Bereits auf der SeaSEC war FLANQ mit eigenen Systemen wie dem USV Q-RECON 24 vertreten. Dort konnte das Unternehmen aus Rostock vor heimischer Kulisse autonome Systeme in Kombination mit anderen Unternehmen erproben. Eine weitere Zusammenarbeit im Bereich Maritime Autonomie soll es jetzt mit Diehl Defence geben. Ein Memorandum of Understanding (MoU) zur strategischen Zusammenarbeit soll Kompetenzen und Fähigkeiten bündeln, um die Verteidigungsfähigkeit im maritimen Umfeld auf unbemannte Plattformen zu erweitern.

Die jetzt geschlossene Partnerschaft für maritime Autonomie bedeutet für beide Unternehmen die „Erschließung des Technologiefelds der autonomen Über- und Unterwasserplattformen als Träger für Sensorik und Effektoren“ heißt es in einer heute veröffentlichten Mitteilung. Unbemannte Plattformen auf See stehen derzeit verstärkt im Fokus der Streitkräfte. Erst vor wenigen Wochen hat die Bundeswehr mit der Seetaube ein erstes Modell für die Aufklärung getauft. Wie zuvor bei fliegenden Drohnen, dürfte das Segment in Zukunft stark wachsen.
Durch die Kooperation von Diehl Defence und FLANQ kommt jetzt auch die Bewaffnung der unbemannten Plattformenbei deutschen Unternehmen zum Zug. Die Ukraine setzt ihre Systeme bereits seit Längerem ein, um beispielsweise die russische Schwarzmeerflotte auf Abstand zu halten. Erklärtes Ziel der neuen Partnerschaft für maritime Autonomie ist es, sich gemeinsam als verlässlicher Partner der deutschen Marine und ihrer internationalen Partner aufzustellen, wobei der nationale Ansatz im Vordergrund steht.

Partner für maritime Autonomie
Laut Angaben der beiden Kooperationspartner soll FLANQ seine Kompetenzen in den Bereichen Autonomie, Missionssoftware, Sensorfusion sowie die Entwicklung und Integration modularer unbemannter Seeplattformen, wie dem Q-RECON ein. Dahinter verbirgt sich gleich eine ganze Familie unbemannter maritimer Plattformen in derzeit fünf Plattformgrößen –von kleinen, schnell einsetzbaren USVs bis hin zu größeren, ausdauernden Überwassersystemen.
Die Spannweite reich vom nur einen Meter langen, für kurze Überwachungs- oder Wirkmissions vorgesehenen Q-RECON 2 über den zweieinhalb Meter langen und von einem Zwei-Mann-Team transportierbaren Q-RECON 8 bis zum Q-RECON 24 mit einer Reichweite von bis zu 3.000 Seemeilen und einer Nutzlast von bis zu zwei Tonnen. Die USVs sind modular ausgelegt und können je nach Auftrag mit unterschiedlichen Sensoren und Effektoren ausgestattet sowie einzeln oder im Verbund eingesetzt werden.
Ergänzt wird FLANQs Überwasserfamilie durch autonome und ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge, die teilweise in Kooperation mit anderen Unternehmen entstanden sind. Diehl Defence will die Fähigkeiten der schwimmenden Plattformen durch das MoU mittels des eigenen Portfolios an Effektoren ergänzen. Diehl ist insbesondere bekannt für Lenkflugkörper und Munition.

Für beide Firmen bedeutet die Kooperation für Maritime Autonomie einen wichtigen Schritt beim Ausbau des Produktportfolios. Laut der angesprochenen Meldung wolle man noch im laufenden Jahr einen ersten Demonstrator realisieren und damit die Grundlage für weitere Entwicklungs- und Beschaffungsvorhaben zu schaffen. Der Name des neuen USV lautet derzeit Q-Strike.
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