Das Bundesverteidigungsministerium plant einen umfassenden Ausbau seines Berliner Dienstsitzes. Neue Büro- und Funktionsgebäude sollen neben dem historischen Bendlerblock entstehen, das Ministerium modernisieren und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Das Design wurde in dieser Woche beschlossen, doch der Preis könnte noch steigen.

Der Bendlerblock in Berlin soll in den kommenden Jahren deutlich erweitert und baulich neu geordnet werden. Das Verhandlungsverfahren zur Weiterentwicklung des Berliner Dienstsitzes des BMVg wurde in dieser Woche abgeschlossen. Das Architekturbüro Sauerbruch Hutton erhält zusammen mit ST raum a Landschaftsarchitekten den Auftrag, den bestehenden Verwaltungskomplex weiterzuentwickeln.
Bei dem bereits im Dezember 2025 abgeschlossenen Wettbewerb mit insgesamt sieben Bewerbergemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten gab es zwei gleichplatzierte Gewinner. Damals wurde Architekturbüro Henn gemeinsam mit SINAI Landschaftsarchitekten ebenfalls mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Beide Preisträger wurden zur Überarbeitung ihrer Entwürfe aufgefordert; Sauerbruch Hutton konnte anschließend die Finalrunde für sich entscheiden.
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die umfassende Modernisierung eines historisch gewachsenen Ministeriumsstandorts, dessen vorhandene Gebäude den heutigen Anforderungen nur noch eingeschränkt entsprechen.
Neue Gebäude im westlichen Teil des Areals
Geplant ist vor allem eine Neubebauung im westlichen Bereich des weitläufigen Bendlerblock-Areals. Dort befinden sich derzeit unter anderem der Paradeplatz, der für feierliche Anlässe der Bundeswehr genutzt wird, sowie eine Wiese, Parkplätze und ein Hubschrauberlandeplatz. Die vorhandenen Freiflächen sollen teilweise für neue Gebäude und neu gestaltete Außenanlagen genutzt werden.

Mit der Erweiterung reagiert das Verteidigungsministerium auch auf den wachsenden Flächenbedarf am Berliner Dienstsitz. Neue Büro- und Funktionsflächen sollen die Arbeitsbedingungen verbessern und die bislang über mehrere Gebäude verteilten Strukturen stärker zusammenführen. Gleichzeitig soll der historische Gebäudebestand weiter genutzt und durch moderne Baukörper ergänzt werden.
Der Erweiterungsbau steht damit vor einer besonderen Herausforderung: Der Bendlerblock ist nicht nur ein zentraler Verwaltungsstandort der Bundeswehr, sondern auch ein Ort von großer historischer Bedeutung.
Der Gebäudekomplex war während des Zweiten Weltkriegs ein Zentrum des militärischen Widerstands gegen Adolf Hitler. Heute befinden sich auf dem Gelände unter anderem die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und die Erinnerungsstätte an die Männer und Frauen des 20. Juli 1944.
Moderne Infrastruktur hinter historischen Fassaden
Die Erweiterung soll den Dienstsitz nicht nur vergrößern, sondern auch an heutige technische, organisatorische und sicherheitsrelevante Anforderungen anpassen. Dazu gehören moderne Arbeitsplätze, leistungsfähige digitale Infrastruktur und eine bessere funktionale Vernetzung der einzelnen Gebäudeteile.

Besondere Bedeutung haben dabei die hohen Sicherheitsanforderungen des Verteidigungsministeriums. Bereits der Architekturwettbewerb war mit umfangreichen Vorgaben verbunden. Die Planungen und die spätere Umsetzung müssen Anforderungen erfüllen, die bei gewöhnlichen Verwaltungsbauten nicht in diesem Umfang gelten. Teile des Vorhabens wurden deshalb als „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft.
Die bauliche Weiterentwicklung muss zudem den denkmalgeschützten Bestand und die historische Bedeutung des Areals berücksichtigen. Die neuen Gebäude sollen den Bendlerblock funktional ergänzen, ohne die prägenden historischen Strukturen und Erinnerungsorte zu beeinträchtigen.
Das Gewinnerkonzept von Sauerbruch Hutton mit ST Raum a Landschaftsarchitekten positioniert den Paradeplatz weiterhin mittig zur Staatsgästetreppe und zum Ehrenmal der Bundeswehr. Die beiden neu zu bauenden Gebäudeteile im Norden und im Süden sollen diesen militärisch wichtigen Raum einfassen. Markant im Grundriss ist das Kreiselement, welches sich in drei Varianten von Innenhöfen räumlich abbildet.
Kosten könnten weiter steigen
Für die Erweiterung wurde ursprünglich ein Kostenrahmen von rund 416 Millionen Euro genannt. Bereits im Verlauf der frühen Projektphase wurde jedoch über mögliche zusätzliche Kosten berichtet.

Steigende Baupreise, höhere technische Anforderungen und die komplexen Sicherheitsvorgaben könnten den Finanzbedarf weiter erhöhen. Wie hoch die Gesamtkosten am Ende tatsächlich ausfallen werden, ist also noch offen.
Mit dem nun endgültig abgeschlossenen Wettbewerb beginnt die nächste Phase eines langfristig angelegten Bundesbauprojekts. Ein konkreter Baubeginn oder Fertigstellungstermin wurde jedoch bislang nicht veröffentlicht.
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