Hisbollah setzt auf FPV-Drohnen aus chinesischer Produktion

Das bewaffnete First-Person-View-(FPV)-Drohnennetzwerk der Hisbollah basiert auf in China hergestellten kommerziellen Drohnenplattformen, die in unterirdischen Werkstätten im Libanon angepasst und modifiziert werden. Die Organisation rüstet diese kostengünstigen zivilen Drohnen mit improvisierten Sprengladungen und fortschrittlichen Steuerungssystemen aus, um israelische Streitkräfte in der Region anzugreifen.

Mehrere von der Hisbollah veröffentlichte Videoschnipsel sollen zeigen, wie die Terrororganisation israelische Panzer mittels FPV-Drohnen angreift.
Mehrere von der Hisbollah veröffentlichte Videoschnipsel sollen zeigen, wie die Terrororganisation israelische Panzer mittels FPV-Drohnen angreift. Untermalt werden die Videos von islamistischem Gesang, die hier abgebildete Zeile besagt etwa: "Wenn ich sterbe, nehme ich ihn mit".
Screenshot: Propagandavideo der Hisbollah

Nach Angaben israelischer Quellen importiert die Hisbollah überwiegend zivile Quadrokopter aus China und montiert sie vor Ort unter Verwendung verschiedener Komponenten, darunter kleine Elektromotoren.

In Werkstätten im gesamten Libanon, einschließlich unterirdischer Anlagen in Beirut, werden improvisierte Sprengsätze, Glasfaser-Spulen und optische Kameras mit Augmented-Reality-Funktionen an den Drohnen angebracht.

Eine entscheidende taktische Anpassung ist der Einsatz dünner Glasfaserkabel, die sich über Distanzen von mehreren Dutzend Kilometern abrollen können. Diese physische Verbindung ermöglicht es den Bedienern, elektronische Kampfführung und Störmaßnahmen zu umgehen, und liefert gleichzeitig ein verzögerungsfreies sowie hochsicheres Videosignal.

Da die Herstellung dieser FPV-Drohnen lediglich einige Hundert US-Dollar kostet, entsteht ein erhebliches Kostenungleichgewicht. Dadurch kann die Hisbollah mit hoher Präzision moderne Infanterieeinheiten, gepanzerte Fahrzeuge und Überwachungsposten angreifen.

„Hisbollah ist der Herrscher des Libanon“

Um dieser Bedrohung zu begegnen, haben die Israel Defense Forces damit begonnen, Produktionsstätten für Drohnen der Hisbollah durch Luftangriffe ins Visier zu nehmen. Gleichzeitig werden Gegenmaßnahmen wie das „Iron Drone Raider System“ getestet.

Israel verfügt laut den Quellen über sehr präzise Geheimdienstinformationen zu den Standorten im Libanon, an denen diese FPV-Drohnen montiert werden. Allerdings habe US-Präsident Trump Israel gebeten, diese Einrichtungen nicht anzugreifen, solange die „Friedensgespräche“ zwischen der libanesischen Regierung und Israel andauern.

Israelische Quellen erklärten gegenüber Defence Network, diese Gespräche seien lediglich „Show“, da die libanesische Regierung keinen tatsächlichen Einfluss auf das Handeln des Landes habe. „Die Hisbollah-Terrororganisation, der iranische Stellvertreter, ist de facto der Herrscher des Libanon“, sagte eine der Quellen.

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