USA: THAAD-Produktion wird vervierfacht

Der umfangreiche Einsatz des Luftverteidigungssystems THAAD durch die US-Armee im Nahen Osten während des Krieges mit dem Iran gilt als Hauptgrund für den neuen Großauftrag an Lockheed Martin.

Abfangraketen für das Luftverteidigungssystem THAAD von Lockheed Martin.
Abfangraketen für das Luftverteidigungssystem THAAD von Lockheed Martin.
Foto: Lockheed Martin

Die US-Regierung vergab kürzlich an Lockheed Martin einen Auftrag mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einem Gesamtvolumen von bis zu 35 Milliarden US-Dollar, um die Produktion von Abfangraketen für das Luftverteidigungssystem THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) zu vervierfachen.

Der Auftrag gehört zu den ersten bedeutenden mehrjährigen Beschaffungsprogrammen, die im Rahmen der neuen Beschaffungs- und Transformationsstrategie des US-Verteidigungsministeriums umgesetzt werden. Gleichzeitig handelt es sich um eines der ersten groß angelegten Projekte, bei denen der Übergang von einer Rahmenvereinbarung zur konkreten Vertragsausführung vollzogen wurde. Der Auftrag unterstreicht das Bestreben von Lockheed Martin, zum Aufbau des sogenannten „Arsenal of Freedom“ beizutragen.

Die Bestände an Raketenabwehrsystemen der USA wurden durch den Krieg erheblich belastet. Berichten zufolge hat der Einsatz von Abfangraketen durch die USA, Israel und die Golfstaaten Sorgen über die Höhe der verfügbaren Vorräte ausgelöst. Weitere Berichte deuten darauf hin, dass das Pentagon die Produktion von THAAD-Komponenten – einschließlich der Suchköpfe – beschleunigt hat, da das System im Nahen Osten intensiv eingesetzt wurde.

Der neue Vertrag steht daher offenbar in direktem Zusammenhang mit dem hohen Verbrauch während der Kampfhandlungen und der Notwendigkeit, die Bestände rasch wieder aufzufüllen.

THAAD: „Hit-to-Kill“-Prinzip

Das THAAD-System (Terminal High Altitude Area Defense) ist ein hochmodernes, verlegbares Raketenabwehrsystem, das von Lockheed Martin entwickelt wurde. Es wurde zur Abwehr von Kurz-, Mittel- und Mittelstreckenraketen konzipiert und kann Ziele sowohl außerhalb als auch innerhalb der Erdatmosphäre bekämpfen. THAAD verwendet das sogenannte „Hit-to-Kill“-Prinzip, bei dem anfliegende Sprengköpfe allein durch die kinetische Energie des direkten Aufpralls zerstört werden, ohne selbst einen Sprengsatz einzusetzen.

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