Neuheit Drohnen-Boxer: Kommandozentrale auf Rädern

Drohnen besitzen den Vorteil, dass sie sich von allen Orten aus steuern lassen. Es bietet sich allerdings an, die Kontrolleinheiten nicht nur stationär, sondern ebenfalls mobil zu denken. KNDS Deutschland präsentiert auf der Enforce Tac ein entsprechendes System: Ein eigens für den Boxer entwickeltes Missionsmodul, das den Boxer in eine Drohnenoperationsbasis verwandelt. Mobil, radbasiert und geschützt. Bei dem System handelt es sich zudem nicht um Powerpoint, sondern es ist bereits auf Übungsplätzen der Bundeswehr in der Erprobung.

Der Boxer UxV CS mit Quantum-Drohne und Mast am Stand von KNDS Deutschland auf der Enforce Tac.
Der Boxer UxV CS mit Quantum-Drohne und Mast am Stand von KNDS Deutschland auf der Enforce Tac.
Foto: Defence Network/Dorothee Frank

Der Boxer UxV CS (Control Station) bietet fünf identische Arbeitsplätze zum steuern von Drohnen oder Robotern. Jeder dieser Arbeitsplätze hat drei Touchscreens, zwei Joysticks und ein Keyboard. Die Verbindung mit den unbemannten Systemen wird mittels Funk und den Antennen gewährleistet, lässt sich aber natürlich auch an andere Kommunikationswege anpassen. Die aktuelle Konfiguration erlaubt das Ausfahren eines Mastes auf vier Meter, aber auch ein pneumatischer Mast mit sechs Metern ist möglich.

Mit diesem Aufbau ist der Drohnen-Boxer autonom einsetzbar und erfordert keine weiteren Hilfsmittel. Er ist zudem für alle Drohnen- und Roboterhersteller offen, wie KNDS Deutschland betont.

Auf der Enforce Tac waren zwar ein Roboter von Milrem und eine Drohne von Quantum zu sehen, aber wie Defence Network versichert wurde, spielt die Art der durch die Arbeitsplätze gesteuerten unbemannten Systeme keine Rolle. Der Boxer ist schließlich nicht der Launcher, sondern die Steuerungs- und Kontrolleinheit. Im wahrscheinlichsten Setup würden die Drohnen auf einem Anhänger mitgeschleppt und von dort gestartet oder durch eine andere Einheit von einem anderen Ort aus gelauncht.

Die letzte Option, der Start der Drohnen abseits der Bediener im Boxer, würde dabei die Einsatzrealitäten in der Ukraine am meisten widerspiegeln. Schließlich beschießt Russland die ukrainischen Startplätze von Drohnen oftmals relativ kurz nach dem Start der Systeme.

Drohnen: Geschwindigkeit ist der neue Schutz

Aktuell würde der Drohnen-Boxer mit seinen fünf Arbeitsplätzen nach deutschen Einsatzgrundsätzen fünf unbemannte Systeme steuern können. Dies entwickelt sich allerdings weiter, je mehr auch Schwärme in den Fokus der militärischen Nutzer gelangen.

Der Vorteil des Ansatzes von KNDS liegt dabei auf der Hand: Eine hochmobile und geschützte Plattform zum Steuern von unbemannten Systemen ist deutlich sicherer als feste Einrichtungen oder ungeschützte Hilfskonstruktionen. Zudem lassen sich die Operateure über das Gebiet verteilen und schnell verschieben.

Blick in das Innere des Boxer UxV CS mit seinen fünf identischen Plätzen zum Steuern von Drohnen.
Blick in das Innere des Boxer UxV CS mit seinen fünf identischen Plätzen zum Steuern von Drohnen.
Foto: Defence Network/Dorothee Frank

Da es sich um ein Programm handelt, ist der Name Boxer UxV CS erstmal nur als Arbeitstitel zu verstehen. Die ursprüngliche interne Bezeichnung „Digitaler Boxer“ wird sich allerdings wohl nicht durchsetzen, zu sehr denken die Menschen dabei an einen D-LBO Boxer. Wobei der Drohnen-Boxer tatsächlich schon deutlich früher als ein D-LBO Boxer in der Truppe operationabel sein könnte. Schließlich befinden sich die ersten Prototypen des Boxer UxV CS bereits seit rund einem halben Jahr auf den Truppenübungsplätzen der Bundeswehr in der Erprobung.

Es ist also ein System, das durchaus schnell geliefert werden könnte. Und das sich dank der Plattform Boxer perfekt in die Mittleren Kräfte der Bundeswehr integrieren ließe. Denn auch für diese Einheiten sind Drohnen in größeren Stückzahlen vorgesehen. Und Drohnen müssen gesteuert werden.

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