NATO Military Committee in Chiefs of Defence Session: Gemeinsame Herausforderungen, Kollektive Verantwortung

Die Eröffnungsansprachen des 190. Military Committee in Chiefs of Defence Session spiegelten ein klares Bekenntnis zur ausgewogenen Verbindung von politischem Willen und militärischen Fähigkeiten wider. Angesichts globaler Unsicherheiten und einer sich wandelnden geopolitischen Landschaft betonten die Redner die Dringlichkeit dieser ausgewogenen Herangehensweise.
Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Admiral Rob Bauer, und der stellvertretende NATO-Generalsekretär, Mircea Geoană
Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Admiral Rob Bauer, und der stellvertretende NATO-Generalsekretär, Mircea Geoană
Foto: NATO

Ein zentrales Diskussionsthema des Treffens werden die DDA-Pläne, die im Juli 2023 auf dem Gipfel von Vilnius verabschiedet wurden, sein. Diese als umfassendste seit dem Ende des Kalten Krieges bezeichneten Verteidigungspläne verbinden die NATO-Mitgliedstaaten enger als je zuvor. Doch was wird genau besprochen? Wird über die Koordination zwischen den Mitgliedstaaten gesprochen oder werden tiefgreifende strategische Überlegungen zu den globalen Herausforderungen in den kommenden Jahren diskutiert?

Admiral Rob Bauer betonte in seiner Rede jedenfalls die Dringlichkeit weiterer Maßnahmen zur Stärkung der kollektiven Verteidigung. Dies umfasst die Bereitschaft der Truppen, den Ausbau von Fähigkeiten, die Anpassung von Kommandostrukturen und die Schaffung logistischer Möglichkeiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf verstärkten Übungen zur kollektiven Verteidigung, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein. „Um auch in Zukunft voll handlungsfähig zu sein, brauchen wir eine Umgestaltung der Kriegsführung der NATO“, so Admiral Bauer.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einem gesamtgesellschaftlichen Ansatz zur Stärkung der kollektiven Verteidigung und zur Unterstützung der Ukraine im existenziellen Kampf. Die Forderung nach einem Umdenken von einer Ära der Planbarkeit zu einer Ära der Unerwartbarkeit spiegelt die Notwendigkeit wider, flexibel auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Hinter geschlossenen Türen könnten Gespräche über die effektivste Unterstützung für das Land geführt werden. Diplomatie, Sanktionen oder gar eine Neubewertung der politischen Beziehungen könnten dabei ebenso zur Sprache kommen.

„In diesem Krieg ging es nie um eine reale Sicherheitsbedrohung für Russland, weder von der Ukraine noch von der NATO. In diesem Krieg geht es darum, dass Russland etwas fürchtet, das viel mächtiger ist als jede physische Waffe der Welt: die Demokratie“, betonte Admiral Bauer. Ein weiterer interessanter Punkt könnte somit die Diskussion über die Wahrnehmung Russlands sein.

Auch der Stellvertretende Generalsekretär der NATO, Mircea Geoană, hob die großen Herausforderungen der Welt hervor und unterstrich die Bedeutung einer starken NATO: „Krieg, Terrorismus, Instabilität. Autoritäre Staaten bedrohen unsere Werte. Wir brauchen mehr denn je eine starke NATO.“

Die Ansprachen schlossen mit einem optimistischen Ausblick auf zukünftige Treffen und Aktivitäten. Die NATO plant, ihre kollektive Verteidigung weiter zu stärken und die Zusammenarbeit mit Partnern weltweit zu intensivieren. Während die Eröffnungsansprachen des 190. Military Committee in Chiefs of Defence Session klare Leitlinien für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts setzten, bleibt der eigentliche Inhalt der Diskussionen hinter verschlossenen Türen verborgen.

Christina Bornheim

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