Der deutsche Rüstungsriese Rheinmetall AG meldete heute einen erneut gesteigerten Umsatz und einen überproportionalen Zuwachs beim Ertrag in 2026. In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs 2026 konnte das Unternehmen demnach das Geschäftsvolumen weiter ausweiten, die Profitabilität steigern und sein Produktportfolio mit der erstmaligen Konsolidierung des Segments Naval Systems nun auch auf die Domäne See ausweiten, wobei für diesen neuen Marinebereich Bestandsprojekte mit einem Wert von 5,5 Mrd. Euro übernommen wurden.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der strategischen Akquisition der Naval Vessels Lürssen im ersten Quartal 2026 hat Rheinmetall einen deutschen Komplettanbieter für alle Teilstreitkräfte geschaffen. Im maritimen Bereich deckt Rheinmetall nun das komplette Spektrum von der Entwicklung und Fertigung unbemannter Marinefahrzeuge bis hin zum Bau von Korvetten und Fregatten ab.
Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, betonte zur aktuellen Unternehmensentwicklung: „Wir konnten uns gegenüber dem sehr erfolgreichen Vorjahresquartal weiter steigern. Insbesondere für das zweite Quartal 2026 erwarten wir ein stärkeres Wachstum beim Umsatz und beim Auftragseingang, wo wir mit großvolumigen Beauftragungen im Marine- sowie im Fahrzeugbereich rechnen.“
Die Aktie des Rüstungskonzerns spiegelt diese Nachrichten allerdings aktuell nicht wieder und fiel alleine im letzten Monat um etwa neun Prozent.
Steigerung bei Rheinmetall
Dabei stieg der Konzernumsatz im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 138 Mio. Euro oder 8 Prozent auf 1.938 Mio. Euro (Vorjahr: 1.800 Mio. Euro). Das erste Quartal des Vorjahres war durch nennenswerte Vorzieheffekte aus dem zweiten Quartal 2025 unterstützt worden. Im laufenden Geschäftsjahr wird mit einer deutlichen Wachstumsbeschleunigung im zweiten Quartal gerechnet. Der Auslandsanteil beträgt 63 Prozent.
Überproportional stieg das operative Ergebnis nach den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2026. Es erreichte 224 Mio. Euro und übertraf den Vorjahreswert von 191 Mio. Euro um 33 Mio. Euro oder 17 Prozent. Die operative Ergebnismarge auf Konzernebene konnte ebenfalls weiter gesteigert werden, sie erreichte 11,6 Prozent nach 10,6 Prozent im Vorjahr (Q1 2025).
Das Ergebnis je Aktie aus den fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,78 Euro auf 2,18 Euro.
Der operative Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich um 527 Mio. Euro auf 285 Mio. Euro, nachdem er im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch bei 243 Mio. Euro gelegen hatte. Das Vorjahresquartal war durch hohe Anzahlungen von Kunden geprägt. Zusätzlich resultiert die Entwicklung aus dem Vorratsaufbau und der damit einhergehenden höheren
„Insgesamt sind wir auf gutem Kurs zur Erreichung unserer anspruchsvollen Jahresziele“, so Papperger. „Auch im Drohnenbereich haben wir uns erfolgreich positioniert und vor wenigen Tagen mit Loitering Munition einen strategisch bedeutenden Auftrag gewonnen, der noch viel Potenzial beinhaltet. Wir sind nun in allen wichtigen Bereichen ein relevanter Akteur – zu Lande, zu Wasser, in der Luft, im Cyber-Bereich und im Weltraum – und damit auf unserem Weg zum globalen Rüstungschampion.“
Vehicle Systems: Rheinmetall Backlog erhöht sich deutlich
Der Umsatz bei Vehicle Systems, mit Tätigkeiten vor allem im Bereich der militärischen Rad- und Kettenfahrzeuge, lag nach drei Monaten des Geschäftsjahres 2026 mit 985 Mio. Euro um 32 Mio. Euro oder 3 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Geschäftsverlauf war im Wesentlichen geprägt von der Auslieferung von Schützenpanzern an europäische und internationale Kunden, den parallelen Hochlauf taktischer Fahrzeugprogramme für Deutschland sowie einen Anstieg im Bereich der Serviceleistungen. Das Wachstum wurde durch noch nicht erfolgte Abrufe von militärischen Lkw gedämpft, die bereits vorproduziert wurden. Der Abruf wird in den kommenden Monaten erwartet.
Der Rheinmetall Nomination des Segments erhöhte sich nach dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 1.770 Mio. Euro auf 2.236 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Hier wirkte sich vor allem die Erweiterung des deutschen Kundenauftrags für den Schützenpanzer Puma aus, von dem Ende 2025 in einem 2. Los 200 Exemplare nachbestellt wurden, wobei die Unterbeauftragung an Vehicle Systems im ersten Quartal 2026 erfolgte.
Der Rheinmetall Backlog des Segments lag mit einem Wert von 25.852 Mio. Euro (31. März 2026) um 5.148 Mio. Euro oder 25 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis verbesserte sich von 81 Mio. Euro auf 94 Mio. Euro. Die operative Marge liegt mit 9,6 Prozent über dem Vorjahreswert von 8,5 Prozent.
Weapon and Ammunition: Rheinmetall Nomination deutlich über Vorjahreswert
Weapon and Ammunition erzielte mit den Aktivitäten bei Waffensystemen, Munition und Schutzsystemen in den ersten drei Monaten 2026 einen Umsatz von 601 Mio. Euro und erreichte damit nach einem deutlichen Umsatzwachstum im Vorjahresquartal (+65,5 Prozent) erneut ein hohes Umsatzniveau (Vorjahr: 599 Mio. Euro). Wesentliche Umsatztreiber waren ein Munitionspaket für Ungarn sowie Artilleriemunition für die Ukraine.
Der Rheinmetall Nomination liegt mit 1.806 Mio. Euro nach den ersten drei Monaten im Geschäftsjahr 2026 deutlich über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 826 Mio. Euro). Bedeutende Auftragseingänge beziehen sich auf Panzermunition für Polen und Litauen, neue Rahmenverträge für diverse Munitionstypen mit den Niederlanden und mobile Sanitätseinrichtungen für Deutschland.
Der Rheinmetall Backlog erreichte 25.757 Mio. Euro zum 31. März 2026. Gegenüber dem Vorjahreswert (31. März 2025: 20.882 Mio. Euro) betrug der Zuwachs 4.875 Mio. Euro oder 23 Prozent.
Das operative Ergebnis lag mit Ablauf der ersten drei Monate des Jahres 2026 mit 117 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 116 Mio. Euro). Trotz gestiegener Personal- und Sachkosten konnte die operative Marge mit 19,4 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres bestätigt werden.
Flankiert wurden die Geschäftsaktivitäten des Segments auch in diesem Jahr wieder durch umfangreiche Investitionsmaßnahmen, die ein Volumen von 71 Mio. Euro hatten. Im Mittelpunkt standen dabei Transformations- und Kapazitätserweiterungsprojekte in mehreren Gesellschaften, vor allem Kapazitätserweiterungen für die Pulverfertigung bei der Nitrochemie mit ihren Standorten Aschau und Wimmis sowie Antriebsfertigungen bei der Rheinmetall Expal Munitions in Spanien.
Air Defence: Umsatz und Rheinmetall Backlog steigen signifikant
Air Defence, mit den Produkten im Bereich der bodengebundenen Luftverteidigung und komplexer Systeme auch zur Drohnenabwehr, steigerte den Umsatz nach drei Monaten des Geschäftsjahres 2026 um 57 Mio. Euro auf 192 Mio. Euro (Vorjahr: 135 Mio. Euro); dies entspricht einem Zuwachs von 43 Prozent. Der erhebliche Umsatzzuwachs ist im Wesentlichen auf den Projektfortschritt weiterer Skynex- und Skyranger-Flugabwehrsysteme für europäische Kunden zurückzuführen.
Der Rheinmetall Nomination konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Mio. Euro oder 12 Prozent auf 168 Mio. Euro gesteigert werden. Größere Einzelaufträge bezogen sich auf die Lieferung und laufende Betreuung von Flugabwehrsystemen für europäische Kunden. Der Rheinmetall Backlog lag am 31. März 2026 bei 3.141 Mio. Euro und damit um 32 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 2.378 Mio. Euro).
Das operative Ergebnis verbesserte sich bis zum Ende der ersten drei Monate 2026 deutlich auf 30 Mio. Euro, nach 17 Mio. Euro im Vorjahr. Wesentlicher Treiber hierfür war das deutlich gestiegene Umsatzvolumen. Die operative Ergebnismarge verbesserte sich auf 15,6 Prozent (Vorjahr: 12,5 Prozent).
Digital Systems: Operatives Ergebnis und Rheinmetall Backlog verbessern sich deutlich
Digital Systems, mit den Produkten im Bereich der Digitalisierung der Streitkräfte, der infanteristischen Ausrüstung, der Aviation Systems sowie der Simulation, steigerte den Umsatz nach drei Monaten des Geschäftsjahres 2026 um 48 Mio. Euro auf 349 Mio. Euro (Vorjahr: 301 Mio. Euro); dies entspricht einem Zuwachs von 16 Prozent. Der Umsatzzuwachs ist im Wesentlichen auf das Digitalisierungsprojekt TaWAN und den erstmalig vollen Umsatzbeitrag von blackned zurückzuführen.
Der Rheinmetall Nomination erreichte 814 Mio. Euro, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein signifikanter Rückgang um 8.728 Mio. Euro oder 92 Prozent ist. Das Vorjahresquartal war durch milliardenschwere Großaufträge geprägt, namentlich die großen Beauftragungen der Rahmenverträge für das Digitalisierungsprogramm TaWAN sowie die Nachbeschaffung der Soldatensysteme IdZ-ES. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wurde Digital Systems mit der Lieferung von unbemannten Turmsystemen für Spähfahrzeuge für den deutschen Kunden beauftragt. Der Rheinmetall Backlog lag am 31. März 2026 bei 17.221 Mio. Euro und damit um 16 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 14.872 Mio. Euro).
Das operative Ergebnis verbesserte sich bis zum Ende der ersten drei Monate 2026 deutlich auf 18 Mio. Euro, nach 10 Mio. Euro im Vorjahr. Die operative Ergebnismarge verbesserte sich in der Folge auf 5,2 Prozent (Vorjahr: 3,3 Prozent).
Naval Systems: Ein Monat Leistungsbeitrag nach Übernahme Ende Februar
Naval Systems, etablierter Anbieter für maritime Lösungen im Überwasserschiffbau, berichtet zum Ende des ersten Quartals 2026 erstmals als eigenständiges Segment. Aufgrund der Erstkonsolidierung Ende Februar 2026 enthalten die Quartalszahlen lediglich einen Monat operativer Tätigkeit. Mit der Erstkonsolidierung wurden bestehende Verträge im Rheinmetall Backlog erfasst, sodass sich dieser für Naval Systems zum 31. März 2026 auf 5,5 Mrd. Euro beläuft.
Naval Systems erzielte im März 2026 einen Umsatz von 77 Mio. Euro. Der Umsatz resultierte im Wesentlichen aus den laufenden Schiff-Neubauprogrammen. Wesentliche Beiträge leisteten dabei das deutsche Flottendienstboot (FDB424) sowie das bulgarische Multi-Purpose Modular Patrol Vessel (MMPV 90). Im Bereich Repair und Refit wurden Serviceumsätze in Höhe von 20 Mio. Euro erwirtschaftet, wesentlich geprägt durch den laufenden Instandsetzungsauftrag an der Fregatte „Rheinland-Pfalz“.
Das operative Ergebnis belief sich auf 8 Mio. Euro. Die operative Ergebnismarge lag bei 10,1 Prozent.
Ausblick: Rheinmetall sieht Jahresprognose bestätigt
Rheinmetall bestätigt nach den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2026 aufgrund der erwarteten Geschäftsentwicklung bis zum Jahresende die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf 14,0 Mrd. Euro bis 14,5 Mrd. Euro (Umsatz Vorjahr: 9.935 Mio. Euro). Ausgehend von dieser Umsatzprognose rechnet Rheinmetall für den Konzern inklusive Akquisitionen im laufenden Geschäftsjahr 2026 – unter Einrechnung der Holding-Kosten – mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses und einer operativen Ergebnismarge von rund 19 Prozent (operative Ergebnismarge im Geschäftsjahr 2024: 18,5 Prozent).
Quelle: Rheinmetall AG
Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!
Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:















