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Bundespolizei erprobt neues Rettungsmittel

Bundespolizei: Am Himmel über Sankt Augustin gibt es seit letzter Woche eine Neuheit zu entdecken. Das System AirTEP (Airborne Tactical Extraction Platform) ist eingeführt und das erste Verfahrenstraining wurde durchgeführt. Dies ist für Rettungsmissionen gedacht. Damit dürfte klar sein, dass es sich um ein neues Evakuierungsmittel für die GSG 9, also die Spezialeinheit der Bundespolizei handelt, für Flächen an denen der Polizeihubschrauber keine Landemöglichkeit hat.

Das System AirTEP (Airborne Tactical Extraction Platform) wurde bei der Bundespolizei GSG 9 eingeführt und ein erstes Verfahrenstraining durchgeführt.
Das System AirTEP (Airborne Tactical Extraction Platform) wurde bei der GSG 9 eingeführt und ein erstes Verfahrenstraining durchgeführt.
Foto: André Forkert/cpm

Das von der Bundespolizei momentan getestete System AirTEP ist laut dem französischen Hersteller Escape International für die Nutzung von jedem Hubschrauber aus geeignet. Es kann vielseitig für alle Missionen und auch in schwierigen Umgebungen eingesetzt werden. Die Plattform, die unter dem Hubschrauber hängt, kann maximal eine Gruppe mit zehn Soldaten/Polizisten in voller Ausrüstung aufnehmen. Die maximale Last liegt laut technischem Datenblatt bei 1.500 kg. Laut Hersteller ist so eine Extraktion in weniger als 5 Minuten möglich. Als mögliche Missionen werden Insertion, Extraktion, Combat-Search and Rescue (CSAR), Kampfunterstützung und Medical Evacuation (Medevac) aufgeführt, und dass bei Boden- und Seeeinsätzen, bei Tag und Nacht. Und kann bei der Einsatzart NEO (Noncombatant Evacuation Operation) eingesetzt werden.

Dank eines 25 Meter langen Seils können die Extraktions- oder Insertionsmissionen in beengten (urbanen) Bereichen durchgeführt werden. Neben Einsatzkräften könnten auf diese Weise auch Geiseln gerettet, oder zivile Search and Rescue (SAR) Missionen im Gebirge durchgeführt werden. Auch können Personen von Hausdächern oder aus brennender Umgebung gerettet werden. Wie es die Bundespolizei und andere Rettungsorganisationen z.B. bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal durchführen mussten. Dazu ist das Material teilweise aus Kevlar/Aramid gefertigt, und damit feuerfest und zudem seewasserbeständig.

Der Abwurf und die Öffnung des Seils werden vollständig durch den Lastführer gesteuert. Die Abwurfphase dauert nicht länger als 10 Sekunden. Die Soldaten/Polizisten besteigen einfach die Netzplattform und sichern sich über einen Karabiner. Gesichert durch einen Sicherheitsgurt, der am Mast eingehängt ist, haben die Soldaten so die Hände frei und haben eine 360°-Sicht nach außen. Sie können beobachten und im Notfall sogar mit ihren Waffen wirken. Die Einsteigephase soll nicht länger als 1 Minute dauern. Zusammengeklappt im Hubschrauber hat die AirTEP keinen Einfluss auf den Anflug. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Knoten sorgen die Konstruktion der Plattform und das Seil für eine hohe Flugstabilität, ohne Nicken oder Kreiselwirkung. Das Eigengewicht liegt bei 53 kg. Die Qualifikation entspricht den MIL-STD-Bestimmungen für Luftfahrzeuge.

Laut Insidern wurde das System bei der Bundespolizei bereits im Juli 2021 getestet und befindet sich jetzt im Zulauf sowie im initialen Training. AirTEP wird bei der Bundespolizei vom Airbus Helicopters H225 (AS225/332) Super Puma aus eingesetzt. AirTep wird in Deutschland durch J.V. Niebergall aus Niedernhausen angeboten.

André Forkert

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Airborne Tactical Extraction PlatformAirTEPBundespolizeiGSG 9H225

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