Russland setzt gegen die Ukraine vermehrt chemische Waffen ein, nun folgt auch der Iran. Die iranische Revolutionsgarde (Islamic Revolutionary Guard Corps – IRGC) entwickelt biologische und chemische Gefechtsköpfe für die Mittel- und Langstreckenraketen des Landes, wie informierte Insiderquellen aus dem Militär gestern gegenüber Iran International mitteilten. Bei Iran International handelt es sich um eine Website der Opposition gegen das Regime in Teheran, die von London aus betrieben wird.
Dem Bericht zufolge arbeitet die Luft- und Raumfahrtstreitkraft der IRGC an den unkonventionellen Sprengköpfen für ballistische Raketen, während sie Raketenwerfer in die östlichen Regionen des Iran verlegt, so die militärischen Quellen.
Die Quellen, die aufgrund der Sensibilität der Angelegenheit anonym bleiben wollten, sagten, dass diese Aktivitäten in den letzten Monaten beschleunigt wurden. Sie würden besonders angesichts der zunehmenden regionalen Spannungen und der Sorge der iranischen Regierung über die Möglichkeit einer weiteren direkten Konfrontation mit Israel und den Vereinigten Staaten weiter fortgesetzt.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist aktuell in Florida, um sich mit dem US-Präsidenten zu treffen. Er plant, Präsident Donald Trump über Optionen für mögliche künftige Angriffe gegen den Iran zu informieren, da die Befürchtungen bestehen, dass Teheran die Produktionsanlagen für ballistische Raketen wieder aufbaut und die während des kurzen Krieges im Juni beschädigten Luftverteidigungssysteme repariert und wieder in Betrieb nimmt.
Die Quellen von Iran International sagen, dass diese Programme größtenteils unter der Aufsicht der IRGC Aerospace Force durchgeführt werden. Und dass diese Programme die Optimierung ballistischer Raketen für den Transport chemischer und biologischer Kampfstoffe sowie die Modernisierung der damit verbundenen Kommando- und Kontrollsysteme umfassen.
Iran: Chemische und biologische Waffen zur Abschreckung
Dem Bericht zufolge baut die Revolutionsgarde in Erwartung groß angelegter Konflikte Fähigkeiten auf, die nach Ansicht der Entscheidungsträger der Islamischen Republik neben dem konventionellen Raketenprogramm des Iran als „ergänzender Abschreckungsfaktor“ dienen würden, so eine Quelle.
Das Streben nach chemischen und biologischen Sprengköpfen kommt sechs Monate nachdem der iranische Außenminister sein Land als „das größte Opfer chemischer Waffen in der modernen Geschichte” bezeichnet hatte und dabei auf Saddam Husseins Chemiewaffenangriff auf Sardasht im Westen des Iran verwies, bei dem laut OPCW-Dokumentation mehr als 100 Menschen bei einem groß angelegten Senfgasangriff ums Leben kamen.
Auf die Frage nach diesem Widerspruch erklärte eine Quelle gegenüber Iran International: „Die iranische Führung betrachtet potenzielle israelische und amerikanische Angriffe als Bedrohung ihrer Existenz und beabsichtigt, im Falle eines Konflikts die Kosten für die gegnerische Seite erheblich zu erhöhen.”
Auf den höchsten Entscheidungsebenen der Islamischen Republik herrsche die Auffassung, dass „der Einsatz unkonventioneller Waffen in Situationen existenzieller Bedrohung gerechtfertigt sein kann”, fügte die Quelle hinzu.
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