Aus München ins All – Deutsche Raumfahrt mit neuen Erfolgen

Zwei Münchner Unternehmen feiern Anfang Januar 2026 wichtige Meilensteine: Vyoma bringt seinen ersten Überwachungssatelliten ins All, OroraTech etabliert mit innovativer Wärmebildtechnik den ersten Livestream aus dem Orbit. Beide Missionen starteten mit derselben SpaceX-Rakete.

München ins All: Flamingo-1 Satellit von Vyoma während der Testkampagne am Boden. (Copyright: Vyoma, Download)
Flamingo-1 Satellit von Vyoma während der Testkampagne am Boden.
Foto: Vyoma

Gleich zwei Münchner Raumfahrtunternehmen verzeichneten jüngst bedeutende Erfolge: Vyoma und OroraTech. Beide nutzten dafür die SpaceX-Twilight-Mission, um ihre Technologien ins All zu bringen. Insgesamt flogen 40 Payloads bei dieser Mission mit.

Vyoma: Weltraumüberwachung aus deutscher Hand

Am 11. Januar hob Vyomas Satellit Flamingo-1 von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien mit einer Falcon-9-Rakete ab. Das Ziel: die operative Umlaufbahn in rund 500 Kilometern Höhe. Möglich machte das der deutsche Startintegrator Exolaunch.

Der Flamingo-1 ist mit einem optischen Sensor ausgestattet, der Weltraumobjekte wie Trümmer und andere Satelliten erkennt, verfolgt und charakterisiert. Das System ermöglicht es Kunden von Vyoma, auch manövrierende Satelliten zuverlässig zu überwachen und deren Absichten zu analysieren.

Laut Vyoma absolvierte der mit mehreren Teleskopen ausgestattete Satellit im vergangenen Sommer umfassenden Bodentests – darunter Vibrations- und Temperaturwechseltests im Vakuum. Im All soll er Objekte ab einer Größe von ein bis zwei Zentimetern erkennen können.

Vyoma plant bereits die Erweiterung: Derzeit im Bau befindet sich Flamingo-2, der im vierten Quartal 2026 starten soll. Bis 2029 soll eine komplette Konstellation aus 12 Satelliten im Orbit sein. Die Satelliten sollen den Weltraumverkehr überwachen und  Echtzeit-Updates liefern.

OroraTech: Waldbrände in Echtzeit erkennen

Mit derselben SpaceX-Rakete brachte auch OroraTech deutsche Technik ins All. Das Unternehmen verschickte vier SAFIRE-Gen4-Sensoren an Bord von Satelliten des kanadischen Partners Kepler Communications. Die Sensoren nahmen bereits ihre Arbeit auf.

Mission Twighlight: Start von Vandenburg Space Force Base um 13:44 UTC (l.) und mitgeführte Satelliten (r.) der Falcon-9-Rakete. (Copyright: SpaceX,
Mission Twighlight: Start von Vandenburg Space Force Base um 13:44 UTC (l.) und mitgeführte Satelliten (r.) der Falcon-9-Rakete.
Foto: SpaceX

Die miniaturisierten Infrarotkameras von OroraTech sind auf die Erkennung von Waldbränden „oder anderen thermischen Anomalien auf der Erde“ spezialisiert. Die Besonderheit liegt in der Datenverarbeitung: Eine KI analysiert die Informationen bereits im Orbit, bevor sie über Keplers optisches Kommunikationsnetzwerk zur Erde übertragen werden. So entsteht der weltweit erste Livestream von Wärmebildern aus dem All – die Daten erreichen Kunden innerhalb weniger Minuten.

„OroraTech nimmt eine Pionier-Rolle ein“, erklärte Martin Langer, CEO und CTO des Unternehmens, „um den weltweit ersten Livestream von Thermaldaten von der Erde zu etablieren.“

Jeder der 300 Kilogramm schweren Satelliten von Kepler verfügt über ein Netzwerksystem, das Informationen intelligent zwischen Satelliten und Bodenstationen weiterleitet. Die Kooperation der beiden Unternehmen sorgt somit für den weltweit ersten Livestream von Wärmebildern der Erde aus dem All.

Münchner Raumfahrt auf Erfolgskurs

Beide Missionen demonstrieren die Leistungsfähigkeit deutscher Raumfahrtunternehmen. Sie zeigen, wie spezialisierte Technologien aus München zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen. Technologien, deren Bedeutung auch militärisch zunimmt.

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