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RETIA zeigt taktischen Wandscanner

Auf der diesjährigen RÜ.NET2023 präsentierte die IBCG Engineering das kompakte Personenaufklärungssystem ReTwis 5+ des tschechischen Herstellers RETIA. IBCG Engineering ist für den Vertrieb in Deutschland zuständig.
Das ReTwis 5+ erkennt Personen hinter Wänden und Türen sogar aus bis zu 40 m Entfernung.
Foto: cpm GmbH/André Forkert

Laut RETIA ist der ReTwis 5+ (RETIA Through-Wall Imaging System) das kleinste verfügbare taktische Wandradar auf dem Markt und bieten eine Aufklärungsreichweite von bis zu 40 m. Dank des geringen Gewichts und der sehr geringen Größe will man auch in Europa erfolgreich gegen den bisherigen Platzhirschen CAMERO mit z.B. den Systemen XAVER 1000 oder XAVER LR40 erfolgreich antreten. Zuletzt zeigte auch das Amt für Heeresentwicklung Interesse für solche Wand-/ Personenaufklärungssystem. Nutzer wird das Kommando Spezialkräfte sein.

ReTWis 5+ ist ein tragbarer taktischer Wandscanner, der in 2D und 3D arbeitet. Dank des Systems kann der Anwender – nur ein Bediener ist notwendig – Lebewesen hinter einer Wand oder einer nichtmetallischen Barriere aufspüren. Dank seiner Technologie kann das Radargerät Lebewesen sowohl in Bewegung als auch im Ruhezustand (z.B. eine Geisel sitzend auf einem Stuhl, oder schlafende Gegner) aufspüren. Die Signalverarbeitung des ReTwis 5+ Radars, die für die Erkennung kleiner Veränderungen bei der Bewegung von Menschen oder Tieren optimiert ist, ermöglicht beispielsweise die Lokalisierung eines Menschen allein anhand seiner Atmung. Die Analyse wird in 2D oder 3D über ein 7‘‘-Farbdisplay angezeigt.

Dadurch wird ein Situationsbewusstsein aufgebaut, das die Anzahl und Position der Personen im Raum hinter der Wand oder Tür liefert. Die Einsatzkräfte können sich vor dem Eindringen entsprechend positionieren und vorbereiten. Das System bietet einen taktischen Vorteil bei minimalem Risiko für die Einsatzkräfte und gewährleistet gleichzeitig die Sicherheit der Zivilbevölkerung (Geisel). Dank der Möglichkeit der Fernanzeige – bis zu 40 m – entsteht ein erhöhter Schutz der Zugriffsteams gegen Entdeckung, und kann auch zur abstandsfähigen Langzeitüberwachung von Objekten eingesetzt werden. Hier wird das System über ein Stromkabel – anstelle der Akkus – dauerhaft zum ununterbrochenen Einsatz mit Energie versorgt. Mit dem Wandscanner können auch Fahrzeuge, z.B. LKWs, auf die Anwesenheit von versteckten Personen überprüft werden, ohne dass das Versteck geöffnet und das Fahrzeug ausgeladen werden muss. Der ReTWis 5+ Radar kann als tragbare Kontrollstelle eingesetzt werden, wenn er auf einem Stativ montiert wird. Über LAN oder WiFi ist eine (Fern-)Steuerung über einen Laptop möglich.

Die Technologie des ReTWis 5+ Wandscanner nutzt die Ortungstechnologie, die auf breitbandigen UWB (UltraWide-Band) Signalen (1,9 bis 3,7 GHz) basiert, und Anzeigewinkel von 120 Grad (horizontal und vertikal) bietet. Er zeichnet sich durch hohe Auflösung, Störsicherheit und keine Interferenzen mit anderen Funksystemen aus, so der Hersteller. Das Signal des Wandscanners ist dank der Verwendung von SFCW (Step Frequency Continuous Wave) praktisch durch Gegner (Sendeleistung ~10 mW) nicht wahrnehmbar.

Die geringen Abmessungen (35x28x12 cm), das niedrige Gewicht (3,2 kg inkl. Batterie) und die lange Betriebsdauer (bis 5 Stunden) erhöhen die Flexibilität der Einsatzkräfte. Das System ist innerhalb von 20 Sekunden nach dem Anschalten einsatzbereit. Auch kann es die Daten aufzeichnen, bis zu einer Dauer von 2 Stunden. Das Gerät ist nach IP67 geschützt und wasser- und staubdicht.

Das System ist laut RETIA bereits in mehreren weiteren Nationen in Nutzung. Unter anderem hat es die U.S. Army im Juni 2022 für ihre Spezialeinheiten beschafft, und mehrere U.S. SWAT- und FBI-Einheiten sollen es auch im Arsenal haben.

 

Autor: André Forkert, cpm GmbH

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