck bringt Diehl einen Launcher für acht IRIS-T SLS inklusive Radar und Selbstschutzsystemen zusammen. Die mobile Version soll erstmals den Einsatz während der Fahrt ermöglichen.
In der Ukraine gilt Diehl Defence mit seinen Luftverteidigungssystemen als eines der erfolgreichsten Rüstungsunternehmen. IRIS-T stellt dort eine enorm hohe Trefferquote unter Beweis. Für den Schutz des Landes sind die Systeme auf einer Ebene unter dem bekannten Raketenabwehrsystem PATRIOT aus den USA zu einem unverzichtbaren Schutz geworden – vor allem gegen russische Marschflugkörper und größere Drohnen.
Die Kompaktheit von IRIS-T SLS MK4 auf dem Zetros sei nicht einmal der entscheidende Punkt, so Dr. Buschek gegenüber Defence Network. Auch andere Hersteller würden Radar und Launcher auf einer Plattform vereinen. Doch diese müssen für die Wirkung kurz anhalten, das Radar ausrichten und die Zielerfassung bestätigen.
„Das können wir alles während der Fahrt machen“, erklärt Dr. Buschek. „Nicht während der vollen Fahrt, aber während einer gemäßigten Fahrt.“ Diese Fähigkeit sei besonders für den Schutz von Konvois wichtig. Ein weiterer Vorteil: Die Launcher des neuen Systems müssen nicht im 90-Grad-Winkel gen Himmel zeigen; eine schräge Aufstellung reicht für den Einsatz.
Kompakte Luftverteidigung: IRIS-T SLS MK4
Laut Diehl ist das neue kompakte Luftverteidigungssystem grundsätzlich fertig. Zwei Launcher befänden sich bereits in der Ukraine – allerdings nicht in der mobilen Version. 2028 soll IRIS-T SLS MK4 die vollständige Einsatzreife erreicht haben.
Die auf den kompakten Launchern zum Einsatz kommende IRIS-T SLS (Surface-Launched Short Range) ist eine Abfangrakete mit IR-Suchkopf. Sie verfügt über eine Reichweite von 12 Kilometern und bekämpft Ziele bis zu einer Höhe von 6 Kilometern.
Als Mark 4 (MK4) bezeichnet Diehl das neue System, um es von anderen SLS-Versionen zu unterscheiden, die beispielsweise über andere Startsysteme verfügen. So startet die als „schwedische Variante“ bekannte MK1 nicht aus einem geschlossenen Launcher.
Für die Aufklärung verwendet Diehl beim neuen System ein Giraffe 1X 3D Multi-Mission Radar von Saab. Das System soll aber auch mit anderen, stationären IRIS-T-Einheiten in Sachen Lagebild zusammenarbeiten.
Das System ist mit zwei 4er-Launchern ausgestattet, die einzeln in Position gebracht werden. So verfügt IRIS-T SLS MK4 auf dem Zetros über insgesamt acht Schuss gegen feindliche Bedrohungen. Für den Selbstschutz sind bei der in Berlin gezeigten Version zusätzlich 15 CICADA an Bord.
Weitere Fotos des neuen kompakten Luftverteidigungssystems von Diehl Defence:
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