Airbus Helicopters ist mit dem Flugverhalten des ersten H160M Guepard-Prototypen bei den Erprobungen „sehr zufrieden“. Der Hubschrauber hat inzwischen mehr als 72 Flugstunden absolviert. Diese meldete Airbus Mitte Februar 2026.
Der Guepard wird für die französischen Streitkräfte im Rahmen des französischen Programms für leichte Hubschrauber (Joint Light Helicopter Program, HIL) entwickelt. Die Erstbestellung umfasst 30 Hubschrauber und könnte auf bis zu 169 Stück steigen. Der H160M wird auch in einer Variante SOF (Special Operation Forces) bei den französischen Spezialkräften eingesetzt werden.
„Das Feedback der Piloten ist sehr positiv. Ich denke, das ist ein sehr guter Start für das Militär“, sagte Benoit Klein, Leiter des H160-Programms, Reportern im Vorfeld der Verticon-Messe am Hauptsitz von Airbus Helicopters in Marignane, Frankreich.
Der Prototyp, der primär zur Validierung der Flugleistung eingesetzt wird, absolvierte seinen Erstflug am 18. Juli 2025. Im Januar nutzte der Hersteller die Gelegenheit in den französischen Alpen eine erste Kälteerprobung durchzuführen.
„Die Temperatur entsprach genau unseren Erwartungen, und wir konnten das gute Flugverhalten des Hubschraubers bestätigen“, so Klein. Airbus hat die elektromagnetische Verträglichkeit des Flugzeugtyps auch mit Schiffen der französischen Marine getestet und positives Feedback erhalten. So wurden erst vor kurzem erste Flüge in unmittelbare Nähe des französischen Flugzeugträgers durchgeführt.
Ein zweiter Prototyp des H160M wird im April 2026 in die Testkampagne aufgenommen. Die diesjährigen Tests konzentrieren sich auf die Missionssysteme des Flugzeugs und die Integration verschiedener Sensoren. Für den Sommer ist eine Schießkampagne geplant.
Dritter Prototyp für 2027 erwartet
„Dies ist der entscheidende Moment, denn hier demonstrieren wir auch die Gesamtstabilität des Flugzeugs während des Feuers sowie die Auswirkungen der Rückkräfte auf die Stabilität und Aerodynamik der Flugzeugzelle“, sagte Klein. So konnte das Flugtestteam die Fluggrenzen für die Geschwindigkeit bereits erweitert und die maximale Fluggeschwindigkeit (Vne) erreichen.
Ein dritter Prototyp in der Konfiguration für die Marine wird 2027 in die Testkampagne aufgenommen. Die Produktion der Flugzeugzelle hat im Werk des Herstellers in Donauwörth begonnen. Obwohl der H160M am Hauptsitz von Airbus Helicopters im französischen Marignane produziert und montiert wird, werden im deutschen Donauwörth wichtige Teile für die Zelle gefertigt. Airbus hatte zuletzt das Produktionsziel von 60 H160M pro Jahr festgelegt.
Laut Klein verläuft die Entwicklung planmäßig, sodass die erste Auslieferung an das Heer im Jahr 2028 erfolgen soll. Die ersten Auslieferungen an die Marine und die Luftwaffe sind für 2030 bzw. 2032 geplant. Der Hubschrauber wird alle drei Teilstreitkräfte – Heer, Luftwaffe und Marine – ausrüsten und fünf derzeit im Einsatz befindliche Typen (Fennec, Gazelle, Panther, Alouette III und Dauphin) ersetzen.
In Frankreich werden zwei Ziele mit dem H160M verfolgt: der Ersatz der aktuellen Hubschrauberflotten in den drei Teilstreitkräften sowie die allgemeine Verbesserung des Erhalts der Flotte in betriebsbereitem Zustand (maintien en condition opérationnelle – MCO). Die Modularität und Vielseitigkeit der H160M ermöglichen es, das gesamte Aufgabenspektrum mit einem Modell abzudecken. Es handelt sich um einen Hubschrauber der 6-Tonnen-Klasse. Auch die Gendarmerie soll zehn H160M erhalten.
Bewaffnung des H160M
Die H160M wird fürs französische Heer und die Luftwaffe mit H-Force von Airbus ausgestattet, um für leichte Angriffsoperationen bewaffnet werden zu können. Zudem kann er schnell umgerüstet und umkonfiguriert werden, um verschiedene Missionen zu erfüllen: Infiltration von Spezialkräften, Close Air Support (CAS), Abfangen aus der Luft Medical Evacuation (MedEvac), Aufklärung, Operationen in den Bereichen C4I, Search & Rescue-Einsätze, Überwachung der maritimen Umwelt und Schiffsabwehr.
Für den Einsatz bei der Marine kann er als Bewaffnung die leichte Anti-Schiffs-Rakete (ANL) Sea Venom von MBDA aufnehmen. Diese hat eine Reichweite von 20 km und wir bereits in der britischen Marine eingesetzt.
Weitere Bewaffnungsoptionen sind verschiedene Maschinengewehre in den Türen und 70 mm Raketen. Dazu verfügt der H160M unter anderem über ein Windensystem, einen Lasthaken und eine Hebevorrichtung, die auch für paramilitärische Einsätze genutzt werden können.
Der Hubschrauber kann durch den KC-130J – die zusammen mit der deutschen Luftwaffe betrieben werden – betankt werden. Die Maschine kann fünf vollausgestattete Soldaten transportieren, neben der Crew von 2 Piloten, 272 km/h schnell fliegen und laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 848 km haben.
Der H160M ist der erste Hubschrauber einer neuen Generation und basiert auf dem EASA-zertifizierten zivilen H160 Modell. Er zeichnet sich durch niedrige Betriebskosten und optimierte Flugsicherheit aus, so der Hersteller. Darüber hinaus kann das H160M in eine gesicherte digitale Supportumgebung integriert werden.
Text: Redaktion /af
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