Grünes Licht für Lenkflugkörper und weitere Beschaffungen

Wie das BMVg berichtete, hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 19. April fünf sogenannten 25-Millionen-Euro-Vorlagen für die Ausrüstung der Bundeswehr zugestimmt. Zu den bewilligten Vorhaben zählen Lenkflugkörper vom Typ ESSM für die Marine, gehärtete IT-Komponenten, 57 Sattelzugmaschinen und ein Rahmenvertrag zur Erstellung von Vektordaten.
Fregatte F 220 Hamburg startet einen Luftziel-Flugkörper vom Typ ESSM (Evolved Sea Sparrow Missle) aus dem Senkrechtstarter VLS Vertical Launch System während der Missile Firing Exercise 2019, am 17.05.2019.
Fregatte F 220 Hamburg startet einen Luftziel-Flugkörper vom Typ ESSM (Evolved Sea Sparrow Missle) aus dem Senkrechtstarter VLS Vertical Launch System während der Missile Firing Exercise 2019, am 17.05.2019.
Foto: Bundeswehr/Marcel Kroencke

Auf den Fregatten der Klasse 124 und künftig auch 126 und 123 soll das Waffensystem Evolved Sea Sparrow Missile (ESSM) eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Lenkflugkörper zur maritimen Luftverteidigung im Nahbereich, die zur Abwehr von Anti-Schiff-Flugkörpern sowie zur Bekämpfung von Luftfahrzeugen dienen. Geplant ist laut dem Bundesministerium für Verteidigung zunächst die Beschaffung der Lenkflugkörper für den Erstausrüstungsbedarf der Fregattenklasse 124 inklusive dazugehöriger Startbehälter, Transportbehälter und Ersatzteile. In einer zweiten Tranche ab 2024 sei die Beschaffung der Lenkflugkörper für die Fregatten 126 und die Vollausstattung der F124 vorgesehen.

Vorvertrag für ESSM-Waffensystem für die Marine

Laut BMVg wird das Ministerium nach der erteilten Zustimmung im Haushaltszuschuss nun eine Acceptance Note abgeben, was einem Vorvertrag über den deutschen Anteil an diesem Waffensystem aus den USA entspricht. Hierfür sollen Verträge in Höhe von rund 269 Millionen Euro abgeschlossen werden. Am Vorhaben sind auch deutsche Rüstungsunternehmen beteiligt. Die aktuelle Version des ESSM-Lenkflugkörpers werde multilateral und kooperativ entwickelt, so das BMVg.

Gehärtete IT-Komponenten

Ebenfalls grünes Licht gab der Haushaltsausschuss für zwei weitere Rahmenverträge über die Beschaffung gehärteter IT-Komponenten im Wert von bis zu 348 Millionen Euro. Zum Betrieb des einheitlichen, digitalen Führungssystems benötigt die Bundeswehr standardisierte, zur Nutzung unter erschwerten Umweltbedingungen gehärtete und querschnittlich einsetzbare IT, welche zur Führung der Einsätze im mobilen und stationären Gebrauch verwendet wird.

Der erste freigegebene Vertrag regelt die Beschaffung von gehärteten Kommunikations-Servern samt Zubehör. Geplant sei, jeweils bis zu 7.800 Kommunikations-Server, 600 Rechnersysteme, 5.900 Powerpacks, 1.800 Switches, 800 Displays und 800 Tastaturen anzuschaffen, die militärischem Standard entsprechen.

Der zweite Rahmenvertrag beinhaltet laut Ministerium die Anschaffung von bis zu 2.400 gehärteten Notebooks und bis zu 5.500 Tablets nebst Zubehör wie jeweils bis zu 1.200 Displays, 3.500 DockLites, 5.000 Tastaturen nach militärischem Standard und 7.500 Spannungswandler.

57 neue Sattelzugmaschinen

Weiterhin stimmte der Haushaltsausschuss auf Basis eines bestehenden Rahmenvertrages der Beschaffung von 57 Sattelzugmaschinen der Zuladungsklasse 70 Tonnen mit Doppelseilwinde für rund 51 Millionen Euro zu. Sie sollen veraltete und nicht mehr wirtschaftlich instandsetzbare Sattelzugmaschinen ersetzen und die Fähigkeitslücke der Streitkräfte bei der Bergung von schwerem Großgerät wie dem Kampfpanzer Leopard 2 schließen.

Mit dieser Beschaffung stelle die Bundeswehr laut BMVg gleichzeitig sicher, dass sowohl die nationalen Zielvorgaben im „360-Grad-Ansatz der NATO“ als auch die Bedingungen für den „taktischen Transportraum“ erfüllt werden können. Das gelte insbesondere für die Bündnisverpflichtung bei der VJTF. Aus einem gesonderten Rahmenvertrag würden außerdem zusätzlich 91 Sattelanhänger beschafft, die zusammen mit den Sattelzugmaschinen bedarfsgerecht zu Sattelzügen kombiniert werden können.

Herstellung von Vektordaten beauftragt

Ein weiterer Rahmenvertrag, dem der Haushaltsausschuss am 19. April zustimmte, behandelt laut BMVg die Herstellung und Lieferung von Vektordaten im Gesamtumfang von rund 99 Millionen Euro. Vektordaten seien für den Geoinformationsdienst der Bundeswehr von entscheidender Bedeutung, weil sie die Streitkräfte in der Lage versetzten, einsatzrelevante Umwelteinflüsse auszuwerten, sich exakt zu positionieren, zu navigieren sowie präzise auf Ziele zu wirken. Grundlage für das Erstellen sind Bilddaten von Satelliten. Mittels Punkten, Linien oder Flächen beschreiben die so erzeugten Daten Straßen, Häuser, Flüsse oder Vegetation.

Quelle: Aktuelle Meldung des Bundesministerium für Verteidigung.

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