Diehl Defence stärkt NATO-Luftverteidigung im Baltikum: Erste IRIS-T SLM Feuereinheit für Estland übergeben

Diehl Defence hat die erste Feuereinheit des Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM an Estland übergeben. Für den NATO-Staat handelt es sich um die größte Verteidigungsinvestition seiner Geschichte. Das System soll Bevölkerung, Streitkräfte und kritische Infrastruktur vor Bedrohungen aus der Luft schützen.
IRIS-T SLM
(von links): Brigadegeneral Riivo Valge (Commander of the Estonian Air Force), Helmut Rauch (CEO Diehl Defence), Hanno Pevkur (Verteidigungsminister Estland)
Foto: Diehl Defence

Erste IRIS-T SLM-Feuereinheit an Estland übergeben

Diehl Defence hat auf der Ämari Air Base die erste Feuereinheit des bodengebundenen Luftverteidigungssystems mittlerer Reichweite IRIS-T SLM an die estnische Luftwaffe übergeben. Mit der Auslieferung verfügt eine weitere NATO-Nation über das moderne Luftverteidigungssystem zum Schutz ihres Staatsgebiets.

Für Estland handelt es sich um die bislang größte Verteidigungsinvestition in der Geschichte des Landes. Zugleich sieht Diehl Defence die Übergabe als Beleg für die eigene Wachstumsstrategie und die in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweiteten Produktionskapazitäten.

Bedeutung der European Sky Shield Initiative

Die Übergabe unterstreicht auch die Bedeutung der von Deutschland initiierten European Sky Shield Initiative (ESSI). Das 2022 gestartete Projekt verfolgt das Ziel, eine integrierte europäische bodengebundene Luftverteidigung aufzubauen und zählt inzwischen 23 Mitgliedsstaaten.

Acht ESSI-Staaten haben sich bereits für das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM entschieden: Deutschland, Estland, Lettland, Slowenien, Bulgarien, Schweden, Dänemark und die Schweiz.

Der gemeinsame Beschaffungsrahmen soll die Beschaffung beschleunigen sowie langfristige Vorteile bei Ausbildung, Wartung und Logistik schaffen.

Leistungsfähiges Luftverteidigungssystem

Das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM schützt Streitkräfte, Bevölkerung und kritische Infrastruktur vor Bedrohungen durch Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und Drohnen. Die Reichweite beträgt bis zu 40 Kilometer, die maximale Einsatzhöhe liegt bei 20 Kilometern.

Eine Feuereinheit besteht aus Startgerät, Radar und Gefechtsstand. Das System verfügt über eine 360-Grad-Abdeckung, hohe Mobilität und die Fähigkeit, mehrere Ziele gleichzeitig zu bekämpfen. Zudem ist für den Betrieb vergleichsweise wenig Personal erforderlich.

Zwei Komponenten des bodengestützten Flugabwehrraketen-Systems IRIS-T SLM von Diehl: Der Launcher für bis zu acht Flugkörper links und das Radargerät.
Foto: Diehl Defence

Bewährungsprobe in der Ukraine

Nach Angaben von Diehl Defence hat das System seine Leistungsfähigkeit bereits im operativen Einsatz in der Ukraine unter Beweis gestellt. Dort soll die erfolgreiche Abfangrate bei mehr als 95 Prozent liegen.

Der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur erklärte: „IRIS-T SLM ist ein Mittelstrecken-Luftverteidigungssystem, das sich in der Ukraine bewährt hat, und es hebt unsere Luftverteidigung auf ein neues Niveau, da es uns die Möglichkeit gibt, gegnerische Aktionen aus deutlich größeren Entfernungen und Höhen zu bekämpfen als mit unseren bestehenden Kurzstreckensystemen.“

Zugleich verwies Pevkur auf die Bedeutung moderner Luftverteidigung für den Schutz der Bevölkerung, militärischer Einheiten und kritischer Infrastruktur.

Diehl Defence sieht Signal für Europas Sicherheit

Für Diehl Defence ist die Übergabe auch ein Signal für die Leistungsfähigkeit der europäischen Rüstungsindustrie. Unternehmenschef Helmut Rauch betonte:

„Die Übergabe an Estland zeigt, dass wir auch unter dem erheblichen Nachfragedruck, den der europäische Luftverteidigungsmarkt derzeit erlebt, liefern können.“

Mit jeder ausgelieferten Einheit werde die Verteidigungsfähigkeit der Partner gestärkt und ein Beitrag zur Sicherheitsarchitektur der NATO geleistet.

Quelle: Diehl Defence

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