Twenty-Six Defense präsentierte anlässlich der AUSA Annual Meeting & Exposition 2026 in Washington D.C., eine Reihe von Technologien zur Unterstützung der Einsatzkräfte, hier vor allem der Landstreitkräfte bzw. U.S. Army.

Damit will das Unternehmen Lösungen aufzeigen, die auf die Prioritäten der U.S. Army hinsichtlich Modernisierung, großangelegter Gefechtsoperationen und Multidomänen-Einsatzbereitschaft abgestimmt sind. Diese Lösungen verbessern das Lagebewusstsein, den Schutz, die Durchschlagskraft und die Geschwindigkeit der heutigen Einsatzkräfte, so das Unternehmen bei der Vorstellung.
„Twenty-Six Defense“ ist die US-Sparte des israelischen Unternehmens Elbit Systems, und wurde vor kurzem umbenannt – ein neuer Name, der den Fokus auf die in den USA gefertigten Produkte der Tochtergesellschaft legen soll.
Primex
Auf der Messe feierte „Primex“ seine Premiere. Das System der nächsten Generation zur Wahrnehmungsunterstützung für Soldaten. Primex bietet integrierte multispektrale Sensorik, sicheren Zugriff sowie nahtlose Konnektivität zu Datenströmen auf dem Gefechtsfeld und Edge-Computing-Ressourcen – und ermöglicht so eine schnellere und fundiertere Entscheidungsfindung. Bei der Lösung handelt es sich um ein leichtes, auf den Soldaten ausgerichtetes Wearable-System, das für operative Flexibilität bei Tag und Nacht sowie für den Missionserfolg konzipiert ist.
Primex soll vor allem zur fusionierten und multispektralen Wahrnehmen beitragen, und damit der Geschwindigkeit des Instinkts Rechnung tragen. Primex ermöglicht eine digitale Wahrnehmung mit extrem geringer Latenz durch die enge Integration von Restlichtsensoren, Wärmebildtechnik und Echtzeitverarbeitung. Soldaten können ihre Umgebung erfassen und instinktiv reagieren – selbst bei eingeschränkter Sicht.
Und Primex soll mit einer sehr guten und auf den Soldaten ausgerichteten Ergonomie aufwarten. Die Lösung wurde laut Hersteller für den dauerhaften Einsatz entwickelt. Das System zeichnet sich durch das geringste Gewicht am Kopf und einen nahezu neutralen Schwerpunkt aus. Die ausgewogene Bauweise und intuitive Benutzeroberflächen ermöglichen es Soldaten, das Lagebewusstsein ohne Ablenkung oder kognitive Überlastung aufrechtzuerhalten.
Und die modulare Architektur soll das System zukunftsfähig machen. Denn dank der modularen Hardware- und Softwarearchitektur lassen sich diverse Sensoren, Datenquellen und Führungssysteme integrieren. Flexible Konfigurationsmöglichkeiten erlauben eine Weiterentwicklung der Fähigkeiten, ohne dass eine komplette Neukonstruktion erforderlich ist.
Unklar ist aktuell, ob Primex „US only“ ist, oder auch international angeboten werden kann.
Verbesserte Nachtsicht
Ebenfalls auf der AUSA wurde die AN/PSQ-44 Enhanced Night Vision Goggle – Binocular (binokulares Nachtsichtgerät mit erweiterter Leistungsfähigkeit) gezeigt. Das AN/PSQ-44 verschafft der Einsatzkraft einen entscheidenden Vorteil durch ein System, das ein direktes Lagebild im Sichtfeld (Heads-up-Situationsbewusstsein) mit unübertroffenen Fähigkeiten zur Beherrschung des vernetzten Gefechtsfelds vereint, so der Hersteller. Die drahtlose Verbindung zum auf dem Gewehr montierten Wärmebildvisier ermöglicht eine schnelle Zielerfassung, Augmented-Reality-Funktionen (über das Smart Battery Pack) sowie die Anbindung an das „Nett Warrior“-System sollen dem Soldaten die nötige Durchsetzungskraft für den Nahkampf verleihen.
Das System nutz Gen 3- Bildverstärkerröhren mit weißem Phosphor und erhöhter Leistung. Zudem handelt es sich um ein Fusion-System, dass die Bildverstärkerröhren mit Wärmebildtechnik kombiniert. Der Hersteller gibt die Leistung als optimale Bildschirmauflösung von 1280 x 1024 bei einer erstklassigen Wärmebildauflösung von 640 x 480 (10-Mikron-Technologie) an. Und die Detektionsreichweit mit 500 Metern (vermutlich von Personen).
Loitering Munition von Twenty-Six Defense
Das System SkyStriker B4E soll ein präzise, autonome Wirkung liefern, sowohl bei ISR-/Aufklärungs- als auch bei Kampfeinsätzen. Das System bietet Einsatzkräften direkte Kontrolle, operiert in umkämpften Umgebungen und lässt sich vom Einzelstart bis zum massierten Einsatz (Schwarm) skalieren. Einsatzbereit, wenn es darauf ankommt. Entwickelt, um den Gegner zu überwältigen, so der Hersteller.

Die SkyStriker B4E führt autonome Operationen aus, die speziell für umkämpfte Einsatzumgebungen konzipiert sind. Sie nutzt eine computergestützte Zielerkennung sowie eine Endphasenlenkung zur Bekämpfung stationärer oder sich mit bis zu 50 mph (ca. 80 km/h) bewegender Ziele. Ihre Autonomie ermöglicht die Einsatzplanung über mehrere Plattformen hinweg sowie die koordinierte Durchführung durch mehrere Einheiten, wodurch eine abgestimmte Wirkung in weiträumig verteilten Verbänden erzielt wird. Das System führt eine passive HF-Erfassung und -Ortung durch, ist auch bei Ausfall der Funkverbindung einsatzfähig und hat seine Navigationsfähigkeit ohne GPS-Unterstützung in 150 Einsätzen der Version „Block 3“ – vom Start bis zum Zielangriff – unter Beweis gestellt, so der Hersteller.
Und es ist auf tödliche Wirkung ausgelegt, mit einem CEP von 1 Meter gegen bewegliche Ziele mit Geschwindigkeiten bis zu 55 mph (ca. 88 km/h). Präzision beim Eintreffen am Ziel zum exakten Zeitpunkt.
Laut Anbieter ist das System bereit für die Serienfertigung, denn die US-Fertigungslinien sind aktiv. Und garantieren so eine schnelle Lieferung im operativen Tempo. Und es soll zudem bereits kampferprobt sein. Laut Hersteller hat das System bereits hunderte von Einsätzen unter Realbedingungen im realen Kampfeinsatz absolviert.
Auch eine Navigation ohne GPS-Unterstützung ist möglich, zudem wird eine Schwarmfunktion durch die Koordination mehrerer Einheiten ermöglicht, inklusive Echtzeit-ATR (automatischer Zielerkennung). Die Modularität für vielfältige Missionen lässt eine einfache und schnelle Anpassung bei der Nutzlast (33 lbs / ca. 15 kg) zu, egal ob kinetisch, ISR oder mit Mehrfachwirkung.
Twenty-Six Defense hat zudem das mobile 120-mm-Mörsersystem XM1168, den autonomen, versetzbaren Überwachungsturm sowie SkyStriker Block 4E in den Mittelpunkt gestellt – Lösungen, die Truppenschutz, Fähigkeiten zur Abwehr unbemannter Flugsysteme (Counter-UAS) und Präzisionswirkung gewährleisten.
„Twenty-Six Defense hat es sich zur Aufgabe gemacht, Fähigkeiten bereitzustellen, die unseren Soldaten auf dem Gefechtsfeld entscheidende Vorteile verschaffen“, sagte Luke Savoie, Präsident und CEO.
Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Unterstützung des US-Militärs bauen die 3.300 amerikanischen Mitarbeiter von Twenty-Six Defense die heimischen Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten weiter aus – in einer Zeit, in der das Land eine höhere industrielle Geschwindigkeit und Resilienz fordert.
„Unsere Mission ist einfach“, so Savoie. „Die Einsatzkräfte voranbringen. Agil entwickeln. Dauerhafte Zuverlässigkeit liefern.“
Text: Redaktion / af
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