Die französischen und spanischen NH90-Piloten werden in Zukunft die neuesten Fähigkeiten des TopOwl DD (Digital Display) von Thales nutzen können. Der entsprechende Entwicklungsauftrag wurde nun durch die NATO Helicopter Management Agency (NAHEMA) erteilt, nachdem das spanische Verteidigungsministerium 31 NH90-Hubschrauber geordert hatte.
Der von Thales entwickelte TopOwl DD integriert hochauflösende Videobilder von Missionskameras, darunter Safrans Eurofl’Eye, mit Augmented Reality und räumlichen Warnmeldungen. Das System ist dabei eine Weiterentwicklung des kampferprobten TopOwl-Helms mit dem Ziel, den Piloten noch besser beim Flug unter eingeschränkten Sichtbedingungen zu unterstützen.
„Es handelt sich hierbei um eine gemeinsame Entwicklung unter der Leitung der französischen DGA in der spanischen DGAM“, erläutert Florent Chauvancy, Vice President Flight Avionics bei Thales. „Wenn es um Avionik geht, sprechen wir sehr oft über alle möglichen traditionelleren Systeme, wie Flugsteuerungen oder IMA, aber der Helm ist eindeutig auch ein Schlüsselelement unseres Produktportfolios und wir werden weiterhin erheblich in diese Produktlinie investieren.“ Chauvancy erläutert, dass sich „dank einiger Hardware- und Softwareänderungen neue Funktionen“ in das bewährte System einführen ließen, „damit Piloten unter allen Bedingungen operieren können. Der Vorteil liegt dabei eindeutig in der verbesserten Nachtsicht.“
Die weiteren Neuerungen bzw. Verbesserungen des TopOwl DD liegen in der Möglichkeit, dass beide Piloten gleichzeitig auf dieselben Informationen zugreifen können, sowie in der Option für Augmented-Reality-Elemente. TopOwl DD ist dabei schon in der Entwicklung für die neuen Tiger bzw. Guépard (Cheetah) Hubschrauber. „Eine neue Funktion in Bezug auf TopOwl Legacy ist die Fähigkeit den TopOwl mit der Missionsflotte zu koppeln“, berichtet Philippe de Bellaing, ehemaliger Pilot und Key Account Manager Thales für Hubschrauber beim französischen Verteidigungsministerium. „Dadurch kann man das Bild des Einsatzgeschwaders im Bild-in-Bild-Modus anzeigen. Das bedeutet, dass sie ein kleines Bild wie auf ihrem Fernseher anzeigt bekommen, genauso wird ein kleines Bild vom Einsatzgeschwader angezeigt. Und das kann nützlich sein, um ein Ziel zu verfolgen.“
Zukunft des TopOwl DD
Das erweiterte Situationsbewusstsein wird durch die Synthese von Geländesicht mit Daten aus Missions- und Flugsensoren und -kameras sowie Lichtverstärkerröhren erreicht, die im Rahmen des nun mit der NAHEMA geschlossenen Vertrags für die französischen und spanischen NH90 ebenfalls verbessert werden. TopOwl DD unterstützt Piloten dann bei Tag und Nacht in schwierigen Situationen wie innerhalb von Staubwolken, Nebel, Schnee oder in extrem dunklen Nächten. Mit dem TopOwl DD-Helm verfügen NH90-Piloten dadurch über ein besseres Situationsbewusstsein, was die Missionssicherheit insbesondere bei Einsätzen in sehr geringer Höhe oder bei schlechter Sicht erheblich verbessert.
Doch bei diesen Verbesserungen alleine soll es nicht bleiben. Thales arbeitet zudem an weiteren Funktionen, die sich besonders auf die Integration von unbemannten Systemen bzw. Manned-Unmanned-Teaming (MUM-T) beziehen. Aktuell besitzt das Helmsystem bereits die Fähigkeit, das Bild von einer FLIR anzuzeigen, wobei FLIR für „Forward Looking Infrared“ steht. Dabei handelt es sich um eine Infrarot-Wärmebildgebung, die von den Kameras an das Headset übertragen wird. In Zukunft soll sich diese Fähigkeit auch dazu nutzen lassen, „um ein Video von einer Drohne anzuzeigen, insbesondere im Rahmen von MUM-T“, so de Bellaing. „Dies ist heute noch nicht verfügbar, aber die Kapazität ist da und erfordert nur eine kleine Änderung. Die Fähigkeit wird bei Bedarf in Zukunft bereitstehen.“
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