Wie CPM Defence Network aus gut unterrichteten Quellen erfahren konnte, befindet sich die endgültige Definition der neuen Flottendienstboote Klasse 424 in der finalen Phase. Der abschließende Design Freeze wird in den kommenden Wochen erwartet.
Die Flottendienstboote sind ganz spezielle Einheiten der Bundeswehr. Als Schiffe werden sie durch die Deutsche Marine betrieben, als Aufklärungsmittel sind sie dem Cyber- und Informationsraum (CIR) unterstellt. Die entsprechenden Systeme für den Elektronischen Kampf (EloKa) bedienen Soldaten aus dem CIR. Als Einheiten aus dem Bereich EloKa ist zudem so gut wie alles, was mit der Technik der Flottendienstboote Klasse 424 zusammenhängt, als geheim eingestuft.
Fortgang des Projektes Flottendienstboote Klasse 424
Der Bau der Schiffe hat bereits begonnen, die Kiellegung des ersten der drei neuen Flottendienstboote fand in Anwesenheit der Inspekteure Marine und CIR am 25. Februar 2025 statt (wir berichteten). Die rund 130 Meter langen Boote der Klasse 424 sollen der Bundeswehr ab 2029 als Aufklärungsplattformen zur Informationsgewinnung dienen. Es ist eine Besatzung von 50 Soldaten für den Betrieb des Schiffes sowie von 50 weiteren Soldaten für den Aufklärungsanteil der Flottendienstboote vorgesehen.
„Ihre Auslegung erfüllt die neuesten militärischen Anforderungen an zukunftsfähige Marineschiffe“, berichtete zur Vertragsunterzeichnung das BAAINBw. „Die neuen Einheiten werden die aktuellen Einheiten der OSTE-Klasse, die bereits seit mehr als 30 Jahren im Einsatz sind, ersetzen und der Deutschen Marine ab 2029 zur Verfügung stehen.“
Das Besondere an den neuen Einheiten ist allerdings nicht unbedingt das Schiff, sondern die Sensoren und das Innenleben. Hiervon steht nun also der Design Freeze kurz bevor, wie CPM Defence Network erfahren konnte. Große Anteile sowie die Vernetzung der Sensoren und deren Informationen sollen durch Rohde & Schwarz geschehen, so die Aussage aus gut unterrichteten Quellen.
Wobei die neuen Flottendienstboote Klasse 424 nicht nur der Aufklärung über Wasser, sondern auch der Aufklärung unter Wasser dienen sollen. Sie können dadurch als flexible Einheiten in den verschiedensten Szenaren dienen und in unterschiedlichen Kombinationen die Bundeswehr mit Informationen versorgen. Allerdings erst ab 2029, bis dahin muss die OSTE-Klasse diesen Bereich weiterhin abdecken. Dabei wurde die Beschaffung neuer Flottendienstboote bereits seit über zehn Jahren als dringend erforderlich bezeichnet, die finanziellen Mittel zur Beschaffung von drei neuen Einheiten im Juni 2021 durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bewilligt, der Vertrag mit der Lürssen Werft (mittlerweile NVL) direkt nach der Bewilligung der Gelder unterzeichnet.
Damals, im Juni 2021, schrieb das BMVg: „Die seegestützte signalerfassende Aufklärung ist eine elementare Voraussetzung für eine nationale Analyse-, Beurteilungs- und Führungsfähigkeit. Sie liefert einen unverzichtbaren und kontinuierlichen Beitrag für ein ressortübergreifendes Lagebild.“
Im Juli 2023 wurde dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages eine Ergänzung vorgelegt, um die Mehrkosten von rund einer Milliarde Euro (ursprünglicher Betrag knapp 2,1 Milliarden Euro, nach Änderungsvertrag insgesamt rund 3,2 Milliarden Euro) zu bewilligen. Die Vertragsunterzeichnung zum neuen Preis folgte am 10. Juli 2023, der Stahlschnitt des ersten Schiffes am 21. November 2024. Nun wird also mit dem Design Freeze die Planungsphase der Flottendienstboote Klasse 424 in Kürze endgültig abgeschlossen.
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