Die ersten Berichte über den geplanten Verkauf von Anteilen an zwei großen israelischen Rüstungsunternehmen über die US-Börse haben in der Verteidigungsindustrie und im sicherheitspolitischen Establishment Israels erheblichen Widerstand ausgelöst.
Nach Angaben einer sehr hochrangigen Quelle, die seit Jahren in der israelischen Verteidigungsindustrie tätig ist, verfolgt das Verteidigungsministerium das Ziel, zusätzliches Kapital zu beschaffen, um die beschleunigte Entwicklung neuer Systeme zu finanzieren.
„Das klingt zunächst positiv, aber ausländischen Akteuren Zugang zu diesen Unternehmen zu verschaffen, würde die Sicherheit des Landes gefährden“, erklärte die Quelle.
Laut Berichten von Bloomberg prüft das israelische Verteidigungsministerium offiziell Börsengänge (Initial Public Offerings, IPOs) in den USA für die beiden staatlichen Rüstungskonzerne Israel Aerospace Industries (IAI) und Rafael.
Die Regierung plant, Anteile von bis zu 30 Prozent an beiden Unternehmen zu veräußern. Hintergrund der Initiative ist die weltweit stark gestiegene Nachfrage nach Verteidigungstechnologien infolge der jüngsten geopolitischen Spannungen und Konflikte.
Nach Angaben von Quellen prüfen die Verantwortlichen sowohl eine Erstnotierung an einer US-Börse als auch eine Doppelnotierung, bei der die Aktien sowohl an US-Börsen wie der New York Stock Exchange (NYSE) oder Nasdaq als auch an der Tel Aviv Stock Exchange (TASE) gehandelt werden könnten.
Israel wird Mehrheitskontrolle behalten
Ein zentraler Aspekt der Gespräche in den USA ist die Frage, wie die amerikanischen Transparenz- und Offenlegungsvorschriften auf hochgeheime Militärprogramme angewendet werden können.
US-Regulierungsbehörden gelten dabei als potenziell flexibler als ihre israelischen Pendants, wenn es um Offenlegungspflichten im Zusammenhang mit nationalen Sicherheitsinteressen geht.
Den Quellen zufolge wird die Regierung in beiden Unternehmen die Mehrheitskontrolle behalten, um sensibles geistiges Eigentum zu schützen und die nationalen Sicherheitsinteressen des Landes zu wahren.
Das israelische Verteidigungsministerium war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
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