Die USA verlegen Bodentruppen in den Nahen Osten, um einen Angriff auf den Iran vorzubereiten, berichtet „The Washington Post“ unter Berufung auf Insiderquellen aus den US-Streitkräften. Die Angriffspläne sollen demnach dem US-Präsidenten Donald Trump aktuell zur Billigung vorliegen, während zeitgleich bereits „Tausende amerikanischer Soldaten und Marines im Nahen Osten eintreffen“, so die Insider. Damit gehen die USA den notwendigen nächsten Schritt im Iran-Krieg. Und dennoch soll es sich nicht um eine Vollinvasion handeln.
„Eine mögliche Bodenoperation würde nicht den Umfang einer vollständigen Invasion haben, sondern könnte stattdessen Einsätze durch eine Mischung aus Spezialeinheiten und konventionellen Infanterietruppen beinhalten“, benennt „The Washington Post“ die durch die Informanten erläuterten militärische Pläne, die demnach bereits seit Wochen ausgearbeitet würden.
Es handelt sich hierbei offensichtlich um ein Umschwenken in den Planungen der USA, die durch die Auswirkungen des Krieges auf die Weltwirtschaft bedingt sind. Ursprünglich hatte US-Präsident Donald Trump den Einsatz von amerikanischen Bodentruppen mehrfach ausgeschlossen. Es war stattdessen davon auszugehen, dass andere Gruppierungen den Part der „Boots on the Ground“ übernehmen. Schließlich wussten alle Beteiligten, dass reine Luftschläge kein Land zur Kapitulation bringen.
Diese Erkenntnis zieht sich durch die Militärgeschichte, vom Ende des Zweiten Weltkriegs über den Kosovokrieg bis hin zu Desert Storm: Das Erreichen der Luftüberlegenheit schafft die Voraussetzungen für den Sieg, aber erst die Bodentruppen erwirken die Kapitulation. Unter anderem deshalb, weil die Truppen eines diktatorischen Systems ein Gegenüber benötigen, dem sie sich ergeben können. Und das sie danach auch vor dem eigenen Regime schützt. Ausnahmen gab es in der Vergangenheit nur dort, wo die angegriffene Diktatur während des Luftkrieges durch eine Revolution gestürzt wurde.
Iran-Krieg und die Wirtschaftskrise
Anders als der Kosovo-Krieg zeigt der aktuelle Iran-Krieg allerdings deutliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, eine lange Zermürbetaktik ist dementsprechend nicht durchhaltbar. Es ist also eine Änderung in der ursprünglichen Strategie erforderlich, die mittlerweile auch offiziell verkündet wird. So sagte US-Außenminister Marco Rubio vor wenigen Tagen in Frankreich, dass es sich bei dem Iran-Krieg „nicht um einen langwierigen Konflikt handeln wird“, wiederholte dabei allerdings, dass die Vereinigten Staaten ihre Ziele ohne Bodentruppen erreichen wollen.
Diese offizielle Linie widerspricht nun nicht nur den Aussagen der Insider gegenüber „The Washington Post“, sondern auch ähnlichen Berichten in weiteren amerikanischen Medien. So schreibt „The Wall Street Journal“: „Sollte Präsident Trump grünes Licht geben, könnten die USA bald mehr als 17.000 Bodentruppen vor den Toren des Iran stationieren. Das reicht bei weitem nicht für eine groß angelegte Invasion aus, doch könnten sie strategisch wichtige Gebiete auf dem Festland einnehmen, Teherans Uranvorräte sichern oder eine Insel erobern.“
Zum Vergleich: Bei Desert Storm hatten die USA im Jahr 2003 rund 150.000 Soldaten für die Bodenoffensive vorstationiert. Es wird sich also wahrscheinlich wirklich nur um Spezialoperationen handeln, die vorerst durch die US-Streitkräfte geplant sind. Eines der wichtigen Ziele des US-Präsidenten scheint dabei die Insel Kharg zu sein, das größte Öl-Terminal des Irans, über welches rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte laufen. Trump sagte erst gestern im Interview mit der „Financial Times“: „Um ehrlich zu sein würde ich am liebsten das Öl im Iran an mich reißen, aber einige dumme Leute in den USA fragen: ‚Warum machst du das?‘ Aber das sind eben dumme Leute.“
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