MQ-28 Ghost Bat – Wird sie Deutschland Jagdbomberdrohne?

In Deutschland wird sie Jagdbomberdrohne genannt – eine neue militärische Fähigkeit für den unbemannten Deep Strike oder als Kapazitätserweiterung (Loyal Wingman) bei Air-to-Ground-Einsätzen. Auch andere Luftstreitkräfte leiten derzeit die praktische Einführung sogenannter Collaborative Combat Aircrafts (CCA). Mit der MQ-28 Ghost Bad bieten Boeing und Rheinmetall der Bundeswehr ein bereits fertiges Produkt an.

Boeing F-15EX Eagle II der US Air Force fliegt während der Übung Valiant Shield in Formation mit einer Boeing MQ-28 Ghost Bat Drohne
Mit der MQ-28 Ghost Bat steht bereits heute eine ausgereifte Plattform bereit, die deinen schnellen CCA-Fähigkeitsaufbau ermöglicht.
Foto: Rheinmetall AG

Mit der MQ-28 Ghost Bat steht bereits heute eine ausgereifte Plattform bereit, die eine schnelle Einführung einer Jagdbomberdrohne bei der Bundeswehr ermöglichen würde. Laut Herstellerangaben hätten bisherige Flugerprobungen zeigen, dass die MQ-28 die deutschen Anforderungen in Bezug auf Luft-Boden- als auch hinsichtlich von Luft-Luft-Einsätze erfüllen könne.

Der hohe Reifegrad der MQ-28 ermögliche Deutschland zudem den unmittelbaren Aufbau souveräner Fähigkeiten – einschließlich der Integration deutscher Sensoren, Waffen und Missionssoftware. Nach eigenen Angaben investiert Boeing dafür kontinuierlich in die Weiterentwicklung der MQ-28, einschließlich ihrer Luft-Boden-Fähigkeiten. Um den beschleunigten Aufbau von CCA-Fähigkeiten in Deutschland sicherzustellen, bringt sich Rheinmetall als Systemintegrator ein.

Entscheidend ist der hohe Reifegrad, den die MQ-28 Ghost Bat schon heute hat: So habe sie als bislang erste und einzige Jagdbomberdrohne bereits an multinationalen Übungen wie dem US Militärmanöver Exercise Valiant Shield teilgenommen. „Während viele CCA-Programme weltweit noch in der Konzept-, Definitions- oder frühen Testphase sind, hat die MQ-28A Ghost Bat diese wesentlichen Entwicklungsschritte bereits durchlaufen“, erklärte Glen Ferguson, Boeing Defense Australia, Global Director des MQ-28 Programms.

Gleichzeitig bietet sie der deutschen Luftwaffe eine realitätsnahe Entwicklungs- und Testumgebung, um Verfahren und Taktiken für die Zusammenarbeit zwischen bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen weiterzuentwickeln. Glen Ferguson betonte: „Wenn das Ziel ist, eine solche Fähigkeit bis 2029 zu erreichen, muss diese Arbeit heute mit der Entwicklung von Taktiken, Ausbildung, Definition der Streitkräftestruktur und der Integration souveräner Technologien beginnen.“

Boeing MQ-28 Ghost Bat Drohne mit geöffnetem Waffenschacht und darin befindlichem AIM-120 AMRAAM Lenkflugkörper auf dem Rollfeld
Mögliche Bewaffnung der MQ-28 Ghost Bat: Lenkflugkörper vom Typ AIM-120 AMRAAM.
Foto: Boeing

Gemeinsam mit Rheinmetall, Rohde & Schwarz, Diehl Defence und HENSOLDT baut Boeing derzeit ein industrielles Ökosystem auf, das Deutschland langfristig in die Lage versetzt, die benötigten Fähigkeiten im eigenen Land zu entwickeln und zu integrieren.

Rheinmetall baut eigenständige Systemintegration für die MQ-28

Den Anfang macht Rheinmetall mit dem Aufbau einer eigenständigen Systemintegration für die MQ-28 in Deutschland. „Deutschland muss sich nicht zwischen Geschwindigkeit und Eigenständigkeit entscheiden“, erklärte Mike Schmidt, CEO der Business Unit Air, Uncrewed and Space bei Rheinmetall. „Wir bieten einen Weg, beides gleichzeitig zu erreichen. Die MQ-28 ermöglicht es uns, die langwierige Entwicklungsphase eines neuen Luftfahrzeugs zu umgehen und direkt zur entscheidenden Aufgabe überzugehen: Die Fähigkeiten unbemannter Luftkampfsysteme für die deutsche Luftwaffe verfügbar zu machen.“

Der Aufbau einer eigenständigen Systemintegration ist zugleich eine Investition in die deutsche Verteidigungsindustrie. Softwareentwicklung, Missionsintegration und geistiges Eigentum verbleiben dabei innerhalb des deutschen industriellen Ökosystems.

Nationalisierung der möglichen Jagdbomberdrohne

Dadurch können nationale Fähigkeiten unmittelbar auf der MQ-28 entwickelt, getestet und integriert werden. Künftige CCA-Plattformen profitieren anschließend von diesen Erfahrungen. Mithilfe eines Digital Twins wird sie kontinuierlich weiterentwickelt, auch gestützt auf umfangreiche Flugerprobungsdaten und Erkenntnissen aus dem Testprogramm mit der Royal Australian Air Force (RAAF).

Glen Ferguson: „Die MQ-28 Ghost Bat ist von Anfang an als äußerst anpassungsfähige Plattform konzipiert. Bisher im Einsatz gesammelte Erfahrungen zeigen, dass die Architektur der MQ-28 schnell an neue Missionsanforderungen angepasst werden kann, einschließlich Luft-Boden-Fähigkeiten. Hierbei geht es nicht um eine Nachrüstung, sondern um die Nutzung eines modularen Designs, das von Grund auf für kontinuierliche Anpassungen ausgelegt ist.“

 

Quelle: Rheinmetall AG

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