Tarnen und Täuschen bleibt weiterhin eine wirksame militärische Taktik – auch auf dem gläsernen Gefechtsfeld im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Mittlerweile haben die ukrainischen Streitkräfte russische Antennen entdeckt, die wie Bäume bzw. Baumstümpfe aussehen.
„Der Feind hat damit begonnen, die Antennen seiner Geräte an der Front als simulierte Baumstämme aus Kunststoffgeflecht und Montageschaum zu tarnen, woraufhin er sie in einer passenden Farbe lackiert“, berichtet Generalmajor Vladyslav Klochkov von den ukrainischen Streitkräften und veröffentlichte die unten stehenden Fotos. Auf den Bildern sind die russischen Antennen bzw. die sie tarnenden Attrappen in verschiedenen Herstellungsstadien zu sehen.
Mit diesem Vorgehen sollen die Überwachungsdrohnen der ukrainischen Streitkräfte getäuscht werden, da sich mit diesen Ansammlungen von Baumstümpfen nicht nur Antennen, sondern auch die Kabel und somit ganze Kommunikationsknoten tarnen lassen. Bei den Antennen innerhalb der Baumstümpfe soll es sich zudem nicht um reine Masten handeln, diese hätte man auch einfach an echten Bäumen befestigen können, sondern unter anderem um Empfänger für Satellitenkommunikation.
Russland sucht die Satellitenkommunikation
Zwar kann Russland Starlink nicht mehr für seinen Angriffskrieg verwenden, doch es hat sich bereits Alternativen gesucht. Wie der Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow, auf seinem Telegram-Kanal erklärt, liefere Russland aktuell neue Satelliten-Terminals an die Front. „In Russland gibt es mehrere Anbieter von Hochgeschwindigkeitssatelliteninternet auf Basis der Satelliten Yamal und Express“, so Beskrestnow. „Alle Antennen dieser Terminals sehen aus wie Satellitenschüsseln für den Fernsehempfang mit einem Durchmesser von 60 bis 120 Zentimetern. Sie sind oval oder rund.“ Letzteres ist auch der Unterschied zu Starlink, dessen Antennen eckig sind.
Dieses Vorgehen von Russland – sowie die genaue Beobachtung durch die Ukraine – verdeutlicht zudem, wie entscheidend die Satellitenkommunikation für moderne Streitkräfte ist. Starlink kann tatsächlich über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die Ukraine ist weiterhin fast vollständig davon abhängig, Russland kann sich ebenfalls nicht wirklich davon lösen bzw. es wirksam ersetzen.
Wenn ein ähnlicher Mangel an Satellitenkommunikation in den deutschen Streitkräften bisher noch nicht wirklich negativ aufgefallen ist, dann vor allem deshalb, weil es in Friedenszeiten zur Not auch noch ohne geht. Deutschland ist schließlich weiterhin meilenweit von vernetzten Streitkräften entfernt. Während die deutschen Systeme in der Ukraine hingegen ebenfalls auf die Satelliten setzen müssen, damit der Kampf gegen Russland erfolgreich geführt werden kann.
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