Der Angriff auf Venezuela – US-Operation „Absolute Resolve“

Gestern Morgen starteten die USA einen akribisch geplanten Angriff auf Venezuela, um dessen Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores auf US-amerikanischen Boden zu entführen. Die Operation „Absolute Resolve“ war ein politischer Tabubruch der Trump-Regierung. Im Gegensatz zur „Spezialoperation“ von Wladimir Putin war sie militärisch jedoch ein voller Erfolg. Dieser Bericht fasst die bislang bekannten militärischen Aspekte zusammen.

Nicht im Situation Room des Weißen Hauses, sondern in einem mit schwarzen Vorhängen abgetrennten Bereich (vermutlich in Mar-a-Lago) beobachten (v.l.n.r.) CIA-Director John Ratcliffe, US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio den Angriff auf Venezuela.
Nicht im Situation Room des Weißen Hauses, sondern in einem mit schwarzen Vorhängen abgetrennten Bereich (vermutlich in Mar-a-Lago) beobachten (v.l.n.r.) CIA-Director John Ratcliffe, US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio den Angriff auf Venezuela.
Foto: The White House, United States Government

„Um 22:46 Uhr Ostküstenzeit befahl der Präsident dem US-Militär, diese Mission durchzuführen“, erklärte General John Daniel Caine, Chairman of the Joint Chiefs of Staff, gestern bei einer Pressekonferenz der Trump-Regierung zum Angriff auf Venezuela.

Die Operation „Absolute Resolve“ war monatelang von Geheimdiensten und Militär vorbereitet worden – bereits seit Ende Dezember warteten die beteiligten Kräfte auf das Go des US-Präsidenten für einen Angriff auf Venezuela.

„Eine groß angelegte gemeinsame Militäroperation und Razzia der Strafverfolgungsbehörden“, nannte es Peter Hegseth, Kriegsminister der USA. Sie sei „von den besten Amerikanern“, die das Land zu bieten habe „fehlerfrei durchgeführt worden“.

US-General: Monate der Vorbereitung

„Wir haben unsere unübertroffenen nachrichtendienstlichen Fähigkeiten und unsere jahrelange Erfahrung bei der Jagd auf Terroristen genutzt“, erklärte General Caine. Ohne die „unglaubliche Arbeit verschiedener Nachrichtendienste, darunter die CIA, die NSA und die NGA, hätten wir diese Mission nicht durchführen können“, so der oberste Soldat der USA weiter.

General John Daniel Caine (l.), Chairman of the Joint Chiefs of Staff, neben US-Präsident Donald Trump gestern in Mar-Lago.
General John Daniel Caine (l.), Chairman of the Joint Chiefs of Staff, neben US-Präsident Donald Trump gestern in Mar-Lago.
Foto: White House

Die Geheimdienste hätten Monate damit verbracht, „Maduro zu finden und herauszufinden, wie er sich bewegte, wo er lebte, wohin er reiste, was er aß, was er trug und welche Haustiere er hatte.“ Es wird darüber spekuliert, dass die CIA einen Informanten aus dem engsten Umfeld des als besonders vorsichtig bekannten venezolanischen Präsidenten rekrutieren konnte – möglicherweise sogar ein Regierungsmitglied.

Angriff auf Venezuela – Überraschungsmoment aus der Luft

Die Operation begann kurz nach Mitternacht Ortszeit mit einem koordinierten Angriff auf militärische Einrichtungen nördlich Venezuelas, einschließlich der Hauptstadt Caracas. Mehr als 150 Flugzeuge – Bomber, Kampfflugzeuge, Überwachungsflugzeuge und Drehflügler, bemannt und unbemannt – seien von 20 verschiedenen Punkten an Land und auf See aufgebrochen, um gleichzeitig in Venezuela angreifen zu können.

Es galt, die Kräfte für einen einzigen Zweck zu bündeln, erklärte General Caine: „Eine Interventionstruppe in die Innenstadt von Caracas zu bringen und dabei den taktischen Überraschungseffekt aufrechtzuerhalten.“

Video: X / Rep. Melanie Stansbury

Die dazu notwendigen Luftschläge sollten gegnerische Luftabwehr- und Kommunikationssysteme schnell ausschalten. Venezuela verfügt beispielsweise über russische S-300-Luftverteidigungssysteme. Deren konkrete Bekämpfung hatten die USA erst vor wenigen Wochen geübt (Defence Network berichtete). Ziele waren unter anderem Flugplätze wie La Carlota und der Militärkomplex Fuerte Tiuna im Raum Caracas, wo heftige Explosionen die Bevölkerung weckten.

Spezialkräfte auf Entführungsmission

Schon zuvor startete die Spezialkräfteoperation: 100 Fuß über dem Wasser transportierten Hubschrauber Kräfte der Delta Force und weiterer Eliteeinheiten nach Venezuela. Ab der Küste unterstützten nach Angaben von General Caine auch Spacecom und Cybercom die Mission, um den Spezialkräften den Weg zu jenem Haus zu ebnen, in dem sich Präsident Nicolás Maduro aufhielt.

Die Hubschrauberstaffel erreichte Maduros Anwesen um 1:01 Uhr Ostküstenzeit bzw. 2:01 Uhr Ortszeit in Caracas. „Bei der Ankunft im Zielgebiet gerieten die Hubschrauber unter Beschuss und erwiderten diesen mit überlegener Feuerkraft und in Ausübung ihrer Selbstverteidigung“, berichtete General Caine. Dabei sei ein Helikopter getroffen worden, blieb aber flugfähig.

Videos in sozialen Netzwerken zeigen den Angriff der USA auf Venezuela. Hier zu sehen mehrere Hubschrauber über der Hauptstadt Caracas.
Videos in sozialen Netzwerken zeigen den Angriff der USA auf Venezuela. Hier zu sehen mehrere Hubschrauber über der Hauptstadt Caracas.
Foto: Soziale Medien

„Das Zugriffsteam landete auf Maduros Anwesen und bewegte sich schnell, präzise und diszipliniert auf sein Ziel zu“, erklärte General Caine. „Es riegelte das Gebiet ab, um die Sicherheit der Bodentruppen zu gewährleisten, während die gesuchten Personen festgenommen wurden.“

US-Helikopter unter Feuer

Nach Angaben des Generals ergaben sich Maduro und Cilia Flores nach einem anfänglichen Versuch, sich in einen Schutzraum zu flüchten. Sie wurden durch das FBI in Gewahrsam genommen – vom Justizministerium der USA auf venezolanischem Boden. Über eine mögliche Gegenwehr durch etwaige Leibwächter oder Militärs bei der wurde nichts bekannt.

Bei ihrer Rückkehr zu den „schwimmenden Stützpunkten“ gerieten die Helikopter erneut in mehrere Gefechte. „Um 3:29 Uhr Ostküstenzeit befand sich die Truppe mit den angeklagten Personen an Bord über dem Wasser“, schloss General Caine seinen Bericht. Sowohl Maduro als auch seine Frau wurden an Bord der USS Iwo Jima gebracht.

Von dort aus verlegte das Schiff in Richtung New York, wo sich der Präsident Venezuelas wegen Drogenhandels vor Gericht verantworten soll. Laut US-Justizministerin Pam Bondi lauten die Anklagepunkte unter anderem „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ und „Verschwörung zum Kokainimport“.

Donald Trump veröffentlichte auf seinem Truth-Social-Kanal ein Bild, dass den gefangengenommenen Präsident Venezuelas, Nicolás Maduro, auf der USS Iwo Jima zeigen soll.
Donald Trump veröffentlichte auf seinem Truth-Social-Kanal ein Bild, dass den gefangen genommenen Präsident Venezuelas, Nicolás Maduro, auf der USS Iwo Jima zeigen soll.
Screenshot: Truth Social / Donald Trump

Angriff auf Venezuela – Eingesetzte Kräfte und Material

Laut den derzeit verfügbaren Angaben waren zahlreiche verschiedene Kräfte am Einsatz beteiligt. Den direkten Zugriff auf Maduro und dessen Frau übernahmen US Army Spezialkräfte der Delta Force. Begleitet wurden sie von FBI-Agenten.

Mehr als 150 Luftfahrzeuge der US Navy, Air Force und Marine Corps seien laut Angaben der Trump-Regierung zum Einsatz gekommen. General Caine sprach von F-22, F-35, F/A-18, elektronischen Kampfflugzeugen wie der EA-18G, und B-1-Bombern.

Die eingesetzten Hubschrauber wurden nicht explizit erwähnt, doch sprechen Video-Aufnahmen und mehrere Quellen für den Einsatz von MH-47G Chinook der 160th Special Operations Aviation Regiment (Night Stalkers). Diese seien in Kombination mit weiteren Hubschraubern – möglicherweise AH-46 Apache – zur Verlegung und Unterstützung der Spezialkräfte genutzt worden.

Außerdem kamen mehrere unbemannte Systeme beim Angriff auf Venezuela zum Einsatz. Videos sollen beispielsweise eine RQ-170-Tarnkappendrohne zeigen.

Angegriffene Ziele in Venezuela

Neben dem Anwesen des Präsidenten sollen folgende Ziele in Venezuela angegriffen worden sein:

  • Flughafen Higuerote (Luftwaffenstützpunkt in Miranda)
  • El Volcan (Antennen-Signalstation)
  • La Carlota (bedeutendster Luftwaffenstützpunkt in Caracas)
  • Fuerte Tiuna (Militärstützpunkt in Caracas)
  • Hafen von La Guaira – (wichtigster Hafen Venezuelas)

US-Militär zufrieden – Folgen unabsehbar

Laut Angaben von Präsident Donald Trump kamen alle eingesetzten Flugzeuge – und auch alle eingesetzten Soldaten – der USA zurück. Neben den leichten Schäden am erwähnten Hubschrauber wurde auch von leichten Verletzungen bei US-Soldaten berichtet. Angaben zur Zahl der venezolanischen Opfer (Zivilisten und Militär) sind derzeit nicht bekannt.

Der Angriff auf Venezuela stellt militärisch eine der komplexesten US-Militäroperationen der letzten Jahrzehnte dar, bei der kombinierte Luft- und Spezialkräfteaktionen auf engem Zeitplan aufeinander abgestimmt wurden.

Aus militärischer Sicht war die Operation „Absolute Resolve“ von Erfolg gekrönt. Politisch sind die Folgen des offenen Bruchs mit westlichen Werten noch nicht abzusehen. Gut möglich, dass dieser Angriff auf Venezuela erst der Beginn eines Krieges war.

General Caine zeigte sich gestern zufrieden und auf weitere Operationen vorbereitet: „Unsere Aufgabe ist es, Kampfkraft zu bündeln, damit wir – wenn der Befehl kommt – jederzeit und überall auf der Welt überwältigende Streitkräfte gegen jeden Feind einsetzen können.“

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