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LOG.NET 2026: Traktoren sorgen für robuste und resiliente Versorgungsketten

Auf der LOG.NET 2026, dem 18. Anwenderforum der Logistik am 11. und 12. März 2026 in Koblenz, war das zentrale Thema die Abschreckung, und welche Rolle die Logistik dabei spielt. Das Groß der Vorträge nahm sich der Optimierung bzw. Maximierung von Prozessen und Systemen an und stellt deren (möglichen) Erfolge dar. Begleitet wurden die Vorträge von einer Ausstellung sowie einem Static Display vor der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz.

Der Traktor als Zugmaschine und Feldumschlaggerät, hier auf ein Unmanned Ground Vehicle (UGV) GEREON von ARX für die letzte taktische Meile.
Der Traktor als Zugmaschine und Feldumschlaggerät, hier auf ein Unmanned Ground Vehicle (UGV) GEREON von ARX für die letzte taktische Meile.
Foto: af

FENDT, der Marktführer bei Großtraktoren überträgt die in der militärischen Welt wenig bekannten Sonderregelung für Land- oder Forstwirtschaftliche Zugmaschinen (LoF) in die Welt der militärischen Logistik. Und erklärte vor Ort, welche Vorteile damit verbunden sind. In der Land- und Forstwirtschaft darf eine Zugmaschine zwei Anhänger ziehen.

Ist diese Zugmaschine (der Traktor) mit einem Frontlader ausgestattet, fungiert dies(r) gleichzeitig als autarkes Feldumschlagsystem und kann vor Ort die die Anhänger be- und entladen. Es ist kein zweites, separates Fahrzeug zum Umschlag notwendig. Dies spart Material und Personal, von dem es bei den Streitkräften sowieso an allen Ecken fehlt.

Aktuell muss der Transport-LKW einen Gabelstapler auf Tiefladeanhänger mitführen, kann also nur ein einzelnes Flat oder eine einzelne Pritsche mit Material anliefern. Oder es muss vor Ort ein Feldumschlagsystem mit Personal verfügbar sein. Als Zusatznutzen bei der traktorbasierten Transportlösung muss die Reduzierung des Personalbedarfs – von mindestens 50% – sowie die höhere Geländegängigkeit genannt werden. Die Reduzierung des Personalbedarfs und die Verdopplung der Transportkapazität wird in der Grafik unten deutlich.

Neben den Traktorherstellern präsentierte sich auch die PSV Project Support Vehicles GmbH bzw. PSV-Shield GmbH als Systemhaus für Militärlogistik. PSV scheint dafür prädestiniert zu sein, hat dieses Unternehmen seinen Sitz doch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Logistikschule der Bundeswehr in Osterholz-Scharmbeck.

Der Kompaktlader 1390 von Weidemann als multifunktionale Maschine für militärische Unterstützungseinsätze. Dank der klappbaren Kabine ist dieser binnen 2 Minuten luftverladbar und für die Luftlandepioniere geeignet. Über ein Kit der Firma PSV kann der Fahrer auch geschützt werden.
Der Kompaktlader 1390 von Weidemann als multifunktionale Maschine für militärische Unterstützungseinsätze. Dank der klappbaren Kabine ist dieser binnen 2 Minuten luftverladbar und für die Luftlandepioniere geeignet. Über ein Kit der Firma PSV kann der Fahrer auch geschützt werden.

Als Systemhaus kombiniert PSV Produkte und Fähigkeiten renommierter Marken zu einem Gesamtsystem. Für ein komplettes logistisches System sind die passenden Anhänger und – als Alternative bzw. Ergänzung zum Traktor Teleskoplader und Teleskopradlader notwendig. Für den Schutz der Fahrzeuge kann PSV auf eine umfangreiche Produktpalette und Erfahrung zurückgreifen.

Dazu bedient sich PSV der Umschlagsysteme von WEIDEMANN und den Anhängern der Firma KRAMPE. Beide Unternehmen zählen zu den Marktführern in der eigenen Branche. Alle drei Unternehmen greifen auf umfangreiche Erfahrungen mit militärischen Kunden zurück. Deutschland, Dänemark und die USA innerhalb- und Österreich außerhalb der NATO, sind nur ein paar Beispiele. Welche Bedeutung Traktoren für die militärische Logistik haben können, zeigt sich gerade in den Skandinavischen Ländern. Dort werden sie hinunter bis auf die taktische Ebene bei der Infanterie eingesetzt.

Ein finnischer VALTRA entlädt einen 20 Fuß Container. In Skandinavien werden Traktoren innerhalb der Streitkräfte mittlerweile in größerer Stückzahl und als Standard eingesetzt. Auch zur Logistik der Infanterie.
Ein finnischer VALTRA entlädt einen 20 Fuß Container. In Skandinavien werden Traktoren innerhalb der Streitkräfte mittlerweile in größerer Stückzahl und als Standard eingesetzt. Auch zur Logistik der Infanterie.

Traktoren: Vorteile in unterschiedlichsten Bereichen

Hinter der Land- oder Forstwirtschaftliche Zugmaschinen (LoF)-Zulassung des Mercedes-Benz UNIMOG mit den Schlüsselnummern 98 1000 (Zugmaschine-Ackerschlepper) und 89 2000 (Zugmaschine-Geräteträger) verbirgt sich ein ganzer Reigen an praktischen und finanziellen Vorteilen:

  • Steuerbefreiung möglich (grünes Kennzeichen)
  • Mautbefreiung beim Transport von landwirtschaftlichen Gütern durch den Erzeuger
  • Befreiung vom Berufskraftfahrerqualifizierungsgesetz
  • Verwendung des Führerscheins Klasse T (ab 16 Jahre bei Reduzierung auf 40 km/h bzw. ab 18 Jahre bei 60 km/h)
  • Verwendung von subventioniertem Agrardiesel (Agrardieselvergütung)
  • Befreiung von der Abgasuntersuchung
  • Befreiung von Einfahrverboten in Umweltzonen
  • Befreiung von Sonn- und Feiertagsfahrverboten
  • Befreiung vom EG-Kontrollgerät (Fahrtenschreiber/Tachograph) bei Fahrten im Umkreis von 100 km
  • Hohe Anhängelasten: Keine Mindestmotorleistung erforderlich. Im Rahmen des zulässigen Gesamtzuggewichtes von 40 t können bis zu zwei Anhänger mitgeführt werden. Außerdem höhere Achs-, Stütz- und Anhängelasten im Vergleich zum Lkw und Kugel 80-Anhängung sowie höhenverstellbare Kuppelsysteme
  • Größere zulässige Fahrzeugbreite im Vergleich zum Lkw, bis maximal 3 m bei entsprechender Kennzeichnung

In der Summe ergeben sich für Landwirte, und andere Nutzer die den UNIMOG mit LoF-Zulassung einsetzen, auf diese Weise beachtliche finanzielle und praktische Vorteile. Hiervon kann auch das Militär sowie Blaulichtorganisationen profitieren.

Transportkapazität, Material- und Personalaufwand im Vergleich zwischen LKW und Traktor.
Transportkapazität, Material- und Personalaufwand im Vergleich zwischen LKW und Traktor.
Grafik: PSV

Text: Redaktion / af

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