China baut Sicherheitspräsenz in Afrika aus

China weitet seine Verteidigungs- und Sicherheitspräsenz in Afrika mit hoher Geschwindigkeit aus und entwickelt sich von einem ausschließlich wirtschaftlichen Partner zu einem bedeutenden sicherheitspolitischen Akteur. Diese Entwicklung wird vor allem durch Pekings Bestreben vorangetrieben, seine umfangreichen wirtschaftlichen Investitionen zu schützen und dem Einfluss westlicher Staaten entgegenzuwirken.

Ein iranisches Schiff vor der Küste Südafrikas während der Übung "Will for Peace 2026", die unter der Führung Chinas Anfang 2026 stattfand.
Ein iranisches Schiff vor der Küste Südafrikas während der Übung "Will for Peace 2026", die unter der Führung Chinas Anfang 2026 stattfand.
Foto: South African National Defence Force

Eine Studie des RAND Institute kommt zu dem Schluss, dass die Verschlechterung der Beziehungen zwischen dem Westen und Afrika nach dem Ende des Kalten Krieges sowie die sinkende Unterstützung westlicher Staaten aufgrund undemokratischer Praktiken und Menschenrechtsverletzungen in zahlreichen afrikanischen Ländern China die Möglichkeit eröffnet haben, seine Beziehungen zu afrikanischen Staaten auszubauen.

„Während westliche Staaten Kredite und Hilfsleistungen für afrikanische Länder häufig an politische Bedingungen knüpften, bot China eine Alternative ohne solche Auflagen an. Die einzige Voraussetzung bestand darin, dass die afrikanischen Staaten Chinas grundlegende Souveränitätsinteressen respektieren. Darüber hinaus nutzte China den Rückzug westlicher Unternehmen aus Afrika, um seine eigenen Investitionen auszubauen. Zwar ging das chinesische Wirtschaftsengagement in der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre zurück, inzwischen erlebt es jedoch eine deutliche Wiederbelebung. Dieses wirtschaftliche Engagement hat den Weg für eine intensivere politische und sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten geebnet.“

Die verfügbaren Fakten stützen die Schlussfolgerungen der RAND-Forscher.

Nach Einschätzung israelischer Analysten hat China die traditionellen Waffenexporteure inzwischen als wichtigsten Lieferanten von Rüstungsgütern für Subsahara-Afrika abgelöst. Zu den exportierten Waffensystemen gehören unter anderem Kampfpanzer, bewaffnete Drohnen und Flugabwehrraketensysteme.

China: Durchführung von Marine-Übungen in Afrika deutlich erhöht

Über das Forum on China–Africa Cooperation (FOCAC) hat Peking zudem Milliarden US-Dollar bereitgestellt, um Tausende afrikanische Militärangehörige sowie Vertreter von Polizei und Sicherheitsbehörden auszubilden. Dabei wirbt Peking für sein Modell der engen Verzahnung von Partei und Streitkräften und baut langfristigen Einfluss auf die militärischen Führungsebenen afrikanischer Staaten auf.

Außerdem wurde die Zahl komplexer multinationaler Marine- und Anti-Terror-Übungen in Afrika deutlich erhöht. Besonders hervorzuheben sind groß angelegte Seemanöver der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) gemeinsam mit Südafrika, Russland und Iran vor der südafrikanischen Küste.

Darüber hinaus hat China seinen offiziellen Militär- und Logistikstützpunkt in Dschibuti ausgebaut, um Marineeinheiten und Spezialkräfte im Ausland besser unterstützen zu können. Gleichzeitig investieren chinesische Staatsunternehmen massiv in den Ausbau afrikanischer Häfen und schaffen damit Infrastrukturen, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können (Dual-Use).

Neben den regulären Streitkräften sind inzwischen auch immer mehr chinesische private Sicherheitsunternehmen in Afrika tätig. Sie übernehmen den Schutz strategisch wichtiger Einrichtungen, Infrastrukturprojekte und Bergwerke.

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