Marconi Technologies hat eine Vereinbarung zur kooperativen Forschung und Entwicklung (CRADA) mit dem C5ISR-Zentrum des U.S. Army Combat Capabilities Development Command (DEVCOM) unterzeichnet. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung von Kommunikationssystemen, die die Verbindung zwischen autonomen Plattformen und den Führungs- und Kontrollnetzwerken der Army aufrechterhalten.

Im Rahmen der Arbeiten werden Funk-, Satelliten-, Troposcatter- und Mobilfunkverbindungen in einer modularen Architektur zusammengeführt, sodass das System je nach sich ändernden Bedingungen flexibel auf die jeweils leistungsfähigste Verbindung umschalten kann. Angestrebt wird eine Ausrüstung, die sich durch Software-Updates oder kleine Hardware-Erweiterungen an den jeweiligen Einsatz anpassen lässt, anstatt für jede Aufgabe ein neues System zu benötigen.
Die CRADA-Kooperation untersucht, wie die Funkarchitektur von „Orion“, die SATCOM-Antennen von „Hunter“ und die modularen Konstruktionsprinzipien von „Archer“ in einer gemeinsamen Übertragungsarchitektur vereint werden können. Anschließend wird in Tests geprüft, wie diese Systeme eine latenzarme Robotersteuerung, eine leistungsstarke Übertragung von Sensordaten sowie eine robuste Führung und Kontrolle gewährleisten können, wenn sich Einsatzanforderungen und Bedrohungslagen ändern.
„Sowohl autonome Systeme als auch Führungs- und Kontrollnetzwerke sind auf Übertragungswege angewiesen, die sich in Echtzeit anpassen – etwa durch Wechsel des Übertragungsmediums, Neuzuweisung von Frequenzspektrum und Aufrechterhaltung der Verbindung bei wechselnden Umgebungsbedingungen“, erklärte Alain Cohen, CEO von Marconi Technologies. „Die direkte Zusammenarbeit mit dem C5ISR-Zentrum der Army bringt diese Technologie einen entscheidenden Schritt näher an den praktischen Einsatz im Feld.“
Das Projekt baut auf dem bestehenden Transport-Layer-Stack von Marconi sowie den Produktlinien Orion, Hunter und Archer auf. Orion ist eine Familie softwaredefinierter Funkgeräte (SDRs) für verschiedene Übertragungswege, die autonome Systeme und Soldaten im Sichtbereich (Line-of-Sight) miteinander vernetzen. Hunter umfasst eine Familie von SATCOM-Systemen für verschiedene Umlaufbahnen und Frequenzbänder. Archer ist ein modulares Troposcatter-System, das innerhalb weniger Minuten einsatzbereit ist und die Kommunikation auch jenseits der Sichtlinie (Beyond-Line-of-Sight) ermöglicht, wenn keine Satellitenverbindungen verfügbar sind.
„Das C5ISR Center bietet uns eine anspruchsvolle staatliche Testumgebung, um zu validieren, wie sich modulare Übertragungssysteme innerhalb von Wochen oder Monaten an veränderte Einsatzbedingungen auf dem Gefechtsfeld anpassen lassen“, sagte Clif Basnight, Vice President für Strategic Technology Adoption bei Marconi Technologies U.S.A. „Unser Ziel ist es, ein möglichst breites Spektrum an einsatzrelevanten Anwendungen abzudecken, ohne Hardware redundant vorzuhalten oder das Bedienpersonal zusätzlich zu belasten.“
Die Vereinbarung baut die Zusammenarbeit von Marconi mit der U.S. Army weiter aus. Das System „Archer“ wurde kürzlich von der Army für die sichere Kommunikation jenseits der Sichtlinie (Beyond-Line-of-Sight) ausgewählt; zudem erprobt die Army in einem separaten Projekt die Integration von taktischem 5G und Langstrecken-Backhaul-Kapazitäten unter Verwendung von softwaredefinierten Orion-Funkgeräten. Die CRADA-Vereinbarung weitet diese Arbeiten auf autonome Systeme aus und steht damit im Einklang mit dem Bestreben der Army, im Rahmen der Modernisierungsinitiative „Next Generation Command and Control“ (NGC2) eine hybride, auf mehreren Übertragungswegen basierende Transportschicht zu schaffen.
Text: Redaktion / af
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