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Flamingo-1 – Deutschlands erstes weltraumgestütztes SDA-Teleskop

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Das Münchner Space-Unternehmen Vyoma meldete gestern die hohe Auslastung seines Satelliten Flamingo-1 im Routinebetrieb. Das System überwacht zuverlässig Weltraumobjekte von der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) bis zur geostationären Umlaufbahn (GEO). Die von so bereitgestellten Daten und Erkenntnisse unterstützen Kunden dabei, ihre Weltrauminfrastruktur vor gezielten Angriffen und unbeabsichtigten Kollisionen zu schützen. Flamingo-1 ist nach Angaben des Unternehmens ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer unabhängigen europäischen Fähigkeit zur Erfassung und Bewertung der Lage im Weltraum.

Spanische Reserveastronautin Sara García Alonso vor einer Bildmontage mit Erde und Satellit im Weltraum
Dr. Luis Buinhas, Chief Programme Officer, Vyoma zum Flamingo-1 der kommerzielle Daten zur Weltraumüberwachung liefert.
Foto: Foto: Pexels / Zelch Csaba, Vyoma

Vyoma, ein in Deutschland ansässiger Anbieter von Lösungen für die Weltraumlageerfassung (Space Domain Awareness, SDA), hat seinen Satelliten Flamingo-1 erfolgreich in den Routinebetrieb überführt. Der Satellit ist mit hoher Auslastung im Einsatz und überwacht Weltraumobjekte sowie potenzielle Bedrohungen von der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) bis zur geostationären Umlaufbahn (GEO).

Die von Flamingo-1 aufgenommenen weltraumgestützten Bilddaten werden von Vyoma zu Datenprodukten, Dienstleistungen und Analyseergebnissen weiterverarbeitet. Diese liefern der SDA-Fachgemeinschaft sowie den Kunden von Vyoma wichtige Erkenntnisse über die Lage im Weltraum – sowohl zum Schutz vor unbeabsichtigten Kollisionen als auch zur Erkennung möglicher sicherheitsrelevanter Bedrohungen. Die entsprechenden Daten zur Überwachung und Verfolgung von Weltraumobjekten (Space Surveillance and Tracking, SST) werden den Kunden über die Vyoma Services Platform bereitgestellt.

Flamingo-1 verfügt über zwei Betriebsmodi: einen Überwachungsmodus und einen Verfolgungsmodus. Im Überwachungsmodus scannt der Satellit kontinuierlich große Bereiche des Weltraums. Anders als bodengestützte optische Systeme ist Flamingo-1 dabei nicht in gleicher Weise durch Tageslicht oder lokale Wetterbedingungen eingeschränkt. Seine Ausrichtung ist darauf optimiert, Regionen mit hoher Objektdichte zu beobachten, in denen Dutzende katalogisierte und bislang nicht katalogisierte Weltraumobjekte sein Sichtfeld durchqueren können. Die dabei gewonnenen umfangreichen Beobachtungsdaten bilden eine wichtige Grundlage für die Erstellung und Pflege eines Weltraumobjektkatalogs, die Erkennung von Satellitenmanövern sowie die zeitnahe Erfassung neu in die Umlaufbahn gebrachter Objekte.

Kleinsatellit mit Solarzellen auf einem Vibrationsprüfstand von Actidyn Systèmes während eines mechanischen Belastungstests
Flamingo-1 Satellit von Vyoma während der Testkampagne am Boden.
Foto: Vyoma

Im Verfolgungsmodus richtet Flamingo-1 seinen Sensor entlang einer vorausberechneten Flugbahn aus, um gezielt Objekte von besonderem Interesse zu beobachten. Dazu zählen beispielsweise militärische Satelliten, gezielte oder unbeabsichtigte Annäherungen zwischen Weltraumobjekten sowie die Abtrennung von Nutzlasten von Trägerraketen. Auch in diesem Modus erfasst Flamingo-1 weiterhin andere Objekte in seinem Sichtfeld. Die dabei gewonnenen Daten werden ebenfalls ausgewertet und in den Weltraumobjektkatalog von Vyoma integriert.  Darüber hinaus kann Flamingo-1 Regionen des Weltraums beobachten, die vom Boden aus praktisch nicht zugänglich sind.

Die geplante Mindestbetriebsdauer von Flamingo-1 beträgt fünf Jahre. Anfang 2027 wird Vyoma sein weltraumgestütztes Sensornetzwerk um Flamingo-2 erweitern und bis 2029 auf mehr als ein Dutzend Sensoren ausbauen.  Die Satelliten sollen so verteilt werden, dass sie gemeinsam einen weltraumgestützten „Space Fence“ bilden, der relevante Weltraumobjekte mit hoher Beobachtungsfrequenz erfasst.

Mit diesem firmeneigenen Sensornetzwerk verfolgt Vyoma das Ziel, einen vollständig unabhängigen Katalog von Weltraumobjekten aufzubauen und kontinuierlich zu aktualisieren. Damit adressiert das Unternehmen eine wesentliche Fähigkeitslücke Europas und stärkt die Voraussetzungen für eine souveräne, von außereuropäischen Informationsquellen unabhängige Weltraumlageerfassung.

„Der Übergang von Flamingo-1 in den Routinebetrieb ist ein wichtiger Meilenstein für Vyoma und die europäische Souveränität im Bereich der Weltraumlageerfassung. Wir haben die die mit unserer Technologie verbundenen Risiken erfolgreich reduziert und ermöglichen Europa damit einen großen Schritt in Richtung einer unabhängigen Überwachung und des Schutzes kritischer Weltrauminfrastruktur.

Die von Flamingo-1 gewonnenen Daten unterstützen Weltraumkommandos dabei, weltraumgestützte Infrastruktur lückenlos und ohne Unterbrechungen zu schützen. Gleichzeitig kann Europa seine Abhängigkeit von außereuropäischen Informationsquellen verringern und seine strategische Autonomie stärken.  Wir können es kaum erwarten, dass unser zweiter Satellit 2027 im Orbit ist!“, erklärte Dr. Luisa Buinhas, Chief Programme Officer von Vyoma.


Quelle: Vyoma

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