Aufklärungs- und Spionageflugzeug für die deutschen Spezialkräfte

Die Spezialkräfte der Bundeswehr sollen ein Aufklärungs- und Spionageflugzeug erhalten, wie CPM Defence Network aus militärischen Kreisen erfahren konnte. Hierfür ist eine King Air 350 als Flugzeug vorgesehen, deren Aufbau und Innenleben den Aufklärungsflugzeugen der US-Streitkräfte entsprechen soll, so die Informationen aus dem militärischen Bereich.

Rohde & Schwarz hatte vor einigen Jahren bereits ein Konzept zur luftgestützten ISR vorgestellt und hierfür auch eine King Air 350 mit präferiert. Es gäbe also Alternativen zur US-Ausstattung für ein Aufklärungs- und Spionageflugzeug der deutschen Spezialkräfte.
Rohde & Schwarz hatte vor einigen Jahren bereits ein Konzept zur luftgestützten ISR vorgestellt und hierfür auch eine King Air 350 mit präferiert. Es gäbe also Alternativen zur US-Ausstattung für ein Aufklärungs- und Spionageflugzeug der deutschen Spezialkräfte.
Bild: Rohde & Schwarz

Die für ihre Aufgabe als Aufklärungs- und Spionageflugzeug ausgerüsteten King Air 350 tragen in der amerikanischen Luftwaffe den Namen „MC-12W Liberty“. Der Prime Contractor für den ISR-Anteil (ISR = Intelligence, Surveillance and Reconnaissance – Informationsgewinnung, Überwachung und Aufklärung) ist L-3 Communications, der Hersteller des Flugzeugs ist Beechcraft.

Das Flugzeug geht auf eine Intitiative des US-Verteidigungsministeriums im April 2008 zurück. „Am 1. Juli 2008 beauftragte der Verteidigungsminister die Luftwaffe mit der Beschaffung von Flugzeugen der C-12-Klasse zur Verstärkung der unbemannten Systeme“, berichtet die U.S. Air Force. „Die erste MC-12W traf am 28. April 2009 in Key Field in Meridian, Mississippi, ein. Die erste MC-12W flog ihren ersten Kampfeinsatz am 12. Juni 2009. Die Flotte von 13 Flugzeugen wurde später an die 137. Luftwaffeneinheit der Oklahoma Air National Guard übergeben und traf am 10. Juli 2015 auf der Will Rogers Air National Guard Base ein.“

Ausstattung der MC-12W Liberty

Seit einigen Jahren ergänzen die MC-12W Liberty also die unbemannten Systeme der USA durch Aufklärung in mittlerer bis niedriger Höhe. Hierfür sind die Aufklärungs- und Spionageflugzeuge mit einer speziellen Missionsausstattung, elektrooptischen Infrarotsensoren, Sichtlinien- und Satellitenkommunikation sowie robuster Sprachkommunikation ausgestattet.

Die Reichweite der Aufklärungs- und Spionageflugzeuge beträgt rund 2.400 nautische Meilen (rund 4.400 km). Die Besatzung besteht aus zwei Piloten, einem Combat Systems Officer sowie einem Tactical Systems Operator.

Als Preis für die MC-12W Liberty nennt die U.S. Air Force 17 Millionen US-Dollar pro Flugzeug inklusive der Spezialausrüstung und deren Integration.

Deutsche ISR-Lösung für das Aufklärungs- und Spionageflugzeug

Doch nicht nur die USA hätten eine entsprechende Ausstattung für die präferierte King Air 350 von Beechcraft im Angebot. Bereits vor einigen Jahren stellte Rohde & Schwarz ihr Konzept für luftgestützte ISR-Nutzlasten vor.

„Luftgestützte Plattformen bieten einen großen Vorteil: eine große Erfassungsreichweite, die mit anderen Systemtypen nicht erreichbar ist. Spezialmissionsflugzeuge sind in der Lage, Funkverkehr in Gebieten zu erfassen, die für land- oder seegestützte Systeme nicht zugänglich sind“, berichtet Rohde & Schwarz. Das Unternehmen betont aber gleichzeitig: „Solche Systeme erfordern immer ein hochgradig maßgeschneidertes, ausgeklügeltes Design, da sie für den Einsatz in verschiedenen Flugzeugtypen angepasst werden müssen. Die Integration der gesamten Bandbreite an Hardwarekomponenten (Antennen, Empfänger, Peiler und Prozesssteuerungen) stellt eine große Herausforderung dar. Unsere Lösungen sind darauf ausgelegt, die große Menge gleichzeitig abgefangener Funksignale zu bewältigen.“

King Air 350 als Flugzeug

Eine deutsche Lösung würde allerdings Zeit für die Zusammenstellung und Integration erfordern, danach aber auch die tatsächliche Hoheit über das Gesamtsystem bedeuten. Dem entgegen steht die Einsatzerfahrung der amerikanischen Lösung, welche sich ohne Forschungs- und Integrationsrisiko zeitnah beschaffen und vor allem einführen ließe.

Noch sind die Planungen der Bundeswehr in einem sehr frühen Stadium, allein die King Air 350 als präferiertes Flugzeug steht fest, wie CPM Defence Network erfahren konnte. Und es ist sicher, dass die deutschen Spezialkräfte angesichts der zunehmend unsicheren sicherheitspolitischen Lage weltweit ein vergleichsweise kleines Aufklärungs- und Spionageflugzeug benötigen, um ihre Missionen erfolgreich durchzuführen. Schließlich sind entsprechende luftgestützte ISR-Kapazitäten in der Bundeswehr weiterhin Mangelware.

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