Schon vor einigen Monaten wurde bekannt, dass Russland seine auf der iranischen Shahed-Drohne basierenden seine Geran-Drohnen mit Düsentriebwerken aufrüstet (Defence Network berichtete). Diese Drohnen werden aufgrund ihrer höheren Geschwindigkeit in der Ukraine immer mehr zum Problem. Die Ukraine kontert jetzt mit ebenfalls strahlgetriebenen Abfangjägern, die über 600 km/h erreichen sollen, wie der ehemalige ukrainsiche Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow berichtet.

Die Bedrohung aus der Luft verändert sich in der Ukraine rasant: So berichtete das polnische Magazin WP Tech heute unter Berufung auf ukrainische Geheimdienstquellen, dass Russland die Produktion seiner Geran-3-Drohnen eingestellt habe.
Ersetzt würde das Modell durch die Produktion der ebenfalls strahlgetriebenen, aber deutlich optimierten Variante Geran-4, die mit bis zu 500 Stundenkilometer und einer Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern schwerer abzufangen sein soll. Der Vorgänger kam lediglich auf Geschwindigkeiten um die 370 Stundenkilometer.

Durch die höheren Geschwindigkeiten der russischen Kamikazedrohnen geraten Abwehrmaßnahmen an ihre Grenzen. Interceptordrohnen wie die deutsch-ukrainische STRILA von Quantum Systems und WIY Drones werden lediglich durch kleine Propeller angetrieben und erreichen bisher nur Geschwindigkeiten um die 350 Stundenkilometer.
Shahed-Jäger brauchen Speed
Das müsse sich ändern, meint auch der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Auf LinkedIn beschrieb er dies als „eine Verschiebung der Strategie des Luftkriegs“ und forderte eine ebenso schnelle Antwort: „Unsere Reaktion muss schnell erfolgen, damit wir Russland in jedem technologischen Zyklus voraus bleiben können.“

Die Ukraine hat darauf bereits reagiert: Über das staatliche Förderprogramm BRAVE1 unterstützte die Ukraine seit einem Jahr systematisch die Entwicklung von Abfangdrohnen – mit Erfolg für die Jäger.
Mehrere ukrainische Hersteller haben inzwischen einsatzfähige Systeme im Feld. Der Hersteller SkyFall hat mit dem „P1-SUN Jetkiller“ eine auf 370 Stundenkilometer beschleunigte Version seines Serienmodells entwickelt, die laut Unternehmensangaben bereits mehr als ein Dutzend strahlgetriebener Shaheds im Kampfeinsatz zerstört hat – die Massenproduktion mit bis zu 50.000 Einheiten monatlich soll im August 2026 anlaufen.

F-Drones wiederum stellte mit dem „LITAVR+“ erst vor wenigen Tagen eine auf über 400 Stundenkilometer aufgerüstete Version seines Abfangsystems vor. Doch auch wenn beide Systeme durch ihre jeweiligen Hersteller explizit als für die Bekämpfung strahlgetriebener Shahed- bzw. Geran-Drohnen bezeichnet werden, verfügen sie selbst nicht über einen solchen Antrieb.
Strahlgetriebene Abfangjäger
Das soll sich allerdings ändern. Fedorow selbst berichtete von einem noch ambitionierteren Projekt: „Kürzlich habe ich eine Produktionsstätte besucht. Das Team gehörte zu den ersten in der Ukraine, die eine strahlgetriebene Abfangdrohne mit mehr als 600 km/h entwickelt haben“, schreibt er – ohne den Namen des Herstellers zu nennen. Das System befinde sich derzeit in der Kampferprobung; erste bestätigte Abschüsse werden erwartet.
„Es ist entscheidend, dass wir weiter vorankommen“, mahnte Fedorow abschließend – Investitionen in Forschung, Erprobung und Serienproduktion blieben eine der obersten Prioritäten der ukrainischen Kriegsstrategie.
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