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AFRIDEX: Vorbereitungen für politische und industrielle Kooperationen in Afrika

Die Africa International Defence Exhibition (AFRIDEX) 2026 in Nigeria rückt die internationalen Pavillons in den Mittelpunkt der Veranstaltung und fördert so die globale Verteidigungskooperation in Afrika. So wird eine wichtige Plattform für die Teilnehmernationen geschaffen, um ihre Fähigkeiten zu präsentieren, Partnerschaften zu stärken und sich aktiv in die sich wandelnde Verteidigungs- und Sicherheitslandschaft Afrikas einzubringen. Nach eigenen Angaben wird AFRIDEX die größte Verteidigungsmesse in Afrika sein.

AFRIDEX: Impressionen aus dem vergangenen Jahr
Impressionen aus dem vergangenen Jahr
Foto: AFRIDEX

Dieser internationale Fokus unterscheidet die AFRIDEX von anderen Verteidigungsmessen auf dem afrikanischen Kontinent. So soll die Fachveranstaltung globale Organisationen beim Markteintritt in Afrika unterstützen und bietet afrikanischen Nationen gleichzeitig eine prominente Plattform, um ihre Fähigkeiten der breiteren und internationalen Verteidigungsgemeinschaft zu präsentieren. Ziel wird es sein Teil der internationalen Produktions- und Logistikkette zu werden.

Die AFRIDEX findet vom 26. bis 29. Oktober 2026 im Eko Atlantic in Lagos, Nigeria, statt und bringt Regierungen, Militärführer, politische Entscheidungsträger und Vertreter der globalen Verteidigungsindustrie zusammen, um gemeinsame Sicherheitsherausforderungen anzugehen und langfristige Stabilität und Wachstum zu fördern. Eine echte Herausforderung, nicht nur in Afrika.

Deutschland und Europa braucht strategische Partner in Afrika

Der afrikanische Kontinent entwickelt sich rasant zu einem der strategisch wichtigsten und am schnellsten wachsenden Verteidigungsmärkte der Welt, so der Veranstalter. Steigende Sicherheitsherausforderungen, maritimer Druck und die Notwendigkeit, veraltete militärische Ausrüstung zu modernisieren, treiben das kontinuierliche Wachstum der Verteidigungsausgaben an, wobei für das kommende Jahrzehnt ein starker Anstieg prognostiziert wird. Diese Entwicklung wird durch den Bedarf an verstärkter regionaler und internationaler Zusammenarbeit untermauert. China und Russland nutzen diesen Bedarf seit Jahren, um sich strategisch auf dem Kontinent zu platzieren. Europa hat hier bisher die Chancen ungenutzt liegen gelassen. Ein negatives Beispiel ist wie die deutsche Politik mit kritischen und herablassenden Äußerungen über die Gastnationen in Mali und Niger die sich festigenden Beziehungen im Nu zerstört hat.

Diesem versucht man jetzt mit neuen Militärkooperationen, Ausbildungen und Übungen in Ghana und dem Senegal endlich entgegenzusteuern. Aber das dauert Zeit und braucht Ressourcen. Im Grunde fängt man fast bei null an und muss jetzt erst einmal in Vorleistung gehen und Vertrauen aufbauen. Deutschland wie Europa fehlt in Afrika eine strategische und weit vorausschauende Planung. Auch Veranstaltungen wie die AFRIDEX können zu diesem Prozess beitragen. Und es scheint, dass Deutschland hier langsam einen Plan aufbaut. So soll ein hoher politischer Vertreter der Bundesregierung genau in der AFRIDEX-Woche mehrere Stationen in Afrika besuchen. Vielleicht ist sogar die Verteidigungsmesse dabei.

Generalmajor Ibrahim Babatunde Alaya, Generaldirektor der Defence Industries Corporation of Nigeria (DICON), erklärte: „In den verschiedenen Regionen Afrikas werden unsere Sicherheitsherausforderungen zunehmend transnational, und so muss auch unsere Antwort sein. Dauerhafte Stabilität kann nicht isoliert erreicht werden; sie erfordert eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen afrikanischen Nationen, gestärkt durch vertrauenswürdige internationale Partnerschaften. Plattformen wie AFRIDEX unterstreichen das gemeinsame Engagement für Sicherheit, Interoperabilität, Nachrichtenaustausch und den Aufbau gemeinsamer Kapazitäten. Durch die Abstimmung unserer Anstrengungen schützen wir unsere Grenzen und schaffen die Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum, Innovation und Frieden auf dem gesamten Kontinent.“

Verteidigungsausstellungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Ermöglichung eines strukturierten Austauschs zwischen internationalen Anbietern und afrikanischen Akteuren. Die Africa International Defence Exhibition (AFRIDEX) bietet hochrangigen Entscheidungsträgern, darunter Ministern, Stabschefs und Beschaffungsleitern, einen geschützten Zugang und schafft so ein Umfeld, in dem strategischer Dialog in konkrete Programme und langfristige Partnerschaften mündet. Im Falle von Afrika bedeutet dies aber auch, dass sich westliche Politiker mit Militärführern austauschen und gegebenenfalls kooperieren müssen. Wer dies aus innenpolitischen Gründen nicht will, hat in Afrika nichts verloren, oder keine Chance.

Militärausgaben steigen rapide, weltweit und in Afrika

Die Größe der internationalen Pavillons spiegelt die hohe Konzentration globaler Verteidigungskapazitäten wider. Laut aktuellen Daten entfallen rund 1,708 Billionen US-Dollar an Militärausgaben auf die teilnehmenden Nationen, was etwa 65,2 Prozent der weltweiten Verteidigungsausgaben entspricht. In den internationalen Pavillons der AFRIDEX präsentieren sich laut Veranstalter zehn der 25 größten Waffenexportländer der Welt, die für über 75 Prozent der globalen Exporte wichtiger Rüstungsgüter verantwortlich sind, sowie zwölf der 40 größten Waffenimporteure, die 38,7 Prozent der globalen Importe ausmachen. Bemerkenswerterweise befinden sich unter den teilnehmenden Ländern die drei größten Waffenimporteure der Welt.

Bisher gibt es bereits eine große Anzahl nationaler Pavillons, darunter Kanada, China, die Tschechische Republik, Indien, Israel, Italien, Polen, Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, USA und Deutschland. Organisator des deutschen Pavillons ist die P Expo Services aus Neufarn bei München. Der erfahrene Messeplaner ist auch für Pavillons auf den internationalen Messen LAAD (Brasilien), EXPO Naval (Chile), DSEI Germany, DSEI (London) sowie DIMDEX (Katar) verantwortlich.

Mehrere Pavillonländer spielen bereits eine zentrale Rolle in der afrikanischen Verteidigungslandschaft. Zwischen 2021 und 2025 entfielen 44,3 Prozent der wichtigsten Rüstungsimporte Afrikas auf die an der Africa International Defence Exhibition (AFRIDEX) teilnehmenden Nationen. Die USA lieferten 19 Prozent, China 17 Prozent und Frankreich 8,3 Prozent. Allein die USA exportierten in diesem Zeitraum wichtige Rüstungsgüter in 17 afrikanische Staaten.

Die strategische Bedeutung der internationalen Beteiligung spiegelt sich in den Prioritäten der Pavillonorganisatoren wider. Loulan Worldwide, Organisator des China-Pavillons, erklärte: „Der afrikanische Verteidigungsmarkt ist geprägt von praktischen Ergebnissen, industrieller Zusammenarbeit, Direktverkäufen und langfristigen Partnerschaften. AFRIDEX trägt diesen Prioritäten durch strukturierten Austausch und direkten Zugang zu wichtigen Akteuren Rechnung. Dieser Austausch ist entscheidend für eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen chinesischen Unternehmen und afrikanischen Regierungen, Streitkräften und Industriepartnern und für die Umsetzung des Dialogs in konkrete Programme.“

Polens Teilnahme unterstreicht die wachsende Bedeutung Afrikas als strategischen Markt. Edyta Bobek, MK Business Link: „Afrika entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Markt für polnische Verteidigungsexporte und -kooperationen. Mit der AFRIDEX bauen wir eine starke nationale Präsenz auf und ermöglichen polnischen Unternehmen, Partnerschaften zu erkunden, regionale Anforderungen zu verstehen und langfristige Beziehungen zu Regierungs- und Militärakteuren aufzubauen. Unser Fokus liegt auf der Förderung strukturierter Kooperationen und der Ermöglichung langfristiger Industriepartnerschaften in der gesamten Region.“

Die Veranstaltung spiegelt auch das Aufkommen einer neuen Generation globaler Verteidigungslieferanten wider. Italiens Rüstungsexporte stiegen zwischen 2020 und 2024 um 138 Prozent, die der Türkei um 103 Prozent und die Polens um 4.031 Prozent.

 

Text: Redaktion / af

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