Minenjagdboot „Homburg“ läuft zum NATO-Einsatz aus

Heute wird das Minenjagdboot „Homburg“ seinen Heimathafen Kiel verlassen. Das Boot des 3. Minensuchgeschwaders wird für die nächsten Monate den deutschen Beitrag im ständigen NATO-Verband SNMCMG 1 (Standing NATO Mine Countermeasures Group 1) übernehmen.

Minenjagdboot Homburg der Frankenthal-Klasse der Deutschen Marine bei mäßigem Seegang auf offener See
Das Minenjagdboot Homburg im westlichen Mittelmeer zwischen Cartagena und Algier im Rahmen der Operation Active Endeavour.
Foto: Yvonne Albert

In Zusammenarbeit mit den NATO-Partnern, insbesondere Litauen und Polen, leistet die „Homburg“ in der SNMCMG 1 einen wichtigen Beitrag zum Schutz kritischer Infrastruktur. Die Hauptaufgabe ist dabei, „Seegebiete von Minen und anderen explosiven Altlasten zu räumen und damit die Sicherheit der Seewege zu gewährleisten“, erklärt die Kommandantin, Korvettenkapitän Cornelia Just.

„Homburg“: Teilnahme an Northern Viking und Joint Warrior

Darüber hinaus wird die Besatzung des Minenjagdbootes „Homburg“ an den Manövern Northern Viking und Joint Warrior teilnehmen. Das Einsatzgebiet ist dabei im Wesentlichen die Nordsee und der Nordatlantik. Die Kommandantin, die auf Erfahrungen aus vorangegangenen Teilnahmen an der SNMCMG 1 zurückgreifen kann, weiß Ihre Besatzung gut vorbereitet. In den zurückliegenden Monaten wurde die Besatzung umfassend für Einsatz ausgebildet.

Eine willkommene Abwechslung zum Seealltag werden die geplanten Aufenthalte in Häfen bieten, die sich hauptsächlich an der Nordsee befinden – viel Neues für die Besatzung, deren Heimatgewässer sonst eher in der Ostsee liegen.

Die „Homburg“ wird voraussichtlich bis Ende Oktober im Rahmen des NATO-Verbandes operieren.

Hintergrundinformationen

Die NATO unterhält vier ständige maritime Einsatzverbände, die von den Mitgliedsstaaten mit Schiffen und Booten besetzt werden und gemeinsam mit Luft- und Landstreitkräften sowie Spezialeinheiten die schnellen Eingreifkräfte der NATO bilden. Neben der regionalen Verteidigungsplanung steht damit dem Bündnis weiterhin ein Instrument für die schnelle Bedrohungs- und Krisenreaktion zur Verfügung.

Die Einheiten in diesen Verbänden haben ein mehrmonatiges Ausbildungsprogramm absolviert und sind auf hohem Ausrüstungs- und Ausbildungsstand. Sie können nach entsprechenden NATO- und nationalen Beschlüssen schnell verlegt werden und stehen für Operationen im Rahmen des Krisenmanagements genauso zur Verfügung, wie für Maßnahmen der kollektiven Verteidigung.

Die Zusammenziehung dient außerdem der gemeinsamen Ausbildung und Qualifizierung, weshalb die Verbände regelmäßig an Manövern unter NATO-Führung oder auf Einladung einzelner Mitgliedsstaaten teilnehmen. Die SNMCMG 1 operiert ganzjährig überwiegend in Nord- und Ostsee und angrenzenden Seegebieten. Der Verband hat den Auftrag, einsatzbereit in See zu stehen und dabei alle Aspekte der Minenkampfführung zu trainieren. Sie demonstrieren die Entschlossenheit und den Zusammenhalt der Allianz und vertiefen durch Hafenbesuche und Austauschprogramme die Kooperation mit Partnerstaaten.

Manöver und Ausbildung sind aber nur eine Aufgabe der NATO-Boote. Sie sichern die Seewege durch Präsenz und Minenabwehr und werden auch zu Historic Ordnance Disposal Operations (HOD) oder Altlastenbeseitigung in Nord- und Ostsee eingesetzt. Dabei identifizieren oder beseitigen sie Seeminen, Torpedos und Bomben aus den Weltkriegen oder dem Kalten Krieg, die bis heute eine Gefahr für die Menschen vor Ort und die Seeschifffahrt darstellen.

 

Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine

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