Venezuela: Trump startet „Spezialoperation“ – Maduro in US-Gewahrsam

Explosionen in der venezolanischen Hauptstadt, die Verschleppung von Präsident Nicolás Maduro und Kommentare aus Russland – dramatische Entwicklungen in Venezuela. Der vorläufige Höhepunkt einer monatelangen Eskalation zwischen Washington und Caracas zeigt sich als möglicher Beginn einer US-amerikanischen „Spezialoperation“. Noch ist unklar, wie Venezuela auf den Angriff reagiert und ob sich der heutige Angriff zu einem Krieg ausweitet.

Venezuela: Ein auf sozialen Medien geteiltes Bild soll Präsident Maduro nach seiner Gefangennahme durch US-Spezialkräfte zeigen.
Ein auf sozialen Medien geteiltes Bild soll Präsident Maduro nach seiner Gefangennahme durch US-Spezialkräfte zeigen.
Foto: X / cristobalsoria

In den frühen Morgenstunden des heutigen Samstags kam es in der venezolanischen Hauptstadt Caracas sowie in mehreren umliegenden Regionen zu schweren Explosionen. Anwohner berichteten von Detonationen, Rauchwolken und tieffliegenden Militärflugzeugen. Teile der Strom- und Kommunikationsinfrastruktur fielen zeitweise aus.

Besonders betroffen waren Areale in der Nähe militärischer Einrichtungen. Die venezolanische Regierung sprach kurz darauf von einem massiven militärischen Angriff durch die Vereinigten Staaten und rief die Bevölkerung zur Ruhe, aber auch zur Verteidigung der nationalen Souveränität auf.

US-Spezialoperation gegen Maduro

US-Präsident Donald Trump erklärte wenig später auf seinem eigenen sozialen Netzwerk, sein Land habe „erfolgreich einen groß angelegten Angriff gegen Venezuela und dessen Staatschef, Präsident Nicolas Maduro, durchgeführt“. Ziel sei es gewesen, die politische Führung Venezuelas handlungsunfähig zu machen.

Trump erklärte zudem, Präsident Nicolás Maduro sei festgenommen und außer Landes gebracht worden. Das Vorgehen erinnert Beobachter an die „Spezialoperation“ des russischen Machthabers Wladimir Putin. Auch dieser beabsichtigte, mit militärischen Mitteln und einem kurzen Eingriff einen Regime-Change in seinem Nachbarland Ukraine zu erreichen.

Vorhersehbare Eskalation – Vom Fischerboot zur Hauptstadt

Die heutige Eskalation kommt nicht überraschend. In den vergangenen Wochen und Monaten hatten sich die Spannungen zwischen den USA und Venezuela deutlich verschärft – gleichzeitig steht Präsident Donald Trump durch die noch immer nicht erfolgte Veröffentlichung der gesamten Epstein-Files innenpolitisch enorm unter Druck.

Im Umgang mit dem südlichen Nachbarn des US-Außengebiets Puerto Rico in der Karibik erhöhte Washington zuletzt den politischen und militärischen Druck. Unter anderem durch verstärkte Militärpräsenz in der Karibik und scharfe Rhetorik gegen die Regierung in Caracas. Auch vermuten Beobachter, dass es im Konflikt mit Venezuela eigentlich um Öl-Reserven gehe.

Die US-Administration begründete ihr Vorgehen mit Vorwürfen wie Drogenhandel, Menschenrechtsverletzungen und einer Destabilisierung der gesamten Region durch das Maduro-Regime. Washington macht Venezuela für seine Transitrolle im internationalen Drogenhandel verantwortlich. Maduro selbst wird als „Drogen-Terrorist“ betrachtet.

Nach Angaben des republikanischen Senators Mike Lee, der sich auf US-Außenminister Marco Rubio beruft, könnte Maduro jetzt vor ein US-Gericht gestellt werden, um sich wegen Drogenhandels zu verantworten. Zuvor hatte Lee in sozialen Medien öffentlich nach einer verfassungskonformen Rechtfertigung für den Angriff auf Venezuelas Hauptstadt gefragt.

Mehrfach hatten die USA in den letzten Wochen Boote auf offenem Meer zerstört, die sie als Drogenkuriere verdächtigten – dabei starben nach US-Angaben mindestens 107 Menschen. Auch eine Hafenanlage in Venezuela selbst wurde vor einigen Tagen angegriffen, die als Drogenumschlagplatz gedient haben soll.

Verteidigungsminister Venezuelas spricht von „massivem Einsatz“ des Militärs

Venezuela wiederum warf den USA wiederholt Einmischung in innere Angelegenheiten und wirtschaftliche Erpressung vor. Sanktionen, internationale Isolation und die seit Jahren andauernde Wirtschaftskrise hatten das Land bereits stark geschwächt. Nach dem heute erfolgten Angriff habe man eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt.

Gleichzeitig mobilisierte die Regierung ihre Anhänger und das Militär, um sich gegen eine mögliche militärische Eskalation zu wappnen. Ein Video des venezolanischen Verteidigungsministers Vladimir Padrino López kursiert in den Sozialen Netzwerken, in denen er davon spricht, dass man sich derzeit einen Überblick über die teils auch zivilen Opfer verschaffe.

URGENTE! 🚨 Pronunciamento oficial do Ministro da Defesa da Venezuela, Vladimir Padrino López, sobre os ataques dos EUA.

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— Paulo Pimenta (@handle.invalid) 3. Januar 2026 um 11:13

Doch der „Entweihung“ des venezolanischen Bodens würde ein „massiven Einsatz“ aller militärischer Mittel zur Folge haben, erklärte Padrino López weiter. Von Gefechten oder Gegenangriffen auf die USA wird allerdings bisher nichts berichtet.

Internationale Kommentare von der Seitenlinie

Die internationalen Stimmen blieben nach dem US-amerikanischen Angriff auf Venezuela nicht aus. In Summe lehnen Sie Trumps „Spezialoperation“ ab – wenn auch in unterschiedlichen Nuancen. Während sich spanische Regierung sich deeskalierend als Vermittler anbietet und Deutschland ein Krisenstab zusammentrifft, verurteilt Russland den Angriff der USA auf Venezuela scharf.

Es handele sich laut eines Telegram-Posts des russischen Außenministeriums um einen „Akt der bewaffneten Aggression“. Russland, das selbst seit über zehn Jahren eine bewaffnete Aggression gegenüber seinem Nachbarn Ukraine führt, sprach vom Recht Venezuelas, „sein eigenes Schicksal ohne jede zerstörerische, geschweige denn militärische Intervention von außen zu bestimmen.“

I have spoken with Secretary of State Marco Rubio and our Ambassador in Caracas. The EU is closely monitoring the situation in Venezuela. The EU has repeatedly stated that Mr Maduro lacks legitimacy and has defended a peaceful transition. (1/2)

— Kaja Kallas (@kajakallas.bsky.social) 3. Januar 2026 um 12:03

„Die EU hat wiederholt erklärt, dass Maduro keine Legitimität besitzt und sich für einen friedlichen Übergang ausgesprochen“, schrieb derweil EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf Bluesky. Unter allen Umständen müssen dabei jedoch die Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden.

Die EU würden das Vorgehen der USA in Venezuela genau beobachten. „Wir rufen zur Zurückhaltung auf. Die Sicherheit der EU-Bürger in diesem Land hat für uns oberste Priorität“, ergänzte Kallas.

Roderich Kiesewetter, Außenpolitiker der CDU, verurteilte in der „Bild“ das Vorgehen der USA und nannte es einen „Putsch“. Seiner Meinung nach verlasse die USA „endgültig die regelbasierte Ordnung, die uns seit 1945 geprägt hat“. Venezuela sei zwar ein Unrechtsstaat, „aber kein Iran, der Nachbarländer wie Israel in der Existenz bedroht.“

Mar-a-Lago – Trump setzt Pressekonferenz an

Derzeit ist offen, ob sich Trumps „Spezialoperation“ wie das russische Original zu einem längerfristigen Krieg mit Venezuela entwickelt oder ob nach der Gefangennahme Maduros und des angekündigten juristischen Prozesses etwas Ruhe einkehrt.

Viel hängt davon ab, ob Maduros Gefolgschaft auch ohne ihn das Land kontrollieren kann oder ob eine Phase politischer Instabilität durch interne Machtkämpfe der Opposition verhilft, doch noch zu einem Machtwechsel in Caracas zu kommen. Venezuelas Nachbarland Kolumbien bereitet sich jedenfalls auf die Ankunft von Geflüchteten aus Venezuela vor, dort will man auf weitere militärische Eskalation zumindest vorbereitet sein.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der für heute angekündigten Pressekonferenz von Donald Trump. Um 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit will der US-Präsident weitere Details zur „Spezialoperation“ und zum Verbleib von Nicolás Maduro und seiner ebenfalls verschleppten Ehefrau nennen. Die dort getroffenen Aussagen könnten entscheidend dafür sein, ob sich die Lage weiter zuspitzt oder eine Deeskalation möglich ist.

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