Der NATO-Generalsekretär hat seinen Jahresbericht für 2025 veröffentlicht – und zieht darin eine bemerkenswerte Bilanz: Das Bündnis hat in einem der herausforderndsten Sicherheitsumfelder seit Jahrzehnten wichtige strategische Entscheidungen getroffen und seine Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt.
Russland bleibt auch in diesem Jahresbericht die zentrale Bedrohung. Im gesamten Jahr 2025 provozierte Moskau das Bündnis durch Luftraumverletzungen, Sabotageakte und böswillige Cyberaktivitäten – und wurde dabei zunehmend rücksichtsloser. Sein Angriffskrieg gegen die Ukraine, nun im fünften Jahr, wird laut Bericht aktiv von China, Nordkorea, dem Iran und Belarus unterstützt. Die NATO reagierte schnell und entschlossen.
Wir sind angesichts eines gefährlicheren und komplexeren Sicherheitsumfelds, das durch vielfältige Bedrohungen und Herausforderungen gekennzeichnet ist, stärker geworden.
— Mark Rutte, NATO-Generalsekretär,
Den Haag im Juni 2025 markierte einen Wendepunkt. Beim historischen NATO-Gipfel einigten sich die Staats- und Regierungschefs auf ein neues Verteidigungsinvestitionsziel von 5 Prozent des BIP bis 2035 – und zum ersten Mal in der Geschichte des Bündnisses meldeten alle 32 Mitglieder Verteidigungsausgaben auf oder über dem bisherigen 2-Prozent-Ziel. Europas Engagement wächst dabei in einem Tempo, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre.
Die wichtigsten Punkte im NATO-Jahresbericht
- Neues Ausgabenziel: Die NATO verpflichtete sich beim Haager Gipfel, bis 2035 jährlich 5 Prozent des BIP in die Verteidigung zu investieren – davon 3,5 Prozent für Kernverteidigung und 1,5 Prozent für sicherheitsrelevante Bereiche wie zivile Resilienz und kritische Infrastruktur.
- Rekordausgaben: Die NATO-Verbündeten investierten 2025 geschätzte 1,4 Billionen US-Dollar in die Kernverteidigung. Europäische Mitglieder und Kanada steigerten ihre Ausgaben gegenüber 2024 real um 20 Prozent auf insgesamt 574 Milliarden US-Dollar – seit 2014 ein Plus von 106 Prozent.
- Neue Sicherheitsinitiativen: Mit „Baltic Sentry“ und „Eastern Sentry“ wurden zwei neue Missionen gestartet, um kritische Infrastruktur auf See zu schützen und die Wachsamkeit an der Ostflanke zu erhöhen.
- Stärkung der Kommandostruktur: Das Joint Force Command Norfolk wurde um Dänemark, Finnland und Schweden erweitert; ein neues Luftoperationszentrum in Norwegen verbessert die Operationsführung im hohen Norden und in der Arktis.
- Ukraine-Unterstützung: Die NATO lancierte die PURL-Initiative (Prioritised Ukraine Requirements List), die amerikanische Rüstungsgüter – finanziert von den Verbündeten – direkt in die Ukraine leitet. Erstmals wurde zudem ein gemeinsames NATO-Ukraine-Ausbildungszentrum in Polen eröffnet.
- Transatlantische Rüstungskooperation: Die Verbündeten vereinbarten, die Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie rasch auszuweiten, um Innovationen zu fördern und die Lieferfähigkeit für die Ukraine langfristig zu sichern.
Ein starkes transatlantisches Band bleibt in Zeiten globaler Unsicherheit unverzichtbar. Nordamerika und Europa waren in der NATO schon immer gemeinsam stärker, und so werden wir auch weiterhin in einer gefährlicheren Welt sicher bleiben.
— Mark Rutte, NATO-Generalsekretär
Beim nächsten NATO-Gipfel im Juli 2026 in Ankara erwartet der Generalsekretär von allen Bündnispartnern einen klaren und glaubwürdigen Fahrplan hin zum 5-Prozent-Ziel. Die Dynamik des Jahres 2025 müsse unbedingt aufrechterhalten werden – denn, so der Generalsekretär im Vorwort, die Sicherheit einer Milliarde Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks lasse keinen Raum für Selbstzufriedenheit.
Vollständiger Jahresbericht: NATO Secretary General’s Annual Report 2025 (PDF)
Text: Redaktion
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