Die Düsseldorfer Rheinmetall AG schließt das erste Halbjahr 2026 mit Rekordzuwächsen bei Umsatz und Ertrag ab. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs 2026 konnte der Konzern das Geschäftsvolumen erheblich ausweiten und die Profitabilität deutlich steigern. Der Auftragsbestand des Technologiekonzerns bleibt auf sehr hohem Niveau.

Die sicherheitspolitische Lage mit erheblich gestiegenen Verteidigungsbudgets in zahlreichen Ländern sichert die Nachfrage im militärischen Geschäft. Die aktuelle aussichtsreiche Marktlage und die weiterhin sehr gute Auftragssituation haben unverändert Bestand.
Die bisher erwartete Geschäftsentwicklung im laufenden Geschäftsjahr 2026 wird allerdings beeinflusst durch die Stornierung des Programms für die Fregatte F126. Die Umsatzerwartung des Marinebereichs und somit auch des Konzerns reduziert sich daher im laufenden Geschäftsjahr um 300 Mio. Euro. Der Konzern rechnet nun für das Geschäftsjahr 2026 mit einem Umsatz in der Spanne von 13,7 Mrd. Euro bis 14,2 Mrd. Euro und unverändert mit einem organischen Umsatzwachstum von 28 Prozent bis 31 Prozent. Die operative Ergebnismarge im Konzern wird bei rund 19 Prozent erwartet.
Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, zur Unternehmens-entwicklung: „Wir haben ein Rekordwachstum und sind auf bestem Wege, unsere nach wie vor sehr ehrgeizigen Jahresziele zu erreichen. Dies verdanken wir nicht nur einer sehr guten Auftragslage und der deutlichen Kapazitätsausweitung. Vor allem spiegelt es die hervorragende operative Leistung unserer Belegschaft wider. Mein Dank gilt den Frauen und Männern in unseren Werken, die diese Leistungen mit großem Engagement und Teamgeist erbringen.“
„Wir bleiben auf unserem soliden Wachstumskurs und steigern die Profitabilität weiter, auch durch eine erhebliche Ausweitung unserer Kapazitäten. Im zweiten Quartal konnten wir die operative Ergebnismarge sogar auf 17,1 Prozent steigern – ein neuer Höchstwert.“
„Die starke Nachfrage hält an und es gelingt uns immer wieder, wichtige Großaufträge im In- und Ausland zu gewinnen. Unsere Book-to-Bill-Ratio ist mit einem Wert größer 3 bemerkenswert hoch, auch im Vergleich zum Wettbewerb. Unsere Position als relevanter Akt Euro – zu Lande, zu Wasser, in der Luft und auch im Weltraum – und unsere Innovationskraft, die in aussichtsreichen neuen Projekten ihren Ausdruck findet, bieten für das weitere Wachstum eine solide Basis“, so Armin Papperger. „Auch im Marinebereich schauen wir nach vorn und arbeiten mit Hochdruck daran, als zuverlässiger Partner mit hoher Expertise unsere vorhandenen maritimen Aufträge zu erfüllen und auch im internationalen Umfeld neue Bestellungen zu generieren.“
Rheinmetall-Konzern: Umsatzwachstum von 39 Prozent – Operatives Konzern-Ergebnis steigt um 74 Prozent
Der Konzernumsatz kletterte im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1.477 Mio. Euro oder 39 Prozent auf 5.227 Mio. Euro (Vorjahr: 3.749 Mio. Euro). Der Anteil des in Deutschland erzielten Umsatzes ist im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozentpunkte auf 38 Prozent gestiegen. Der Auslandsanteil beträgt somit 62 Prozent.
Das operative Ergebnis erhöhte sich im Berichtszeitraum überproportional. Es erreichte 786 Mio. Euro und übertraf den Vorjahreswert von 453 Mio. Euro um 333 Mio. Euro oder 74 Prozent. Allein im zweiten Quartal erhöhte sich das operative Ergebnis um 115 Prozent von 262 Mio. Euro auf 562 Mio. Euro. Diese überproportionale Ergebnissteigerung resultiert aus einem günstigen Produktmix sowie aus Leverage-Effekten angesichts der deutlich gesteigerten Produktion. Die operative Ergebnismarge auf Konzernebene kletterte im ersten Halbjahr auf 15,0 Prozent, nach 12,1 Prozent zuvor (H1 2025).
Das Ergebnis je Aktie aus den fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 4,69 Euro auf 8,43 Euro.
Der operative Free Cashflow sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich um 985 Mio. Euro auf ‑1.616 Mio. Euro (Vorjahr: ‑631 Mio. Euro), da sich der Zeitpunkt von Anzahlungen verschoben hat. Gleichzeitig sind Maßnahmen zur Kapazitätsausweitung unverändert vorangetrieben worden. Zudem wirkten sich gestiegene Kundenforderungen durch die hohe Umsatzlegung zum Quartalsende und der Vorratsaufbau für die Folgequartale negativ auf den operativen Free Cashflow aus.
Der Wert des Rheinmetall Nomination lag mit 16,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 12,7 Mrd. Euro) um 28 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Rheinmetall Nomination umfasst sowohl den klassischen Auftragseingang als auch das Volumen aus neu abgeschlossenen Rahmenverträgen.
Der Rheinmetall Backlog zum 30. Juni 2026 erhöhte sich deutlich auf 80,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 56,0 Mrd. Euro). Der Backlog umfasst neben dem Auftragsbestand auch die erwarteten Abrufe aus bestehenden Rahmenverträgen.
Vehicle Systems: Rheinmetall Nomination erhöht sich deutlich gegenüber dem Vorjahr
Der Umsatz bei Vehicle Systems, mit Tätigkeiten vor allem im Bereich der taktischen Rad- und Kettenfahrzeuge sowie der logistischen Fahrzeuge, lag nach dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 mit 2.431 Mio. Euro um 533 Mio. Euro oder 28 Prozent über dem Vorjahreswert. Die positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf die Lieferung taktischer Fahrzeugprogramme für Deutschland und Radpanzer für deutsche und Europäische Kunden sowie auf logistische Fahrzeuge für den deutschen Kunden zurückzuführen.
Der Rheinmetall Nomination des Segments erhöhte sich nach dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 um 5.262 Mio. Euro auf 6.691 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Erweiterung des deutschen Kundenauftrags für den Schützenpanzer Puma, von dem Anfang 2026 in einem zweiten Los 200 Exemplare nachbestellt wurden, sowie die Bestellung von 298 Lynx Schützenpanzern für Rumänien – finanziert durch das Europäische SAFE-Programm – haben hierzu wesentlich beigetragen. Der Rheinmetall Backlog des Segments lag mit einem Wert von 28.829 Mio. Euro (30. Juni 2026) um 8.372 Mio. Euro oder 41 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert.
Das operative Ergebnis verbesserte sich von 179 Mio. Euro auf 275 Mio. Euro. Im Wesentlichen ist der Anstieg auf den erhöhten Umsatz sowie einen veränderten Produktmix im Bereich der logistischen Fahrzeuge zurückzuführen. Die operative Marge liegt mit 11,3 Prozent über dem Vorjahreswert von 9,4 Prozent.
Weapon and Ammunition: Kapazitätserweiterungen werden weiter vorangetrieben
Weapon and Ammunition erzielte mit den Aktivitäten bei Waffensystemen, Munition und Schutzsystemen in den ersten sechs Monaten 2026 einen Umsatz von 1.757 Mio. EURO und lag damit um 33 Prozent über dem Wert des Vorjahres (Vorjahr: 1.323 Mio. EURO). Wesentliche Umsatztreiber waren ein Munitionspaket für Ungarn sowie Artillerie- und Mittelkalibermunition für die Ukraine.
Der Rheinmetall Nomination liegt mit 3.097 Mio. Euro nach den ersten sechs Monaten im Geschäftsjahr 2026 um rund 44 Prozent über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 2.151 Mio. Euro). Bedeutende Auftragseingänge beziehen sich auf einen Auftrag über Mittelkalibermunition aus Rumänien im Rahmen des EU-SAFE-Programms, Panzermunitionsaufträge für Polen sowie Artilleriegeschosse und -waffenanlagen für Deutschland und mehrere ost Europäische Länder.
Der Rheinmetall Backlog erreichte zum 30. Juni 2026 eine Größenordnung von 25.274 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahreswert (30. Juni 2025: 21.593 Mio. Euro) betrug der Zuwachs 3.681 Mio. Euro oder 17 Prozent.
Das operative Ergebnis lag mit Ablauf der ersten sechs Monate des Jahres 2026 mit 417 Mio. Euro deutlich über dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 280 Mio. Euro). Wesentlicher Treiber hierfür war das deutlich gestiegene Umsatzvolumen. Die operative Ergebnismarge erhöhte sich in der Folge auf 23,7 Prozent (Vorjahr: 21,2 Prozent).
Flankiert wurden die Geschäftsaktivitäten der Division auch in diesem Jahr wieder von umfangreichen Investitionsmaßnahmen, die mit einem Volumen von 184 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres lagen (Vorjahr: 188 Mio. Euro). Im Mittelpunkt standen dabei Transformations- und Kapazitätserweiterungsprojekte in mehreren Gesellschaften. Dazu zählen im Wesentlichen die Kapazitätserweiterung für die Rohrfertigung in Großbritannien, der Aufbau eines neuen Werks in Litauen und der Ausbau der Pulverfertigung bei der Nitrochemie Aschau.
Air Defence: Rheinmetall Nomination steigt um das Sechsfache
Air Defence, mit den Produkten im Bereich der bodengebundenen Luftverteidigung und komplexer Systeme auch zur Drohnenabwehr, steigerte den Umsatz nach sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 um 183 Mio. Euro auf 478 Mio. Euro (Vorjahr: 295 Mio. Euro). Dies entspricht einem Zuwachs von 62 Prozent. Der erhebliche Umsatzzuwachs ist im Wesentlichen auf den Projektfortschritt bei der Fertigung von Skynex- und Skyranger-Flugabwehrsystemen für Europäische Kunden zurückzuführen.
Der Rheinmetall Nomination konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1.285 Mio. Euro oder 517 Prozent auf 1.534 Mio. Euro gesteigert werden. Größere Einzelaufträge bezogen sich auf die Lieferung weiterer Skyranger- und Skynex Flugabwehrsysteme für einen Europäischen und einen internationalen Kunden. Der Rheinmetall Backlog lag am 30. Juni 2026 bei 4.218 Mio. Euro und damit um 80 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 2.349 Mio. Euro).
Das operative Ergebnis verbesserte sich bis zum Ende des ersten Halbjahres 2026 deutlich auf 76 Mio. Euro, nach 36 Mio. Euro im Vorjahr. Wesentlicher Treiber hierfür war das deutlich gestiegene Umsatzvolumen und operative Optimierungen, womit sich die operative Ergebnismarge auf 16,0 Prozent (Vorjahr: 12,4 Prozent) verbesserte.
Digital Systems: Deutliche Verbesserung beim Rheinmetall Backlog
Digital Systems, mit den Produkten im Bereich der Digitalisierung der Streitkräfte, der Satellitentechnologie, der bemannten und unbemannten Flugsysteme sowie der Simulation, steigerte den Umsatz nach sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 um 156 Mio. Euro auf 820 Mio. Euro (Vorjahr: 664 Mio. Euro); dies entspricht einem Zuwachs von 23 Prozent. Der Umsatzzuwachs ist im Wesentlichen auf die Digitalisierungsprojekte TaWAN und D-LBO sowie auf den Hochlauf der Projekte Nah- und Nächstbereichsschutz zurückzuführen.
Der Rheinmetall Nomination erreichte 4.702 Mio. Euro, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein signifikanter Rückgang um 5.042 Mio. Euro oder 52 Prozent bedeutet. Der Vorjahreszeitraum war durch milliardenschwere Großaufträge geprägt, namentlich die großen Beauftragungen der Rahmenverträge für das Digitalisierungsprogramm TaWAN sowie die Nachbeschaffung der Soldatensysteme IdZ-ES. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 wurde Digital Systems mit dem Rahmenvertrag in Milliardenhöhe zur Lieferung von Loitering-Munition-Systemen (FV-014) sowie mit der Lieferung von Anteilen für Spähfahrzeuge, jeweils für die Bundeswehr, beauftragt. Darüber hinaus hat Digital Systems – als Mitglied eines internationalen Konsortiums – einen Auftrag zur Digitalisierung der Gefechtsausbildung bei den britischen Streitkräften erhalten. Der Rheinmetall Backlog lag am 30. Juni 2026 bei 20.646 Mio. Euro und damit um 80 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 14.829 Mio. Euro).
Das operative Ergebnis legte bis zum Ende des ersten Halbjahres 2026 deutlich auf 63 Mio. Euro zu, nach 35 Mio. Euro im Vorjahr. Wesentlicher Treiber hierfür war das deutlich gestiegene Umsatzvolumen und operative Verbesserungen. Die operative Ergebnismarge stieg in der Folge auf 7,7 Prozent (Vorjahr: 5,3 Prozent).
Naval Systems: Rheinmetall Nomination steigt
Naval Systems, zuständig für maritime Lösungen im bemannten und unbemannten Überwasserschiffbau, wurde zum Ende des ersten Quartals 2026 erstmals als eigenständiges Segment in die Berichterstattung einbezogen.
Naval Systems erzielte im Zeitraum der ersten vier Monate nach der Übernahme Ende Februar 2026 einen Umsatz von 334 Mio. Euro. Der Umsatz resultierte im Wesentlichen aus den laufenden Schiff-Neubauprogrammen: dem Bau von Flottendienstbooten (FDB424), Korvetten der Braunschweig-Klasse (K130), Marinebetriebsstoffversorgern (MBV707) sowie aus dem bulgarischen Multi-Purpose Modular Patrol Vessel-Programm (MMPV90). Im Bereich Reparatur, Instandsetzung und Wartung wurden seit der Übernahme Ende Februar 2026 Serviceumsätze in Höhe von 39 Mio. Euro erwirtschaftet, wesentlich geprägt durch den laufenden Instandsetzungsauftrag an der Fregatte „Rheinland-Pfalz“.
Für den Rheinmetall Nomination wurden in den vier Monaten nach der Übernahme Ende Februar 2026 Auftragseingänge in Höhe von 1.004 Mio. Euro erfasst. Der durch das Euroopäische SAFE-Programm finanzierte Auftrag der rumänischen Regierung über den Bau von vier Marineschiffen im Wert von 920 Mio. Euro lieferte den größten Beitrag hierzu. Weitere rund 80 Mio. Euro steuerte der Bereich der Schiffsreparatur und Kleinstaufträge bei. Der Rheinmetall Backlog zum 30. Juni 2026 lag bei 6.255 Mio. Euro.
Das operative Ergebnis belief sich auf 33 Mio. Euro, womit die operative Ergebnismarge 9,8 Prozent erreichte.
Ausblick: Jahresumsatzprognose wird leicht adjustiert
Die Bewertung der Auswirkungen, die sich aus der Ende Juni 2026 verkündeten Stornierung des Programms für die Fregatte F126 ergeben, führte zu einer Anpassung der Jahresprognose des Konzerns für das Geschäftsjahr 2026. Es ergeben sich aus der Division Naval Systems negative Umsatzauswirkungen in Höhe von bis zu 300 Mio. Euro für das laufende Geschäftsjahr.
Die weiteren der Jahresprognose zugrundeliegenden Annahmen haben Bestand. Rheinmetall rechnet nun mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf 13,7 Mrd. Euro bis 14,2 Mrd. Euro (Umsatz Vorjahr: 9.935 Mio. Euro). Ausgehend von dieser Umsatzprognose rechnet Rheinmetall für den Konzern inklusive Akquisitionen im laufenden Geschäftsjahr 2026 – unter Einrechnung der Holding-Kosten – mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses und einer operativen Ergebnismarge von rund 19 Prozent (operative Ergebnismarge im Geschäftsjahr 2025: 18,5 Prozent).
Quelle: Rheinmetall
Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!
Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:





