Das Bremer Unternehmen Polaris Spaceplanes gab am 28. Januar 2026 den Zuschlag für den Auftrag des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) bekannt. Dieser umfasst die Herstellung und den Flugtest des zweistufigen, horizontal startenden und vollständig wiederverwendbaren Hyperschall-Test- und Experimentierfahrzeugs (HYTEV).
„Das zweistufige System dient in erster Linie als Hyperschall-Testplattform für verteidigungsrelevante sowie wissenschaftliche und institutionelle Forschung. Sekundär kann das Fahrzeug mit einer abwerfbaren Oberstufe als Raumgleiter zum Start kleiner Satelliten eingesetzt werden“, so Polaris Spaceplanes. Die Kleinsatelliten werden in einer niedrigen Erdumlaufbahn ausgesetzt. Der Auftragswert wurde nicht genannt.
Die frühe Entwicklungsphase der HYTEV wurde 2024 und 2025 vom BAAINBw in Auftrag gegeben. Wie Polaris Spaceplanes mitteilte, entspricht die HYTEV in Größe und Gewicht in etwa einem bemannten taktischen Kampfflugzeug. Die Hauptstufe wird von zwei Turbofan-Triebwerken und einem firmeneigenen Aerospike-Raketentriebwerk angetrieben, die Oberstufe hingegen von Raketen.
Die Turbofans dienen dem Start und der Landung, während das Raketentriebwerk das Fahrzeug vor dem Aussetzen der Oberstufe beschleunigt. Die Oberstufe wird vollständig raketengetrieben. Nach Abschluss ihrer Mission wird sie voraussichtlich im Gleitflug oder gegebenenfalls mit einem Fallschirm oder Gleitschirm geborgen.
Der Erstflug ist für Ende 2027 geplant.
Polaris Spaceplans: Sieben Demonstratoren und über 200 Testflüge
Neben dem HYTEV zeigt die Unternehmenswebsite auch weitere zukünftige Fahrzeug, unter anderem AURORA. Diese Lösung scheint jedoch ein einstufiges Design zu nutzen, und dennoch einen Großteil der Fähigkeiten von HYTEV zu bieten. AURORA benötigt nur eine abwerfbare Oberstufe, um die Nutzlasten von bis zu 1.000 Kilogramm in den niedrigen Erdorbit zu befördern.
In Kooperation mit Diehl Defence wird das AirLAS-System entwickelt. Diese Lösung nutzt vermutlich die Basis einer fünf Meter langen MIRA-Raumgleiter Variante. Diese wird dann mit einer IRIS-T-Luft-Luft-Rakete von Diehl Defence ausgestattet. Dieses Konzept wird durch einen separaten Vertrag mit der Bundeswehr unterstützt, der die Entwicklung eines Luftbetankungssystems für POLARIS-Raumgleiter finanzierte.
Polaris Spaceplanes bewirbt seine Lösungen mit folgenden Argumenten: Es handelt sich um Raumgleiter, die Flüge ins All und zurück wie mit einem Flugzeug ermöglichen. Start und Landung sind auf normalen Flughäfen möglich – zivil wie militärisch. Die Luftfahrzeuge sind wiederverwendbar für Hunderte von Missionen, so der Hersteller. Und sie sollen eine beispiellose Kosteneffizienz bieten, gepaart mit einer einzigartigen Flexibilität und Sicherheit, um Weltraumtransporte und Hyperschallflüge zu ermöglichen.
Bisher hat die Polaris Spaceplanes nach eigenen Angaben sieben Demonstratoren in Originalgrößen gebaut und geflogen. Und dabei über 200 Testflüge absolviert.
Text: Redaktion / af
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