Deutschland: Serienproduktion ukrainischer Kampfdrohnen gestartet

Wie aus einer heute veröffentlichten Meldung hervorgeht, hat das Joint Venture Auterion-Airlogix mit der Fertigung der ersten Anubis- und Seth X-Flugkörper in Deutschland begonnen. Hintergrund ist ein Auftrag der deutschen Regierung, der eine Serienauslieferung von mehr als 5.000 Systemen an die Ukraine vorsieht.

Drohne vom Typ Seth X von Auterion auf einem Montagegestell in einer Produktionshalle mit ukrainischer und deutscher Flagge
Eine unbemannte Drohne des Typs Seth X, die von Airlogix und Auterion in Deutschland hergestellt wird.
Foto: Auterion

Die ersten Flugkörper des Joint Ventures sind fertig, die Auslieferung angelaufen. Der Auftrag umfasst die beiden Modelle „Seth X“ und „Anubis“, die auf der Hardware von Airlogix und Auterions Software basieren.

Beide Plattformen laufen mit der Software von Auterion einschließlich KI-gesteuerter Endphasennavigation und Betrieb bei GNSS-Ausfall, und ermöglichen über Nemyx die Erweiterung auf zukünftige Schwarmkoordination. Dennoch legt ein menschlicher Bediener jedes Ziel fest. Allerdings unterstützt die Software bei der Ausführung laut Auterion nach dieser Entscheidung.

6 Monate von der Gründung bis zur Lieferung

Das Joint Venture wurde im Februar 2026 mit Unterstützung der deutschen und der ukrainischen Regierung gegründet und benötigte von der Gründung bis zur Fertigstellung der ersten Flugkörper lediglich sechs Monate. Grund für die kurze Zeit: Es wurde auf bestehende Systeme, aber auch Fertigungskapazitäten zurückgegriffen.

Drohne Seth-X von Quantum Systems auf einer Halterung in einer Halle vor deutschen und ukrainischen Flaggen sowie Transportkoffern
Drohnenproduktion in Serie.
Foto: Auterion

„Diese Partnerschaft vereint das, was keines der beiden Unternehmen allein erreichen könnte: unsere kampferprobten Flugkörper, die Autonomie-Software von Auterion und deutsche industrielle Kapazitäten“, erklärte demnach auch Vitalii Kolesnichenko, CEO von Airlogix.

Bedeutung für Deutschland

Die angelaufene Serienproduktion hat auch Auswirkungen auf die deutschen Industriekapazitäten. Sie gewinnen laut Auterion „eine bisher nicht vorhandene Kompetenz“, der sich durch „Skalierung“ beschreiben lässt.

Nach Angaben der Unternehmen können erst ab jetzt Waffensysteme für Präzisionsschläge in großem Maßstab und zu niedrigen Stückkosten produziert werden. Lieferketten aus der zivilen Elektronik anstelle von hochspezialisierter Rüstungslogistik würden das möglich machen.

Katapultstart einer Seth-X von Airlogix-Auterion.
Video: Auterion

„Mit dem ersten Flugkörper, der vom Band läuft, wird aus einem Vertrag eine operative Fähigkeit“, erkannte Dr. Lorenz Meier, Gründer und CEO von Auterion. Erst die nun mögliche Stückzahl würde aus der vorhandenen Technologie so etwas wie Abschreckung machen.

Das Serienmodell ist auch über die genannten Produkte hinaus auf Skalierbarkeit ausgelegt. Nach Ansicht der beiden Unternehmen wäre die gleiche Kombination aus bewährten Flugkörpern, dem Software-Stack von Auterion und lokaler Fertigung auch für andere europäische und verbündete Kunden umsetzbar. So könne man aus einem deutschen Beispiel eine wiederholbare industrielle Kapazität für die gesamte NATO machen.

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