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Fitnesstests der Armee (FTA): Soldaten fitter als gedacht

Die neuesten Ergebnisse des Fitnesstests der Armee (FTA) zeichnen ein positives Bild für das Jahr 2023, so vermeldet es die armasuisse. Sowohl bei den männlichen Stellungspflichtigen (Wehrpflichtige) als auch bei den Frauen, die sich freiwillig rekrutieren lassen, zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung. Mehr als die Hälfte der jungen Männer und Frauen gelten als gut trainiert und rund 80 Prozent erfüllen die Bewegungsempfehlungen des Bundes.

Soldaten sind wohl fitter als gedacht, zeigt der FTA Sporttest armasuisse
Soldaten sind wohl fitter als gedacht, zeigt der FTA Sporttest armasuisse
Foto: armasuisse

In den sechs Rekrutierungszentren in Payerne, Sumiswald, Monte Ceneri, Aarau, Rüti ZH und Mels wird nicht nur die körperliche Eignung der zukünftigen Soldatinnen und Soldaten via FTA überprüft. Auch ihr allgemeines Bewegungsverhalten wird mittels Fragebogen erfasst.

Die Ergebnisse für 2023 zeigen, dass 55,3 Prozent der Befragten als trainiert gelten. Weitere 23,6 Prozent sind ausreichend aktiv, 16,4 Prozent teilweise aktiv und nur 4,7 Prozent inaktiv. Wer jede Woche mindestens 150 Minuten moderaten Sport treibt oder 75 Minuten intensiv trainiert, gilt als ausreichend aktiv – eine Marke, die von fast 79 Prozent der jungen Menschen erreicht wird.

Im Jahr 2023 wurden in den sechs Rekrutierungszentren der Schweizer Armee im Ganzen rund 35.700 Stellungspflichtige abschließend beurteilt. 25.199 von ihnen sind tauglich für den Militärdienst und 3.250 für den Zivilschutz. Die Militärdienst- und Zivilschutztauglichkeit beträgt damit 79,7 %, so die armasuisse.

Positive Entwicklung im Vergleich zu Vorjahren

Im Vergleich zu 2021, als nur 49,4 Prozent als trainiert galten, zeigt sich ein deutlicher Anstieg. 2022 lag dieser Wert bereits bei 52,8 Prozent. Innerhalb von drei Jahren ist die Zahl der trainierten jungen Menschen um 6 Prozent gestiegen. Diese Selbsteinschätzungen bieten einen interessanten Einblick, obwohl die Gründe für diesen Anstieg nicht klar benannt werden können: „Es wäre Spekulation zu sagen, dies sei Folge des allgemeinen Fitnesstrends oder eines angestrebten Ideals“, sagt Alain Dössegger vom Bundesamt für Sport (BASPO) und Mitverfasser des Berichtes, dazu.

Der Fitnesstest der Armee (FTA)

Der Fitnesstest der Armee (FTA) umfasst fünf Übungen: Standweitsprung, Medizinballstoss, globaler Rumpfkrafttest, Einbeinstand sowie einen Ausdauerlauf. Insgesamt können maximal 125 Punkte erreicht werden. Im Jahr 2023 lag der Durchschnitt bei 67,6 Punkten, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr darstellt.

Frauen schnitten mit durchschnittlich 76,4 Punkten besser ab und verbesserten sich um 2,1 Punkte. Die Militärsport-Auszeichnung, für die mindestens 80 Punkte erforderlich sind, erhielten 25,4 Prozent der Männer und 31,2 Prozent der Frauen. Auffällig ist, dass viele Stellungspflichtige exakt 66, 80 oder 90 Punkte erzielten, die für gewisse Einteilungen erforderlich sind. Dies weist darauf hin, dass sie gut vorbereitet waren, möglicherweise durch Nutzung der Ready App.

Die Sport-App ready soll die jungen Männer und Frauen auf die Rekrutierung vorbereiten, oder Soldaten auf ihren Einsatz. Mehr zum FTA gibt es hier.

Körperlich und mental auf der Höhe sein sind wichtige Voraussetzungen für deine Einsatzbereitschaft zugunsten der Sicherheit der Schweiz. 2019 entwickelte die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen die Sport-App ready.

Mit dieser kann sich der Bewerber auf seine Rekrutierung und Wunschfunktion vorbereiten, sich während der militärischen Laufbahn fit halten und den physischen und psychischen Anforderungen resilienter entgegentreten, oder den Alltag mit Sport und Bewegung optimieren. Sie ist über den Google Play oder Apple Store abrufbar.

Der FTA ist mit dem Basis-Fitness-Test (BFT) der Bundeswehr vergleichbar. Der BFT ist ein valider und einfach durchzuführender Fitnesstest und wurde am 1. Januar 2010 in die Bundeswehr eingeführt. Einmal jährlich sollen grundsätzlich jede Soldatin und jeder Soldat den aus den drei Einzeldisziplinen „11 x 10m-Sprinttest“, „Klimmhang“ und „1000-m-Lauf“ bestehenden Test absolvieren. Bei Betrachtung der Anforderungen ähnelt der FTA eher dem ehemaligen Physical Fitness Test (PFT) bei der Budneswehr.

Der PFT diente zur Feststellung der körperlichen Leistungsfähigkeit. 2010 wurde er durch den BFT ersetzt. Er war von Grundwehrdienstleistenden vor und nach der Allgemeinen Grundausbildung (AGA), von Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten einmal im Jahr abzulegen. Außerdem war er Bestandteil des Prüfverfahrens an der Offizierbewerberprüfzentrale (OPZ) sowie bei den Zentren für Nachwuchsgewinnung (ZNwG). Er bestand aus einem 9×4 m Pendellauf, Sit-Ups (40 Sekunden), Standweitsprung und Liegestütze (40 Sekunden). Hinzu kam der Cooper-Lauf oder auch 12-Minuten-Lauf.

Umfangreiche Datenbasis

Die erhobenen Daten in der Schweiz zeigen, dass der Anteil übergewichtiger und adipöser Stellungspflichtiger leicht steigt. Dies spiegelt die allgemeinen gesellschaftlichen Trends wider, so die armasuisse.

Im Jahr 2023 wurden 35.700 junge Menschen zur Rekrutierung aufgeboten. Die Auswertung basiert auf Daten von 34.343 Personen, davon 642 Frauen. Den Fitnesstest absolvierten 29.633 Personen vollständig, darunter 539 Frauen. Den Bewegungsfragebogen füllten 31.190 Personen aus.

Für das kommende Jahr ist eine detaillierte Auswertung der Leistungstrends geplant. Die Ergebnisse der FTA dienen nicht nur der Armee, sondern fließen auch in das allgemeine Bewegungsverhaltensmonitoring der Schweizer Bevölkerung ein.

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