SMM: DLR zeigt Innovationen zukunftsfähige maritime Welt

Wie können Schiffe auch bei gestörten Satellitensignalen sicher navigieren? Wie lassen sich gefährliche Arbeiten unter Wasser aus sicherer Entfernung durchführen? Und wie können neue Entwicklungen schneller auf See erprobt werden? Antworten auf diese Fragen zeigt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom 1. bis 4. September 2026 auf der Shipbuilding, Machinery & Marine Technology (SMM) in Hamburg. Das DLR ist in Halle B6, Stand 234 vertreten.

Computergestützte Darstellung eines blau-weiß-grünen DLR-Forschungsschiffs mit Heckkran und Containerstellplätzen auf offener See
Auf der SMM 2026 können sich Besuchende unter anderem über den aktuellen Stand und die künftigen Einsatzmöglichkeiten der Technologieplattform MODULARIS informieren. Weitere Exponate gibt es zu den Themen Robotik, Navigation, Satellitenfernerkundung.
Foto: DLR

Für das DLR entsteht derzeit mit MODULARIS eine neue seegängige Forschungsplattform. Das Schiff soll künftig als schwimmendes Labor dienen, um unter anderem neue Energie- und Antriebssysteme, Navigations- und Kommunikationstechnik sowie automatisierte Anwendungen unter realen Bedingungen zu erproben.

MODULARIS: Forschung direkt auf See

Durch den modularen Aufbau lassen sich unterschiedliche Systeme flexibel integrieren und austauschen. Seit der vergangenen SMM ist das Projekt deutlich vorangeschritten: Anfang 2026 begann der Bau, im Mai folgte die Kiellegung. Auf der SMM informiert das DLR über den aktuellen Stand und die künftigen Einsatzmöglichkeiten der Forschungsplattform.

Auch bestehende Schiffe lassen sich mit modernen Autonomiefunktionen nachrüsten. Mit der Navibox zeigt das DLR eine modulare Lösung, die unter anderem automatisierte Navigation, Kollisionsvermeidung und Fernsteuerung ermöglicht. Über eine zentrale Leitstation können zudem mehrere autonome Schiffe überwacht, koordiniert und für gemeinsame Aufgaben eingesetzt werden, zum Beispiel bei Arbeiten im Hafen oder zur Überwachung kritischer Infrastruktur.

Zuverlässig navigieren trotz Störungen

Die Schifffahrt ist stark auf Satellitennavigation angewiesen. Deren Signale können jedoch gestört oder manipuliert werden. Beim sogenannten Jamming wird der Empfang beeinträchtigt, beim Spoofing können falsche Signale eine falsche Position vortäuschen.

Ein zentraler Baustein für eine resiliente Navigation ist R-Mode. Das terrestrische Verfahren erweitert bestehende maritime Funkinfrastruktur um eine Navigationsfunktion und ermöglicht es Schiffen, ihre Position unabhängig von Satellitensignalen zu bestimmen. Auf der SMM zeigt das DLR dazu zwei Anwendungen: Bei der ersten wird die über Funkstationen im Mittelwellenbereich ermittelte Position mit der satellitengestützten Position verglichen. Abweichungen können so erkannt und Hinweise auf die Verlässlichkeit der aktuellen Positionsinformation gegeben werden. Die zweite Anwendung nutzt maritime Funksignale im Ultrakurzwellenbereich. Das DLR demonstriert, wie diese Signale in Echtzeit verarbeitet und direkt in die bordeigene Navigation integriert werden können.

Robotik und Lagebilder für mehr Sicherheit

Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee stellen eine Gefahr für Menschen, Umwelt und Infrastruktur dar. Das DLR zeigt einen robotischen Demonstrator, der aus sicherer Entfernung gesteuert werden kann. Über ein haptisches Eingabegerät spürt die Bedienperson Kräfte und Widerstände und kann sensible Arbeiten unter Wasser präzise ausführen.

Besucher testet am DLR-Stand ein haptisches Eingabegerät zur Fernsteuerung eines Roboterarms in einem Aquarium
Das DLR zeigt auf der SMM einen robotischen Demonstrator zur Bergung von Munition, der aus sicherer Entfernung gesteuert werden kann.
Foto: DLR

Weitere Exponate zeigen, wie sich Vorgänge auf und unter der Wasseroberfläche besser erfassen lassen. Dazu gehören virtuelle Lagebilder, Verfahren zur Erkennung von Unterwasserobjekten sowie die Auswertung von Satellitenbeobachtungsdaten, zum Beispiel Radar- und optischen Bilddaten. Die gewonnenen Informationen können unter anderem dabei helfen, Schiffsverkehr und Umweltbedingungen zu beobachten und kritische Infrastruktur besser zu schützen.

Lösungen für die Schifffahrt von morgen

Die Exponate zeigen die Bandbreite der DLR-Forschung – von Energie und Antrieb über Navigation und Robotik bis zu satellitengestützter Fernerkundung und Sicherheit. Ziel ist es, neue Entwicklungen praxisnah zu erproben und gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Behörden und Forschung schneller in die Anwendung zu bringen. Damit leistet das DLR einen Beitrag zu einer resilienten maritimen Infrastruktur in Europa und zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Quelle: DLR
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