Auf dem diesjährigen KSK-Industriesymposium zeigte der deutsche Anbieter GREX Systems erstmals seine unbemannte und modulare Multi-Domain-UxV-Familie für den Einsatz zu Luft, Land und Wasser. Das Besondere daran, alle diese unbemannten Plattformen basieren auf einer gemeinsamen Kernarchitektur. 3DDie Firma hat ihren Sitz in Lennestadt, im Kreis Olpe.

Multi-Domain-Ansatz bedeutet in diesem Fall, die gemeinsame Kernarchitektur verbindet verschiedene Fahrzeugtypen, Sensoren, Nutzlasten und Funktionen zu einem flexiblen Gesamtsystem für Luft, Land und Wasser. Trotz der gemeinsamen Kernarchitektur, ermöglicht das System dank einer hohen Modularität viele unterschiedliche Konfigurationen. Denn Modularität bedeutet bei GREX Systems, ein einheitlicher Kern („One Core“) wird mit austauschbaren Modulen für unterschiedliche Einsatzzwecke kombiniert.
Die Sensorik ist flexible und wird einfach von außen draufgesetzt, Dies minimiert den Integrationsaufwand, macht das System kostengünstig, schnell herstell- und anpassbar. GREX legt Wert darauf, dass der Ansatz einfach, modular und dezentralisiert ist. Alles ist standardisiert und damit massenproduktionstauglich. Eine schnelle Skalierbarkeit ist bei Bedarf gegeben. Die Fertigung erfolgt komplett additiv aus dem 3D-Drucker. Sie kann daher einfach, schnell, dezentralisiert, überall, und in Masse hergestellt werden. Auch in Krisen- und Kriegszeiten. Wir erinnern uns an die Aussage zu den ukrainischen Hausfrauen, die im Keller Drohnen bauen – im Prinzip wird diesem Ansatz wird auch hier gefolgt. So soll eine größtmögliche Flexibilität erzielt werden. Das 3D-Druckverfahren kann auch im Feld erfolgen. Das BAAINBw hat bereits containerisierte Varianten einer solchen Werkstatt erstellt und getestet.
Im Zentrum steht eine gemeinsame modulare Grundstruktur. Auf ihrer Basis entstehen unterschiedliche Konfigurationen für Einsätze in der Luft, an Land und auf dem Wasser.
GREX: Einheitliche Kernarchitektur mit austauschbaren Funktionsmodulen
Anstatt für jede Aufgabe ein vollständig neues System zu entwickeln, kombiniert GREX eine einheitliche Kernarchitektur mit austauschbaren Funktionsmodulen. Das Ergebnis ist ein Systemgedanke, der unterschiedliche Plattformen miteinander verbindet.
Dabei hilft der Kerngedanke: Ein Kern. Unterschiedliche Funktionen. Die GREX-Architektur besteht aus einem gemeinsamen strukturellen Kern mit definierten Schnittstellen. Abhängig von Aufgabe und Einsatzumgebung können unterschiedliche Komponenten einfach schnell und modular kombiniert werden. Laut Anbieter gehören zu den Komponenten unter anderem: Kamera- und Sensormodule, missionsspezifische Nutzlasten, Antriebs- und Mobilitätsmodule. So können Quadcopter-Konfigurationen, Interceptor-Konfigurationen, landgebundene Plattformen, (Oberflächen-)wassergebundene Plattformen mit unterschiedlichen Front- und Heckmodulen entstehen.
Während der Kern identisch bleibt, sorgt ein Austausch von Komponenten dem Wechsel zwischen einer VTOL-, Starrflügler-, Ketten-, Katamaran- (schwimmend), Submarine- (tauchend) oder Interceptor-Plattform. Dabei bleibt der Kern immer identisch. Die Konfiguration für spezifische Missionen erfolgt über die Module Mobilität/Fortbewegung und Sensorik. Jede Einheit beginnt mit demselben modularen Systemkern. Das Modul Mobilität bestimmt die Domäne – Luft, Land oder See. Dazu werden Rotoren, Tragflächen, Ketten oder Schwimmer angeboten. Danach folgen die Sensorik und Nutzlast. Eine Mehrfachauswahl ist je nach Einsatzauftrag möglich.
Beispiele für den Bereich Sensorik und Nutzlasten sind: EO-Kameras (Tag-/Nachtsicht), Wärmebildsensoren (für Personen- und Objektdetektion), Gas-/Kampfstoffsensor (zur Detektion gefährlicher Stoffe in der Luft), Umwelt- und Feuchtesensoren (für Wasserqualität und Umgebungsdaten), ein Mikrofon (zur Geräuscherfassung und -ortung) sowie LINK-Relais zur Reichweitensteigerung des Schwarms. Auch erfolgt eine Einbindung von Künstlicher Intelligenz (KI) und MESH- / Schwarm-Funktionalitäten. Die Sensordatenauswertung erfolgt direkt im UxV, unterstützt durch die KI an Bord. Damit müssen nur noch Ergebnisse, aber keine Rohdaten mehr zum Nutzer am Boden gesendet werden. Die Datenpakete werde so deutlich kleiner.
Doch GREX Systems verspricht mehr als nur eine Drohne. Das Ökosystem soll für ein zusammenhängendes System sorgen. Um die modularen Plattformen herum entstehen Transport, Führung, Vernetzung und Fertigung. Jeder Baustein eigenständig, alle Teil desselben Systems. Das System deckt die Bereiche Deploy (Bereitstellung), Command (Führung) und Intelligence (Lageaufklärung/Intelligenz) ab. Zu den Konzepten gehören beispielsweise modulare Kleinstdrohnenschwärme.
Aber damit nicht genug, der Systemgedanke wird noch weiter ausgeweitet. In Kooperation mit Diederich Engineering Systems (D.E.S.) Defense wird das Drohnensystem erweitert. So entsteht eine Komplett-Systemlösung, mit Drohnen, flexiblen Startsystemen/ -container und geschützten oder leichten taktischen Fahrzeugen für eine hohe taktische Mobilität, wie sie zum Beispiel bei Spezialkräften notwendig ist. Auf dem KSK-Symposium wurde ein Volkswagen (VW) Amarok genutzt. Dieser ist speziell für militärische Bedürfnisse konfiguriert worden.
Text: Redaktion / af
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