INDRA zeigt auf der UNVEX erstes UAV aus rein spanischer Produktion

Indra tritt bei der diesjährigen UNVEX, die vom 16. bis 17. September in San Javier (Murcia) stattfindet, als Spaniens führendes Unternehmen für die Entwicklung von Drohnen für die Streitkräfte auf.

Unbemanntes Luftfahrzeug der Indra Group mit Tragflächen und Rotoren für Senkrechtstarts auf Podesten in einem Ausstellungsraum
Tarsis-VTOL von Indra.
Foto: Indra

Das Unternehmen führt ein bedeutendes nationales Programm (SANTAM) durch, das Spaniens technologische Autonomie und Souveränität bei der Entwicklung und Fertigung kleiner Drohnen der Klasse I (bis 150 kg Startgewicht) sichern soll. Diese Systeme sind für Aufklärungs- und Überwachungsmissionen (ISR) in modernen Konflikten unerlässlich, so Indra bei der Vorstellung. Mit der Lieferung von 49 UAS-Systemen – bestehend aus insgesamt 147 Fluggeräten – treibt Indra die Entwicklung des Sektors voran und stärkt ihn für den in den kommenden Jahren zu erwartenden großen Technologiesprung. Im Rahmen von Flugvorführungen wird Indra die neuen Fähigkeiten seiner Drohnenfamilie TARSIS demonstrieren, und zwar sowohl in der Version für konventionellen Start (mit der Option zur Mitführung leichter Waffen, TARSIS-W) als auch in der Version für senkrechten Start und Landung (TARSIS-VTOL).

Auf der Veranstaltung wird Indra im Rahmen von zwei Flugvorführungen einige der neuen Fähigkeiten seiner Drohnenfamilie TARSIS vorstellen.

Ergänzt wird das Portfolio durch neue Produkte, die Indra auf der UNVEX vorstellt; diese wurden für eine schnelle Einsatzbereitschaft entwickelt und ermöglichen eine unmittelbare Reaktion auf Veränderungen im Einsatzgebiet. Im Rahmen der Veranstaltung präsentiert Indra seinen neuen, kostengünstigen Flugkörper SQUALL, der für präzise Angriffe auf strategische Ziele in der Tiefe des Einsatzraumes konzipiert ist, sowie die neue Effektoren-Familie DRIZZLE. Letztere bietet eine kostengünstige Lösung zur Punktverteidigung gegen Drohnen, Loitering Munition und Hubschrauber im unmittelbaren Umfeld und ermöglicht zudem Angriffe auf Bodenziele. SQUALL wurde als Low-Cost-Flugkörper (kostengünstige Rakete) entwickelt. Dies ist eine Reaktion auf die Lehren aus aktuellen Konflikten (wie in der Ukraine), in denen große Mengen an präzisen, aber bezahlbaren Waffen benötigt werden.

Ergänzt werden diese Entwicklungen durch Lösungen zur Drohnenabwehr – sowohl in stationären Ausführungen zum Schutz von Stützpunkten und kritischer Infrastruktur als auch in mobilen Varianten zur Absicherung vorrückender Bodentruppen. Indra ist ein Vorreiter bei der Entwicklung dieser Schlüsseltechnologie zur Abwehr von Angriffen; die Systeme werden bereits von den spanischen Streitkräften sowie den Armeen anderer Länder eingesetzt und haben ihre Wirksamkeit in realen Einsatzszenarien unter Beweis gestellt.

Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen an mehreren Podiumsdiskussionen. So nimmt Juan Mahón, Leiter Geschäftsentwicklung für den Bereich Waffen & Munition, an der Sitzung „Hybride Kriegsführung und der Einsatz von Drohnen bei der Verlagerung von Konflikten“ teil, während Jorge Munir, Leiter des Bereichs „Multidomain Combat Cloud“ bei Indra, in der Debatte über „Große Industrieprogramme: MUM-T-Systeme und gemischte Schwärme“ mitwirkt. Ignacio Ojeda, Leiter Geschäftsentwicklung für die Bereiche Waffen & Munition sowie Luftverteidigung, moderiert in seiner Funktion als General der Reserve und ehemaliger Kommandeur des Flugabwehrartillerie-Kommandos die Podiumsdiskussion zum Thema „Die unbemannte Bedrohung: Territorialverteidigung und Schutz kritischer Infrastruktur“.

Kostengünstige Massenproduktion und Künstliche Intelligenz

Mit diesem breiten Spektrum an Technologie und Fachwissen bringt Indra Erkenntnisse aus Konflikten wie dem in der Ukraine sowie aus dem spanischen Beitrag zur NATO-Initiative zur Abschreckung an der Ostflanke (EFDI) in die UNVEX ein. Diese Erfahrungen unterstreichen die Notwendigkeit, Massenangriffe abzuwehren und das Vorrücken des Gegners durch kostengünstige, KI-gestützte unbemannte Systeme zu stoppen. Die von Indra auf der UNVEX vorgestellten Entwicklungen bieten eine umfassende Antwort auf die taktischen Anforderungen moderner Streitkräfte. Sie basieren auf der Erkenntnis, dass operative Überlegenheit nicht allein von Technologie abhängt, sondern von der Vernetzung von Systemen, Informationen und Menschen.

Um der Herausforderung der zunehmenden Robotisierung von Einsatzgebieten zu begegnen, arbeitet der Geschäftsbereich Waffen & Munition an intelligenten Waffensystemen, Lösungen zur Drohnenabwehr sowie unbemannten Systemen und baut dabei gleichzeitig eine starke industrielle Basis auf. Die Arbeit dieses Bereichs wird durch die anderer Unternehmensbereiche ergänzt, wie etwa IndraMind (Entwicklung KI-basierter kognitiver Systeme), Air Dominance (Fokus auf Systeme für den kooperativen Luftkampf) sowie Air Defence (Arbeit an umfassenden, mehrschichtigen und tiefgestaffelten Luftverteidigungssystemen und modernen Radarsystemen).

Erste taktische Drohnen aus spanischer Eigenproduktion

Der spanische Technologiekonzern Indra wird im Rahmen des Sonderprogramms der spanischen Streitkräfte zur Modernisierung unbemannter Flugsysteme mittlerer Reichweite (SANTAM) die Entwicklung und Fertigung einer neuen Generation taktischer Militärdrohnen in Spanien vorantreiben. Im Zuge dieses Programms werden 147 ferngesteuerte Luftfahrzeuge der Klasse I ( bis 150 kg) – verteilt auf insgesamt 49 Systeme – ausgeliefert; gleichzeitig werden neue, für die Verteidigung entscheidende nationale Industrie- und Technologiekapazitäten aufgebaut.

Im Rahmen des Programms, an dem rund ein Dutzend spanische Unternehmen sowie zwei Universitäten und Forschungszentren beteiligt sind, werden zwei sich ergänzende Hochleistungsplattformen weiterentwickelt. Zum einen die Tarsis-W, ein Starrflügelsystem mit konventionellem Start und Landung, das für taktische Einsätze mit höherer Flugdauer und Reichweite sowie zur Mitführung leichter Bewaffnung konzipiert ist; zum anderen die Tarsis-VTOL, ebenfalls ein Starrflügelsystem, jedoch mit Senkrechtstart- und -landefähigkeit (VTOL), das für agile Einsätze und Umgebungen mit logistischen Einschränkungen ausgelegt ist. Beide Plattformen verfügen über eine Spannweite von rund 6 Metern, ein maximales Startgewicht von 150 kg, eine Gipfelhöhe von 15.000 Fuß (4,57 km), eine Flugdauer von etwa 10 Stunden sowie eine Kommunikationsreichweite von mehr als 120 km; zudem bieten sie die Möglichkeit, die Flugsteuerung zu übergeben und das Missionsmanagement auf mehrere Personen zu verteilen.

Die beiden Systeme, deren Auslieferung für den Zeitraum 2028 bis 2030 geplant ist, basieren auf einer gemeinsamen technologischen Architektur und einer weitgehend nationalen Lieferkette, wodurch Spaniens strategische Autonomie in einem für die Verteidigung als kritisch erachteten Bereich gestärkt wird.

Nutzer werden das Heer, die Luft- und Weltraumstreitkräfte sowie die Marine sein.

Unbemanntes Luftfahrzeug TARSIS von Indra im Flug über einer landwirtschaftlich geprägten Landschaft aus Sicht der Tragfläche
Tarsis-W.
Foto: Indra

Technologischer Fortschritt

Der qualitative Entwicklungsprung, den Indra und die nationale Industriepartner mit diesem Programm vollziehen werden, ist von großer Bedeutung; er fördert die nationale Entwicklung von Schlüsseltechnologien für die Fertigung dieser Flugzeugklasse – etwa Navigations- und Steuerungssysteme, Autopiloten, Kommunikationstechnik, SAR-Radar, Bordelektronik, elektro-optische Systeme sowie Antriebstechnik.

Bislang waren derartige Systeme weitgehend von internationalen Zulieferern abhängig; dank dieses Programms wird Spanien über eine nationale Industrie- und Technologiebasis verfügen, die in der Lage ist, diese Plattformen weiterzuentwickeln, zu warten und an die operativen Erfordernisse der Streitkräfte anzupassen.

Die neuen Systeme bieten fortschrittliche Fähigkeiten in den Bereichen Aufklärung, Überwachung, Zielerfassung und Erkundung (ISTAR) – dank der Integration elektro-optischer Sensoren, Infrarot- und Laserzielmarkierungssysteme (EO/IR/LD) sowie SAR-Radar – und ermöglichen taktische Einsätze mit hoher Mobilität und schneller Verlegbarkeit.

Darüber hinaus bietet die für die Serienfertigung erforderliche Musterzulassung der Plattformen eine höhere Gewähr für Sicherheit, Robustheit und Einsatzbereitschaft; dies erleichtert die Interoperabilität sowie einen möglichen künftigen Export in andere verbündete Staaten und NATO-Länder.

Gestärkte industrielle Basis

Die Entwicklung dieser Systeme wird in den kommenden vier Jahren rund 500 direkte Arbeitsplätze schaffen – etwa 100 bei Indra und die übrigen in der Lieferkette des Unternehmens. Dabei stützt man sich auf ein Industrienetzwerk, das sich über Andalusien, Kastilien-León, Madrid und Katalonien erstreckt, ab. Die Industrie- und Entwicklungsaktivitäten werden auf die spezialisierten Standorte von Indra in Sevilla, Villadangos del Páramo (León), Valladolid, Madrid und Barcelona verteilt. Die an diesen Standorten geleistete Arbeit wird durch die Aktivitäten der Programmpartner des Konzerns in anderen spanischen Provinzen sowie durch die Arbeit der beteiligten Universitäten und Forschungszentren ergänzt.

Ökosystem für nationale Verteidigung und Technologie

Rund um dieses Programm baut Indra eine landesweite industrielle und technologische Wertschöpfungskette auf, die Kompetenzen in den Bereichen Engineering, Fertigung, Elektronik, Simulation, Kommunikation und Missionssysteme integriert.

Das Unternehmen finalisiert derzeit den Industrieplan für die Nationalisierung der Systeme; daran werden voraussichtlich rund ein Dutzend Unternehmen und zwei Forschungszentren sowie auf Luftfahrtmechanik und -montage spezialisierte Universitäten und Berufsbildungszentren beteiligt sein. Auch das INTA wird eine Schlüsselrolle bei der Zertifizierung der Plattform spielen.

 

Text: Redaktion / af

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