„Er fliegt wie ein Apache, kämpft wie drei“ lautet das Versprechen der Hersteller. Mit dem Thunder zeigen Anduril und Archer Aviation auf der Farnborough Airshow einen neuen unbemannten Kampfhubschrauber, der Antworten auf das zukünftige Gefechtsfeld liefern soll. Doch es ist nicht Andurils einzige Kooperation, die in UK sichtbar wird.


Video: Anduril
Anduril beziffert die Möglichkeiten so: „Beispielsweise kann eine Kampfhubschrauberbrigade durch den Einsatz von drei Thunder-Flugzeugen mit jedem Apache-Hubschrauber die verfügbare Munition verdreifachen.“
Künftig sollen die Piloten ganze Schwärme autonomer Systeme kommandieren, die sich dann eigenständig ins Gefecht einfügen oder vorgelagerte Missionen durchführen. Gesteuert wird der Verbund über Andurils Missionssoftware Lattice, die Formationsflug, Kollisionsvermeidung und die Koordination mit bemannten Luftfahrzeugen autonom übernimmt. Piloten müssen die Drohnen also nicht manuell fliegen, sondern geben lediglich Missionsziele vor.
Anime-Ästhetik zeigt Einsatzkonzept
Passend zur Enthüllung veröffentlichte Anduril – wie schon bei früheren Produkten des Unternehmens – ein aufwendig produziertes Video im Anime-Stil. Gezeigt wird eine fiktive Angriffsoperation, bei der mehrere Thunder-Systeme gemeinsam mit kleineren unbemannten System und bemannten Hubschraubern gegnerische Stellungen ausschalten.
Thunder. The New Era of Attack Aviation. pic.twitter.com/cEGLBkwgRt
— Anduril Industries (@anduriltech) July 20, 2026
Video: Anduril
Die Bildsprache erinnert bewusst an japanische Anime-Produktionen und ist damit weit entfernt von der nüchternen Optik klassischer Rüstungswerbung. Inhaltlich transportiert der Clip vor allem eine Botschaft: den Generationswechsel vom klassischen, bemannten Kampfhubschrauber hin zu unbemannten, KI-gesteuerten Systemen, die als Wingmen an der Seite menschlicher Piloten kämpfen, ohne selbst Besatzungen zu gefährden.
Thunder – Wie geht es weiter?
Bislang existiert Thunder nur als maßstabsgetreues Modell, das in Farnborough erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde – ein flugfähiger Prototyp fehlt noch. Anduril peilt den Erstflug für 2027 an. Die USA gelten als zukünftiger Kunde.
Auch wenn Anduril mit Messeauftritt und Video im Anime-Stil der große Paukenschlag gelungen ist: ganz neu sind weder Technik noch Einsatzkonzept. Bemerkenswert ist der Auftritt in Farnborough allerdings wegen des britischen Programms „Project NYX“. Im Vereinigten Königreich sucht man derzeit unbemannte Systeme für die eigene Apache-Flotte. Anduril und Archer könnten mit dem Thunder ins Rennen gehen – eine offizielle Bestätigung gibt es derzeit jedoch nicht.
Anduril: Kooperation mit Embraer
Ebenfalls auf der Farnborough Airshow haben Anduril und Embraer aus Brasilien eine Absichtserklärung unterzeichnet, um Andurils palettengestützten Marschflugkörper Barracuda-500M in den Militärtransporter C-390 Millennium zu integrieren. Ziel ist es, das bislang auf taktische Lufttransportaufgaben ausgelegte Flugzeug künftig auch für den Abwurf von Wirkmitteln zu nutzen.

Luftauswurfverfahren, um „Wirkeffekte in der Fläche“ zu erzielen. Der C-390 Millennium gilt als moderner Militärtransporter mit einer Nutzlast von bis zu 26 Tonnen und einer Reisegeschwindigkeit von 470 Knoten und ist bereits bei den Luftstreitkräften mehrerer Länder im Einsatz, darunter Brasilien, Portugal, Österreich, Tschechien und Schweden.
Die Barracuda-500M hat bereits im September 2024 ihren ersten erfolgreichen Flugtest in der palettierten Version absolviert; seither folgten zahlreiche weitere Tests, unter anderem zur vernetzten autonomen Zielansteuerung und zur Nutzlastvalidierung.
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