Safran liefert Trägheitsnavigationssysteme zur nuklearen Abschreckung

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Safran Electronics & Defense wurde in diesem Jahr für drei Programme im Bereich der Trägheitsnavigation ausgewählt, die der französischen strategischen nuklearen Abschreckung dienen. Dabei werden drei zentrale Plattformen mit der HRG-Technologie (Hemispherical Resonator Gyroscope – halbkugelförmiger Resonatorkreisel) des Unternehmens ausgestattet. Dies gab das Unternehmen kürzlich bekannt.

Komponenten für Halbkugel-Resonatorkreisel von Safran auf einer kreisförmigen Halterung zur Fertigung oder Prüfung
Der Hemispherical Resonator Gyroscope (halbkugelförmiger Resonatorkreisel) von Safran Electronics & Defense.
Foto: Safran Jean-Baptiste Dureau

Die Technologie wird in diesen Programmen eingesetzt:

  • Nuklear angetriebene ballistische U-Boote (SSBN): Das globale Navigationssystem (SGN) für die SSBNs der dritten Generation bietet eine unübertroffene Leistungsfähigkeit. Es ermöglicht extrem lange Zeiträume autonomer Navigation, ohne dass eine Neukalibrierung mittels GNSS erforderlich ist. Diese autonome Fähigkeit ist für die Mission der SSBNs von entscheidender Bedeutung: Da die U-Boote unter Wasser ohne Satellitensignale operieren, müssen sie unentdeckt navigieren und den Start von M51-Raketen eigenständig einleiten können. Das neue System tritt die Nachfolge des SGN-3EV von Safran Electronics & Defense an, das derzeit auf den U-Booten der Triomphant-Klasse im Einsatz ist.
  • M51-Rakete: Safran Electronics & Defense entwickelt und fertigt die Trägheitsnavigationseinheit für die aktuellen Versionen der M51-Rakete. Für die M51.4, mit der die SSBNs der zweiten und dritten Generation ausgerüstet werden, kommt die neue Trägheitsnavigationseinheit „CI4“ zum Einsatz. Sie nutzt die „HRG Dual Core“-Technologie, um die Präzision der Rakete zu erhöhen und gleichzeitig eine deutlich kompaktere Bauweise zu ermöglichen.
  • Kampfflugzeug Rafale: Die „HRG Dual Core“-Technologie wird zudem in den meisten Kampfflugzeugen ab dem fünften Produktionslos – dem sogenannten F4-Standard – verbaut. Auf dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ dient das Navigationssystem von Safran Electronics & Defense zudem als Referenz, um die Navigationssysteme der Rafale-Jets vor jedem Einsatz auf See zu kalibrieren.

Safran: HRG-Sensor gilt als weltweit frotschrittlichster Trägheitssensor

Der in Frankreich entwickelte und gefertigte HRG-Sensor ist ein hochpräzises Bauteil, das als der weltweit fortschrittlichste Trägheitssensor gilt. Safran Electronics & Defense hat in diesem Jahr 120 Millionen Euro in seine Kapazitäten in Frankreich investiert. Derzeit werden dort jährlich 10.000 HRGs (hemisphärische Resonatorgyroskope) gefertigt; bis 2032 soll die Produktion auf 30.000 Einheiten steigen.

Dieser jüngste Erfolg unterstreicht das über fünfzigjährige Engagement von Safran Electronics & Defense zur Unterstützung der französischen nuklearen Abschreckung. Ein Beleg für dieses Engagement war der 6. Oktober: Vor der bretonischen Küste startete das Atom-U-Boot „Le Vigilant“ – in Anwesenheit des französischen Staatspräsidenten – erfolgreich eine M51.3-Rakete. Der Test diente dazu, die Einsatzfähigkeit des U-Boots nach einer regelmäßigen Wartungs- und Überholungsphase (IPER) zu bestätigen. Mehrere robuste PNT-Systeme (Positionierung, Navigation und Zeitmessung) von Safran Electronics & Defense trugen zu diesem Erfolg bei.

An Bord lieferten das Navigationssystem SGN-3EV sowie die neue hochpräzise Uhr „BELUGA“ die exakten Positions- und Zeitdaten. In der Rakete selbst sorgte eine Trägheitsnavigationseinheit für eine äußerst präzise Kursführung. Während des Tests verfolgten die ICARE-Radartransponder und ein RGNSS-Empfänger die Flugbahn der Rakete vom Testzentrum aus.

„Wir sind besonders stolz auf das Vertrauen, das die DGA (französische Rüstungsbeschaffungsbehörde) bereits seit 1972 in die Navigations- und Zeitmesslösungen von Safran setzt. Dass wir höchste Standards erfüllen und bestmögliche Leistungen erbringen können, verdanken wir unseren Teams sowie unseren 58 Industrie- und Technologiestandorten – sowohl in Frankreich als auch international. Sie leisten täglich einen Beitrag zur Souveränität Frankreichs und seiner Verbündeten“, erklärte Franck Saudo, Präsident von Safran Electronics & Defense.

 

Text: Redaktion / af

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