Die britische Firma Far Field Exploits Ltd. (Stand 10.0-440g) bietet spezifizierte Antennen für den Einsatz abgesessener Soldaten. Und zwar sowohl für den Bereich der getragenen Soldatensysteme als auch für den Einsatz per Hand. Die Systeme kommen aus Großbritannien und sind damit ITAR-frei. Die Firma wurde 2019 gegründet, und konzentriert sich auf die Entwicklung von Verteidigungstechnik, die sich auf die Konzeption und Entwicklung von Produkten zur Verbesserung der Kommunikation für den Nutzer fokussiert. Das Firmenmotto lautet: User first! Die Firma sagt selber über sich: „Wir kombinieren taktisches Verständnis mit technischem Fachwissen und liefern innovative Lösungen, die die Kommunikationsleistung und Benutzerfreundlichkeit für den Fußsoldaten verbessern.“
Bei der Entwicklung verfolgt die Firma immer den gleichen standardisierten Weg. Alles beginnt mit der Simulation, gefolgt von den entsprechenden Labortests. Auf die dann folgende Phase der Feldtests wird jedoch sehr viel Wert gelegt. Unterpunkte dieser Tests sind: Point to Point Entfernung, Taktische Feuerpositionen, Datendurchsatz sowie Signal-to-Noise Ratio (Signal-Rausch-Verhältnis; SNR) / Received Signal Strength Indicator (deutsch: Empfangssignalstärkeanzeige; RSSI). Bei dem Thema taktische Feuer- oder Kampfpositionen wird betrachtet, welchen Einfluss hat der Körper auf die Antenne – Thema Abschirmung – das Gepäck, etc. Gleichzeitig aber auch, welchen Einfluss hat die Abstrahlung der Antenne auf den Soldaten und seine Gesundheit?
Die Antennen wurden für besondere und herausfordernde Anforderungen entwickelt. Den Einsatz im ländlichen Raum, Waldgebieten (light & dense), urbanen Räumen (light & dense) oder anderen spezifischen Einsatzräumen. Hinzu kommt die Beachtung des „Load Designs“, also Ausrüstung und Gepäck und die damit verbundene Abstrahlbehinderung. Wie muss die Antenne angeordnet oder integriert sein, um eine bestmögliche Performance zu ermöglichen?
Die wichtigsten Herausforderungen bei der Entwicklung sind:
- Auswirkungen des Körpers auf die Sendeleistung
- Breiter Frequenzbereich
- Omnidirektionale Abdeckung
- Abmessungen
- Testen/Bewerten
Die Ziele für diese am Körper getragenen Antennen sind:
- Gute Kommunikationsleistung unabhängig von der taktischen Position des Soldaten
- Widerstandsfähigkeit gegenüber Stößen durch den menschlichen Körper und andere Materialien
- Integration in Schutz- und Lastentrageausrüstung (Kampfmittelwesten und Rucksäcke)
SIGMA One-Antenne: Flexible Antenne zur Integration in Kampfmittelwesten
Daher wurde die SIGMA One-Antenne biegsam ausgelegt und sie kann über die Schulter eingearbeitet werden. So strahlt die Antenne in jeder Position nicht nur in eine Richtung ab. Liegt der Soldat auf dem Bauch, ist der hintere Teil der Antenne nicht eingeschränkt. Das Resultat ist eine flexible Antenne, die sich in die Kampfmittelweste integrieren lässt. Aber gleichzeitig wenig Abschirmung durch den Körper hat.
Die SIGMA One-Antenne hat ein sehr flaches Profil und ist flexibel, sie hat eine deutlich reduzierte RF-Körperabschirmung und ist auf breitbandige und auf MANET-Funkfrequenzen abgestimmt. Die Antenne ist anpassbare in Farbe, Kabellänge und Stecker, so der Anbieter.
Ja nach Bedarf können ein oder zwei dieser flexiblen Antennen in eine kampfmittelweste integriert werden. Zum Beispiel eine entlang der rechte und eine entlang der linken Schulter. Eine Herausforderung bei dieser Art der Integration ist dann die Notabwurfoption der Kampfmittelweste. Daher sollten die Hersteller der Kampfmittelwesten und der Soldatensysteme frühestmöglich bei der Entwicklung mit dem Antennenhersteller zusammenarbeiten. Die Antenne wurde speziell für die Integration in das MOLLE-System einer taktischen Weste oder einer Lastentragevorrichtung entwickelt. Die Antenne verfügt über ein omnidirektionales Muster, das eine Rundumabdeckung gewährleistet, und ermöglicht im Gegensatz zu vielen anderen Antennen auch dann eine gute Kommunikation, wenn sich der Träger in Bauchlage befindet.
Die SIGMA-Antennenserie wurde 2023 nach einer zweijährigen Entwicklungsphase auf den Markt gebracht. Jede Antenne wurde für einen bestimmten Frequenzbereich optimiert, um den Frequenzen der wichtigsten MANET-Funkgerätehersteller genau zu entsprechen. Aktuell werden drei SIGMA-Varianten angeboten. SIGMA One mit 650 – 2600 MHz, Two mit 1650-2700 MHz sowie Three mit 350-650 MHz.
Die Umgebung kann großen Einfluss haben, so waren die Ergebnisse bei den Tests im Dschungel z.B. viel besser als erwartet. Grund ist die Reflexion der Umgebung. Gleiches galt für den Einsatz im Schnee.
Obwohl die Antenne in alle Richtung abstrahlen soll, darf sie gleichzeitig nicht viel Strahlung in Richtung Körper abgeben. Hier kommen Richtlinien zum Schutz der Gesundheit des britischen Verteidigungsministerium zum Tragen.
Die SIGMA-ONE-Antennen funktionieren mit der Ausrüstung der Soldaten zu Fuß, ohne ihre Bewegung zu behindern, Verhakungsgefahren zu verursachen oder die Antennenleistung zu beeinträchtigen.
Ein Gruppenführer der britischen Infanterie, der die SIMGA One in Kombination mit dem PRC-163 von L3Harris nutzt, sagt: „Dies ist ein schneller und einfacher Gewinn für uns. Herkömmliche taktische Funkantennen verhaken sich in der Ausrüstung, beeinträchtigen die Sichtlinie und machen den Soldaten optisch besser erkennbar, wodurch er zu einem leichteren Ziel wird. Viele Soldaten klappen die Antennen ein oder legen sie auf den Rücken, um die Erkennbarkeit und die Beeinträchtigung ihrer primären Aufgaben zu verringern, aber diese „Abhilfemaßnahmen” beeinträchtigen die Leistung der Antennen erheblich.“
Und ein USMC Gunnery Sergeant, der die SIGMA Two mit einem Silvius SC4240EP nutzt ergänzt: „Die SIGMA TWO-Antennen wurden während einer Feld- und Live-Feuerübung, an der andere Silvus-fähige Boden- und Luft-UAS-Stationen beteiligt waren, 96 Stunden lang in einer Plattenträgerkonfiguration getragen. Bei der Verwendung dieser Antennen gab es keine Probleme mit anderen am Körper getragenen Ausrüstungsgegenständen, keine Kabelverwicklungen und keine Probleme beim Tragen und Bedienen eines Dienstgewehrs. Rucksackgurte und Gewehrriemen beeinträchtigten die Antennen nicht und verursachten keine nennenswerten Signalunterbrechungen. Anekdotisch gesehen schienen die SIGMA TWO-Antennen in 3500 Fuß Höhe eine bessere und reaktionsschnellere Verbindung zu einem UAS aufrechtzuerhalten als andere, die in derselben Situation OEM-Antennen verwendeten.
Sie sind meine Wahl für eine am Körper getragene Antenne, insbesondere in dieser Anwendung. Allein schon die Form mindert eine Reihe typischer Bedenken bei der Integration von Kommunikationsausrüstung in Körperpanzerungen und Lastentragegurte. Die Reduzierung empfindlicher Steckverbinder und zerbrechlicher Antennen, die normalerweise in Umrüstkits und anderen am Körper getragenen Lösungen zu finden sind, ist eine erhebliche Verbesserung. Der offensichtliche Vorteil einer verbesserten omnidirektionalen Leistung ist ein weiterer Pluspunkt im Vergleich zu den Blockierungseffekten, die bei OEM-Antennen beobachtet werden.“
APEX Reichweitenverlängerung
Die APEX ist eine taktische Reichweitenverlängerungsantenne, die leicht und faltbar ist und eine hohe Verstärkung bietet. Es handelt sich um eine Directional Antenne für das Breitband. Diese Antenne bietet dem Fußsoldaten eine erhebliche Reichweitenverlängerung in einer Antenne mit geringem SWaP, um den Bedarf an zusätzlicher Ausrüstung zu minimieren.
Bei Tests konnte sie mit Reichweiten von bis zu 92 km überzeugen. Fairnesshalber muss man sagen, weite Anteile über See. Bei den 92 km waren 20 km über Land und 72 km über Wasser.
Im deutschsprachigen Raum wird dir britische Firma auch durch den deutschen Partner tukom GmbH Telemetrie und Kommunikation vertreten.
Text: Redaktion / af
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