SCD: Weltweit steigender Bedarf an HD-Infrarotdetektoren

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Laut dem Geschäftsführer des israelischen Spezialisten Semi Conductor Devices (SCD), Kobi Zaushnizer, gibt es aktuell einen weltweiten Trend bzw. eine enorm steigende Nachfrage nach HD-Infrarotdetektoren. Genauer gesagt nach HD-Mico-Infrarotsensoren. Bisher war dies eher ein Nischenmarkt.

Kompaktes, gekühltes Infrarot-Detektormodul von SCD mit integrierter Steuerplatine, Detektoreinheit und Stirling-Kühler
Sparrow HD, ein hochauflösender Infrarotdetektor für den mittleren Wellenlängenbereich (MWIR) von SCD.
Foto: SCD

Diese werden aktuell seiner Aussage nach zum Standard. Obwohl die Wartung und Instandsetzung dieser gekühlten Sensoren ein Kostentreiber sind. Aber die Grundlage wie die Weltlage, die Möglichkeiten zu kriegerischen Auseinandersetzungen, etc. sich geändert haben, lassen diesen Aspekt in den Hintergrund treten. Kosten sind (fast) nicht mehr ein entscheidender Faktor. Sondern ein sehr aktuelles und präzises Lagebild. Heute wird die bestmögliche Leistung gefordert, nicht mehr der geringste Preis. Hinzu kommen Forderungen nach deutlich höheren Aufklärungsreichweiten. Für die taktische Ebene reden wir laut Kobi Zaushnizer über Reichweiten von drei bis fünf Kilometern, bei Gruppe 2-UAVs. Dieses ist die Grundvoraussetzung für weitreichende und hochpräzise Waffeneinsätze.

Die Lösungen von SCD decken die Spektren SWIR, MWIR und LWIR ab und erfüllen die sich wandelnden operativen Anforderungen von Lenkwaffen, Loitering Munition, Raketensuchköpfen, autonomen Plattformen sowie Langstrecken-ISR-Systemen, so das Unternehmen. Laut Anbieter werden gerade die Produktionskapazitäten enorm hochgefahren. Dabei geht die Entwicklung auch weiter, zu höherer Auflösung, Lösungen mit unterschiedlichen Kühlern, Interfaces, oder einem Kern mit modularen Adaptionen.

Kobi Zaushnizer: „Der Sensor muss auf das System zugeschnitten sein!“ Daher spielt Integration und die Zusammenarbeit mit dem Endnutzer oder dem OEM eine sehr große Rolle. Es gibt nicht den einen Sensor, der alle Bedarfe abdecken kann. Und hier liegt die Herausforderung, einfache Anpassungsmöglichkeiten, trotz einer kosteneffizienten Massenproduktion. Dies muss alles unter einen Hut gebracht werden.

UAVs und Loitering Munition treiben den Bedarf

Die für das zunehmend umkämpfte moderne Gefechtsfeld entwickelten Infrarotdetektoren von SCD bieten laut Hersteller eine hohe Bildqualität, schnelle Zielerfassung, kurze Reaktionszeiten und effiziente Integrationsmöglichkeiten. Dies ermöglicht es Herstellern von Verteidigungssystemen, die Entwicklung zu beschleunigen und gleichzeitig die operative Leistungsfähigkeit bei Luft-, Boden- und Marineanwendungen zu steigern. Der erhöhte Bedarf weltweit kommt vor allem durch den immer höheren Einsatz bzw. die Produktion von UAVs und Loitering Munition zu stande.

Zu den zuletzt von SCD gezeigten Technologien gehören:

  • Sparrow- und Sparrow-HD-HOT-MWIR-Detektoren – sie liefern hochauflösende Bilder für Zielerfassung aus sicherer Distanz (Stand-off), Loitering Munition, fernbedienbare Waffenstationen, Nutzlasten für Luftfahrzeuge sowie Perimeterschutzsysteme und unterstützen zudem eine skalierbare Großserienfertigung.
  • LWIR-Detektoren der Robin-Familie – ungekühlte 12-µm-Detektoren für Loitering Munition der nächsten Generation und hochagile Plattformen ohne mechanische Stabilisierung; sie minimieren bewegungsbedingte Unschärfe und gewährleisten stabile Bilder auch bei schnellen Manövern.
  • SWIFT-EI-SWIR-Modul – entwickelt für anspruchsvolle Einsatzumgebungen; es unterstützt die Erkennung von Laserpunkten, die Ortung feindlichen Feuers sowie die Plattformstabilisierung und reduziert gleichzeitig die Rechenlast durch ereignisbasierte Bildgebung.

Damit deckt SCD ein breites Anwendungsspektrum ab – von kompakter autonomer Munition und präzisionsgelenkten Waffen bis hin zu fortschrittlichen ISR-Nutzlasten – und adressiert dabei zentrale Herausforderungen wie Integrationskomplexität, bewegungsbedingte Unschärfe, SWaP-C-Optimierung (Größe, Gewicht, Leistung und Kosten) sowie Produktionsskalierbarkeit.

Erst vor kurzem konnte sich SCD einen Auftrag von 40 Millionen USD mit der US-Regierung sichern. Aus diesem, und wohl der Referenz des US-Kunden, kamen in kürzester Zeit weitere Aufträge im fast identischen Volumen zustande.

Das meiste der Sensoren geht in UAVs, aber auch in Überwachungstürme zur Grenzkontrolle. Und was Grenzkontrolle heute bedeutet lässt sich sehr gut an den Beispielen in Polen und Litauen abschätzen. Hinzu kommt laut SCD jetzt verstärkt auch der Bereich Weltraum (Space). Dies sei ein ganz neues Betätigungsfeld geworden.

Neben den Sensoren spiel Generic AI (Generic AI / general-purpose AI) eine sehr wichtige Rolle. Die Generische KI bezieht sich auf vielseitige, breit angelegte KI-Modelle, die mit umfangreichen, domänenübergreifenden Datensätzen trainiert wurden. Sie sind in der Lage, verschiedenste Aufgaben – etwa das Verfassen von Texten, Programmieren, logisches Schlussfolgern oder das Zusammenfassen von Inhalten – in unterschiedlichsten Branchen zu übernehmen. Im militärischen bedeutet dies Detektion, Klassifikation, Tracking, Targeting und ggf. Bekämpfung, ohne Eingriff von außen. Daraus erstellt die KI zudem ein aktuelles und hochpräzises Lagebild. Sie ist im Grunde die Voraussetzung zur Datenverarbeitung an Bord.

Die Datenverarbeitung an Bord wiederrum reduziert die Datenmenge, die zwischen dem Flugobjekt und der Bodenstation übertragen werden muss. Dies hat direkte Auswirkungen auf die benötigten Funkgeräte, vor allem aber auf die Übertragungszeit. Denn bisher war die Übertragung der Flaschenhals im Gesamtsystem. Jetzt erhält der Nutzer fertige Informationen, Reports bzw. ein Lagebild. Die Rohdaten sind nicht mehr notwendig. Es werden nur die wirklich relevanten Daten gesendet. Zudem kann der Endnutzer die Generische KI weitertrainieren, er braucht keine Unterstützung des Herstellers.

Laut SCD wird die KI mit zwei AI-Plattform-Partner selber entwickelt. Und die KI wird laut Kobi Zaushnizer auch die Kapazität und Qualität des Sensors bzw. seiner Ergebnisse erheblich verbessern.

 

Text: Redaktion / af

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