Panzerabwehr: Rheinmetall soll Italiens alte Minen modernisieren

Rheinmetall und Italiens Rüstungsagentur AID wollen Hunderttausende veraltete Panzerabwehrminen aus Beständen der italienischen Armee modernisieren. Dazu wurde bereits vor einem Monat eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Panzerabwehr: AID und RWM Italia unterzeichnen eine Absichtserklärung zur Modernisierung der MATS-Panzerabwehrminen der italienischen Armee.
AID und RWM Italia unterzeichnen eine Absichtserklärung zur Modernisierung der MATS-Panzerabwehrminen der italienischen Armee.
Foto: AID

Die italienische Armee sitzt auf einem großen Bestand an Panzerabwehrminen, die – nach Angaben des damaligen Herstellers Tecnovar Italiana S. p. A. – jedes gepanzerte Fahrzeug zerstören können. Doch die Minen sind in die Jahre gekommen.

RWM Italia, die italienische Tochter des Düsseldorfer Konzerns Rheinmetall, und die Agenzia Industrie Difesa (AID) des italienischen Verteidigungsministeriums wollen die MATS-Mine grundlegend modernisieren. Das Ziel: höhere Sicherheitsstandards, längere Lebensdauer und gesteigerter Kampfwert. Ein neues Design ist geplant – die MATS MK2.

„Wir sind dankbar für das Vertrauen der italienischen Streitkräfte in unsere Fähigkeiten und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit AID bei diesem Projekt“, erklärte Fabio Sgarzi, Geschäftsführer von RWM Italia. „Bei der kampfwertgesteigerten MATS MK2 kann RWM Italia sein Know-how als nationales Kompetenzzentrum für Minen, Seeminen, Bomben, Sprengladungen und Sprengköpfe aller Art einbringen.“

„Diese Initiative in Zusammenarbeit mit RWM Italia S. p. A. ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Reaktivierung der für das Land strategisch wichtigen öffentlichen Produktionskapazitäten im Verteidigungsbereich“, sagte Fiammetta Salmoni, Generaldirektorin der Agenzia Industrie Difesa (AID).

Panzerabwehr mit MATS – Simpel, robust, effektiv

Die MATS gilt als Paradebeispiel robuster italienischer Technik – einfach, zuverlässig und günstig in der Herstellung. RWM Italia übernimmt dabei die Rolle der sogenannten Design Authority und damit die technische Verantwortung für das neue Modell.

Die Modernisierung der mehreren hunderttausend Minen im Bestand soll in einem schlanken, kosteneffizienten Verfahren gemeinsam bei RWM Italia und AID durchgeführt werden – und binnen zwölf Monaten anlaufen.

Die MATS bisher

Die bisherige MATS/2 ist eine kreisrunde Panzerabwehr-Druckmine in Kunststoffgehäuse mit minimalem Metallanteil – konzipiert, um Minensuchgeräten möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Mit einem Durchmesser von 260 mm, einer Höhe von 90 mm und einem Gewicht von vier Kilogramm ist sie kompakt gehalten.

Ihre Sprengkraft bezieht sie aus 2,6 kg RDX (T4) oder Composition. Das Auslösesystem arbeitet pneumatisch und ist ähnlich wie bei der TS-50-Mine shock- und druckresistent. Ausgelöst wird erst bei einem Auflastdruck zwischen 180 und 310 Kilogramm.

Der italienische Hersteller entwickelte seinerzeit auch das Tecnovar-DAT-Streusystem, mit dem sich die Mine aus Hubschraubern mit bis zu 200 km/h abwerfen und großflächig verlegen lässt.

Deutsch-italienische Kooperation

AID-Generaldirektorin Fiammetta Salmoni sieht in der Kooperation für Panzerabwehrminen eine gute Möglichkeit, Kompetenzen und industrielle Vermögenswerte der AID zielführend einzusetzen. Für Rheinmetall wiederum öffnet es die Tür zu einem langfristigen Großauftrag mitten in Europa. Auf beiden Seiten sollen neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

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