C-UAV: Spotter Global-Radar in den tragbaren C-UAS-Turm von 9 Mothers integriert

Die wachsende Bedrohung durch Drohnenschwärme gegen kritische Infrastrukturen und mobile Einsatzkräfte fordert nach neuen und sich anpassenden Lösungen. Daher sind die beiden US-amerikanischen Unternehmen Spotter Global und des 9 Mothers eine Partnerschaft eingegangen, um das GAX500-3D-Radar von Spotter Global in EDDA zu integrieren – den tragbaren, autonomen „Hard-Kill“-Turm von 9 Mothers zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeugsysteme (C-UAS).

Bediener steuert ein Mothers-Drohnenabwehrsystem mit Spotter-Radar auf einem Erprobungsgelände via tragbarem Computer
Radar und Waffenstation bei einem Test.
Foto: 9 Mothers

Diese Integration begegnet der zunehmenden Gefahr durch hochgefährliche, schnelle Drohnenschwärme und senkt gleichzeitig die Verteidigungskosten drastisch, so die Hersteller. Laut Anbieter liegt der Einstiegspreis bei 7 US-Dollar pro Drohnenabwehr-Einsatz. Dies ist die erste EDDA-Konfiguration, die mit dem Radar von Spotter ausgeliefert wird; eine weitere Zusammenarbeit ist geplant.

Drohnenabwehrsystem EDDA von 9 Mothers

EDDA ist ein kostengünstiges, autonom einsatzfähiges Abwehrsystem gegen Drohnen, das von dem in Austin (Texas) ansässigen Rüstungsunternehmen 9 Mothers entwickelt wurde. Es ist für das moderne Gefechtsfeld konzipiert und richtet sich gegen schnelle FPV-Drohnen sowie Kamikaze-Drohnen der Gruppe 1. Die Bekämpfung der Drohnen erfolgt in Entfernungen von 10 bis 100 Metern.

Das Szenario moderner bewaffneter Konflikte hat sich durch den Einsatz schneller, mit Sprengstoff bestückter FPV-Drohnen (First-Person View), funkstiller „Dark Drones“ und koordinierter Drohnenschwärme grundlegend gewandelt. Experten schätzen, dass Drohnenangriffe im Jahr 2026 bislang für bis zu 80 % der Verluste auf dem Gefechtsfeld verantwortlich sind. Herkömmliche C-UAS-Methoden hatten oft Schwierigkeiten, Personal und kritische Infrastrukturen zuverlässig vor diesen extrem schwer zu erfassenden Bedrohungen aus der Luft zu schützen.

Die kombinierten Systeme schließen diese kritische Fähigkeitslücke durch eine vollständige, effektive und radargestützte Verteidigungslösung. EDDA wurde speziell für die Neutralisierung unbemannter Luftfahrzeugsysteme (UAS) der Gruppe 1 entwickelt – kleine Drohnen mit einem Gewicht von unter 20 Pfund (ca. 9 kg), die in Höhen unter 1.200 Fuß (ca. 365 m) und mit Geschwindigkeiten von unter 115 mph (ca. 185 km/h) operieren. Das GAX500-Radar kann bis zu 50 Ziele gleichzeitig erfassen und die Daten aller 50 Zielspuren 18-mal pro Sekunde aktualisieren. Die Kombination beider Systeme ermöglicht eine 360-Grad-Überwachung sowie die Bekämpfung von Drohnen. Das System steht derzeit für den Einsatz bei den US-Streitkräften, bei verbündeten Nationen sowie für Betreiber kritischer Infrastrukturen zur Verfügung.

GAX500-3D von Spotter Global

Das GAX500-3D von Spotter Global ist eine hervorragende Option für den Einsatz mit EDDA. Mit einem Gewicht von weniger als 8 Pfund (ca. 3,6 kg), einem Sichtfeld von 90° x 90° und einer Reichweite von 500 m zur Erkennung einer 3-kg-Drohne bei einer Leistungsaufnahme von 35 Watt bietet dieses kompakte Überwachungsradar eine Früherkennung sowie eine präzise 3D-Verfolgung herannahender Bedrohungen und unterstützt so die Zielerfassungsfähigkeiten von EDDA.

Entscheidend ist dabei, dass das Radar mit einer branchenführenden Aktualisierungsrate des gesamten Überwachungsbereichs von 18 Hz arbeitet. Diese außergewöhnliche Geschwindigkeit bei der volumetrischen Luftraumüberwachung ist unerlässlich, um moderne Drohnen zu erfassen, die mit Geschwindigkeiten von 60 bis 120 Meilen pro Stunde (ca. 95 bis 190 km/h) fliegen; sie verschafft Verteidigungssystemen die entscheidenden Sekunden, die für die Zielerfassung und Neutralisierung der Bedrohung erforderlich sind.

9 Mothers entwickelte EDDA: einen autonomen, KI-gesteuerten Turm zur Nahbereichsverteidigung. Der für komplexe städtische Umgebungen und die Sicherung von Stützpunktperimetern konzipierte Turm kann mehrere Drohnen im Nahbereich schnell erfassen und mechanisch abschießen. Die Fähigkeit, auch schnell bewegliche Bedrohungen abzuwehren, macht diese Effektivität im Nahbereich zu einem bedeutenden Durchbruch bei der taktischen Drohnenabwehr (CUAS).

„Die Zusammenarbeit mit 9 Mothers war eine außergewöhnliche Erfahrung, da dort mit derselben Dringlichkeit gearbeitet wird wie bei uns. Die Abwehr schnell fliegender Drohnenschwärme erfordert mehr als nur leistungsstarke Technologie; sie verlangt nach der Agilität, diese Daten unmittelbar in Handlungen umzusetzen. 9 Mothers arbeitet mit enormer Geschwindigkeit an der Bereitstellung einer einsatzfähigen Gegenmaßnahme. Durch die Integration unserer Hochgeschwindigkeits-CH3D-Radartechnologie bieten wir gemeinsam Streitkräften jene Echtzeit-Verteidigung mit geringer Latenz, die sie angesichts der heutigen agilen Bedrohungen aus der Luft dringend benötigen“, erklärt Logan Harris, CEO und Gründer von Spotter Global.

Russell Smith, CEO von 9 Mothers, ergänzte: „Wir haben viele andere Radarsysteme verschiedener Hersteller getestet – meist waren diese teuer, groß und energiehungrig (oder eine Kombination aus all dem) und/oder sie konnten kleine, schnelle Drohnen nicht zuverlässig verfolgen. Da unser System etwa 35 bis 50 Pfund (ca. 16 bis 23 kg) wiegt und im unteren sechsstelligen Preisbereich liegt, können wir keine extrem schweren oder teuren Radarsysteme verwenden. Spotter ist sehr gut auf unsere Anforderungen eingegangen und hat auftretende Probleme mit den Systemen stets schnell gelöst. Hinsichtlich Preis, Energieverbrauch und Gewicht ist das GAX500-3D bei Weitem das beste System, das wir bisher getestet haben.“ Über Spotter Global

Spotter Global ist tätig im Bereich kompakter Überwachungsradarsysteme und hat sich zum Ziel gesetzt, Gefahren abzuwenden, indem das Unternehmen die Perimetersicherung für kritische Infrastrukturen und Streitkräfte revolutioniert. Das Unternehmen ist stolz darauf, für sein Radar GAX500-3D – basierend auf der firmeneigenen „Compact Holographic 3D“ (CH3D™)-Radartechnologie – den „SIA 2026 New Product Award“ in der wichtigen Kategorie „Abwehrmaßnahmen gegen Drohnen- und Roboterbedrohungen“ gewonnen zu haben.

Die Produkte kommen auch im zivilen Sektor zum Schutz gewerblicher und privater Grundstücke zum Einsatz. Von seinem Hauptsitz in Orem, Utah, aus entwickelt und fertigt Spotter kompakte Radarsysteme, Remote-Drohnen-Identifikationslösungen (Remote Drone ID), NetworkedIO C2-Systeme sowie integrierte Management-Zentralen; dort sorgt ein engagiertes Team für höchste Qualität und stellt die Sicherheit der Kunden in den Mittelpunkt. Das Unternehmen ist stolz darauf, seine Produkte hier in den USA zu entwickeln, zu fertigen und zu warten.

 

Text: Redaktion / af

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