Leonardo hat von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) einen vollständig finanzierten Auftrag erhalten, die Architektur des künftigen staatlichen Erdbeobachtungsdienstes der EU (Earth Observation Governmental Service, EOGS) zu definieren. Der Dienst soll als zentrale Fähigkeit Weltraumdaten nutzen, um Europas autonome Entscheidungsfindung in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung zu unterstützen.

Der Auftrag ist eine von zwei parallel durchgeführten Architekturstudien, die von der Europäischen Kommission finanziert und im Rahmen des Financial Framework Partnership Agreement (FFPA) mit der ESA vereinbart wurden. Das Projekt soll verschiedene Architekturvarianten für die künftige Umsetzung des EOGS entwickeln. Die Aktivitäten im Rahmen von European Resilience from Space for Earth Observation (ERS-EO) bilden parallel dazu vorbereitende Maßnahmen für den EOGS. Dazu gehören die Vorbereitung entsprechender Fähigkeiten sowie deren mögliche Vernetzung mit nationalen und europäischen Erdbeobachtungsressourcen mit doppeltem Verwendungszweck.
Unter der Leitung von Leonardo wird die Studie auf die Kompetenzen, Technologien und Lösungen von Telespazio, Thales Alenia Space, e-GEOS sowie eines qualifizierten Netzwerks europäischer Partner zurückgreifen. Ziel ist die Entwicklung einer souveränen, resilienten und föderierten End-to-End-Erdbeobachtungsarchitektur, die die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt – von Weltraumsystemen und Sensoren über die Bodeninfrastruktur und Datenverarbeitung bis hin zu den entsprechenden Diensten.
Ausgehend von den operativen Anforderungen der Nutzer aus den Bereichen Sicherheit und Verteidigung wird das Projekt die bestehenden Fähigkeiten bewerten und eine Lückenanalyse durchführen. Anschließend werden verschiedene Architekturansätze hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Resilienz, Reaktionsfähigkeit und Bezahlbarkeit untersucht. Dabei sollen die technologischen und industriellen Kompetenzen von Leonardo und der gesamten Space Alliance im Bereich Erdbeobachtung genutzt werden, einschließlich der unternehmenseigenen Erdbeobachtungskonstellation.
Ein zentrales Element wird die Vernetzung bestehender und künftiger europäischer Ressourcen sein. Dadurch sollen unterschiedliche nationale, institutionelle und kommerzielle Fähigkeiten als Teil eines integrierten Systems zusammenwirken können.
Leonardo: Weiterentwicklung der europäischen Erdbeobachtungskapazitäten im kommenden Jahrzehnt und darüber hinaus
Simonetta Cheli, Direktorin für Erdbeobachtungsprogramme bei der ESA, sagte: „Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer souveränen europäischen Erdbeobachtungskapazität zur Unterstützung von Sicherheit und Resilienz. Wir freuen uns, dass Leonardo nun dazu beitragen wird, die Grundlage für die Weiterentwicklung der europäischen Erdbeobachtungskapazitäten im kommenden Jahrzehnt und darüber hinaus zu schaffen. Dabei sollen nationale, institutionelle und kommerzielle Ressourcen in einem gemeinsamen operativen Rahmen zusammengeführt werden, um Europas Resilienz und strategische Autonomie zu stärken.“
Massimo Claudio Comparini, Managing Director der Space Division von Leonardo, sagte: „Europas strategische Autonomie hängt zunehmend von seiner Fähigkeit ab, auf kritische Daten aus dem Weltraum zuzugreifen, diese zu verstehen und zu nutzen. Im Rahmen der EOGS-Studie wird Leonardo seine eigenen Technologien, Infrastrukturen und sein Know-how sowie die Kompetenzen der Space Alliance einbringen, um eine souveräne Erdbeobachtungskapazität mitzugestalten, die Europas Sicherheit, Resilienz und technologische Unabhängigkeit unterstützt.“
Das Projekt bringt ein breit aufgestelltes europäisches Industrieökosystem aus sieben europäischen Ländern zusammen: Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Luxemburg, Portugal und Polen.
Das von Leonardo geleitete Konsortium umfasst neben den Joint Ventures Telespazio und Thales Alenia Space auch e-GEOS, OHB, GAF, HiTec, Alioth, CEiiA, Argotec, Satlantis, KPLabs, AIKO und SITAEL.
Quelle: Leonardo
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