ACOP – 3D-Lagedarstellung der Zukunft

In einer fortschreitenden digitalen Ära, in der Technologien zunehmend Einzug in verschiedene Bereiche halten, spielt AR eine zentrale Rolle. Ein Beispiel dafür ist ACOP, ein Innovationsvorhaben des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr.
ACOP – 3D-Lagedarstellung der Zukunft
ACOP – 3D-Lagedarstellung der Zukunft
Foto: CIHBw

ACOP ermöglicht die digitale und maßstabsgetreue 3D-Darstellung von Lagekarten auf einer Fläche von bis zu 100 Quadratmetern. Durch die Anbindung mit SitaWare, dem Battle Management System der Bundeswehr, kann ACOP die Lage sogar in Echtzeit anzeigen. Das leistungsstarke System nutzt dabei eine Mixed-Reality-Brille, die eine realitätsnahe, interaktive 3D-Visualisierung der Gefechtslage ermöglicht. Die Steuerung erfolgt intuitiv durch Handgesten.

Realitätsnahe Ausbildung und Übungen im Gefechtssimulationszentrum

ACOP spielt eine entscheidende Rolle im Gefechtssimulationszentrum des Heeres (GefSimZH), wo es seit Juli 2023 vor Ort getestet wird. Der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr setzte bei ACOP auf ein marktverfügbares Dual-Use-Produkt – also eine bereits bestehende zivile Lösung, die gemeinsam mit den Nutzern für die militärische Verwendung weiterentwickelt wurde.

Im Vergleich zu bisherigen Übungen, die auf stationäre Computer, Simulationssoftware und 2D-Karten beschränkt waren, ermöglicht ACOP eine realitätsnahe Geländebeurteilung durch Augmented Reality (AR). Die Simulationen sollen dadurch nicht nur realitätsnäher, sondern auch kostengünstiger und umweltschonender werden, da entfernte Geländeausschnitte virtuell eingebunden sind.

Eine Sprecherin des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) betont gegenüber cpm Defence Network: „Mit ACOP entsteht ein höherer, realitätsnaher Ausbildungseffekt bei den übenden Stäben, und auch ortsverteilte Übungen sind möglich.“ Das positive Fazit des GefSimZH bestätige die vielseitige Einsatzmöglichkeit von ACOP für die Teilstreitkräfte und militärischen Organisationsbereiche.

Einbindung in NATO-Gefechtsübung und ortsverteilte Befehlsausgabe

Im Rahmen der NATO-Gefechtsübung „Schneller Degen 23“ im November wurde ACOP bereits erfolgreich eingesetzt. Die 10. Panzerdivision erprobte die ortsverteilte Befehlsausgabe, bei der ACOP als „Gamechanger“ bezeichnet wurde. Die 10. Panzerdivision habe unter anderem aus dem Ukraine-Krieg gelernt, dass es wichtig sei, feindliche Gefechtsstände priorisiert anzugreifen, um die gegnerischen Kommandeure auszuschalten.

Durch die Nutzung mehrerer Brillen konnten militärische Entscheidungsträger auf ein gemeinsames Lagebild zugreifen, ohne am selben Ort präsent sein zu müssen. Dies reduziert das Entdeckungsrisiko durch gegnerische Kräfte und erhöht die Sicherheit der Kommandeure erheblich.

Die Sprecherin des CIHBw hebt hervor: „ACOP leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Kräfte und Mittel effektiv einzusetzen. Die Lagedarstellung via ACOP kann in allen Teilstreitkräften genutzt werden, sei es für Landstreitkräfte, Luftraumkoordination oder die Darstellung seegehender Einheiten der Marine.“ 

Vermeidung von Schwachstellen und Nutzerfeedback

Mögliche Schwachstellen, wie Verzögerungen der Optik, die zu Übelkeit führen könnten, werden aktiv berücksichtigt und verhindert. Das System wurde umfangreich getestet und auf Basis von Nutzerfeedback kontinuierlich verbessert. Insbesondere im Hinblick auf Motion Sickness zeigt die AR-Lösung von ACOP im Gegensatz zu Virtual Reality (VR) kaum negative Auswirkungen.

Insgesamt zeigt ACOP als neue Technologie für die Bundeswehr, wie innovative Ansätze die Effizienz und Sicherheit in militärischen Anwendungen steigern können, indem sie eine realitätsnahe, digitalisierte 3D-Lagedarstellung ermöglichen.

ACOP beweist somit, dass Technologien wie Augmented Reality nicht nur die Effektivität, sondern auch die Sicherheit und Umweltfreundlichkeit von militärischen Übungen und Operationen steigern können. Gewissermaßen eine kleine Änderung mit großer, effizienzsteigernder Wirkung

Christina Bornheim

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