Rheinmetall-Projekt „Firepower“ – Albacete nimmt Mittelkaliber-Fertigung in Betrieb

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Laut einer aktuellen Meldung treibt Rheinmetall sein Projekt „Firepower“ voran. Unter dieser Bezeichnung baut der Düsseldorfer Munitionshersteller seine Produktionskapazitäten auch in Spanien erheblich aus. So konnte das Tochterunternehmen Rheinmetall Expal Munitions am Standort Albacete jüngst seine neue moderne Mittelkaliberfertigung in Betrieb nehmen. An der Erweiterungszeremonie nahmen unter anderem die spanische Staatssekretärin für Verteidigung, Amparo Valcarce, der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Heiko Thoms, der Bürgermeister der Stadt Albacete, Manuel Serrano López, und der Vorstandsvorsitzende der Rheinmetall AG, Armin Papperger, teil.

Firepower: Vertreter aus Politik, Militär und Industrie – darunter die spanische Staatssekretärin für Verteidigung, Amparo Valcarce – bei der Werkserweiterung von Rheinmetall Expal Munitions am Standort Albacete.
Vertreter aus Politik, Militär und Industrie – darunter die spanische Staatssekretärin für Verteidigung, Amparo Valcarce – bei der Werkserweiterung von Rheinmetall Expal Munitions am Standort Albacete.
Foto: Rheinmetall

Die Belegschaft am Standort Albacete soll um fast ein Drittel wachsen: von derzeit rund 210 auf künftig etwa 300 Beschäftigte. Fertigungsanlagen der neuesten Generation mit hohem Automatisierungsgrad sollen es laut Rheinmetall ermöglichen, Schlüsselkomponenten für Mittelkaliberpatronen schneller und in größeren Stückzahlen herzustellen. Auch die Kapazität für Mörserwaffen und -systeme, die bislang die Kernkompetenz des Standortes bilden, soll erheblich erweitert werden.

Rund 20 Millionen Euro hat Rheinmetall in den Ausbau der Produktionskapazitäten im Rahmen des Projekts Firepower in Albacete investiert. Ein bestehendes Gebäude wurde modernisiert und vergrößert, um die neue Mittelkaliber-Fertigungslinie aufzunehmen. Auf etwa 5.700 Quadratmetern entstanden eine neue technische Gebäudeinfrastruktur, neue Maschinen und zusätzliche Fertigungsmöglichkeiten. Darüber hinaus wurde innerhalb von weniger als einem Jahr ein weiteres Gebäude mit 5.200 Quadratmetern Nutzfläche errichtet, in dem die Produktion von Mörsersystemen ausgebaut wird. In dieser neuen Halle soll künftig auch Flugzeugwartung möglich sein.

Mittelkaliber und Mörser aus Spanien

„Albacete gehört zu unseren wichtigen Kompetenzzentren im Bereich der Munitionskomponenten- und Waffensystemfertigung”, erklärte Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG. „Es liegt auf der Hand, diese Kompetenz unserer Kolleginnen und Kollegen für unser Projekt ‚Firepower’ zu nutzen. Wir bringen eine neue Fähigkeit in diesen Standort, um die Mittelkaliber-Produktion deutlich zu steigern. Zugleich stärken wir die bisherige Kernkompetenz des Werkes, nämlich den Bau von Mörsersystemen. Albacete wird somit nicht nur für Rheinmetall, sondern auch für Spanien und Europa von strategischer Bedeutung sein und zur glaubhaften Verteidigungsfähigkeit beitragen.”

Amparo Valcarce, die spanische Staatssekretärin für Verteidigung, erklärte: „Eine glaubwürdige Abschreckung erfordert Streitkräfte, die gut vorbereitet, angemessen ausgerüstet und in der Lage sind, ihre Einsätze über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Daher ist eine starke Verteidigungsindustrie unverzichtbar, denn der beste Weg, den Frieden zu bewahren, besteht darin, bereit zu sein, ihn zu verteidigen.”

Im Segment der Mittelkaliber-Komponenten deckt Albacete künftig die Kaliber von 20 bis 35 mm ab. Die Jahreskapazität soll bei rund 1,2 Millionen Geschossen und etwa 1,8 Millionen Patronenhülsen liegen. Weiterverarbeitet werden diese Komponenten an anderen Standorten des Rheinmetall-Verbunds, unter anderem im Werk Burgos, wo daraus verschiedene Munitionstypen für Schützenpanzer und Flugabwehrkanonensysteme entstehen, darunter tempierbare Gefechtsmunition, panzerbrechende Pfeilgeschosse und AHEAD-Munition zur Abwehr von Luftfahrzeugen und Drohnen. Bei den Mörsersystemen sieht die Planung eine jährliche Fertigung von 40 Dual-Eimos-Systemen im Kaliber 81 mm vor. Zusätzlich können pro Jahr mehr als 650 Mörser der Kaliber 60 mm, 81 mm und 120 mm produziert werden.

Der Firepower-Standort Albacete wird europaweit eng mit weiteren Rheinmetall-Werken in Spanien, Deutschland und der Schweiz zusammenarbeiten, um den Bedarf der NATO-Partner und weiterer Verbündeter zu decken. Ein lokales Zuliefernetzwerk eröffnet zudem Chancen für Unternehmen in der gesamten Region.

Das Projekt „Firepower”

Mit „Firepower” begegnet Rheinmetall der dringend gestiegenen Nachfrage nach Munition in der westlichen Welt. Das Projekt bündelt den massiven Ausbau der Fertigungskapazitäten des Technologieunternehmens: Bis spätestens 2030 sollen jährlich 1,5 Millionen Schuss 155-mm-Artilleriemunition, 240.000 Schuss 120-mm-Panzermunition und 4 Millionen Schuss Mittelkalibermunition produziert werden können. Dafür investiert Rheinmetall sowohl in neue Munitionswerke, etwa in Unterlüß (Deutschland) und Baisogala (Litauen), als auch in die Erweiterung bestehender Standorte, wie jetzt in Albacete oder zuletzt in Aschau am Inn.

Quelle: Rheinmetall

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