AviaNera Technologies, ein Unternehmen der niederländischen Industrie- und Technologiegruppe Czechoslovak Group (CSG) mit Hauptsitz in Prag, Tschechien, und Ukrainian Armor LLC, haben auf der Eurosatory in Paris eine strategische Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet, die darauf abzielt, die Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Lieferung fortschrittlicher Motorlösungen für ukrainische Raketen- und unbemannte Systeme zu stärken.
Die Vereinbarung wurde kürzlich in Paris während des ersten Tages der Eurosatory 2026, unmittelbar nach der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung unterzeichnet. Im Rahmen der Vereinbarung werden die Partner bei der Lieferung von Motoren verschiedener Leistungsklassen für ukrainische Raketen- und unbemannte Plattformen zusammenarbeiten. Die Partnerschaft sieht zudem die künftige Gründung von Joint Ventures, den Ausbau von Fertigungskapazitäten und die Lokalisierung relevanter Technologien in der Ukraine vor.
„AviaNera baut seine Produktion von Antriebseinheiten für unbemannte Luftfahrtsysteme und Lenkflugkörper rasch aus. Antriebseinheiten sind häufig der Engpass in ihrer Produktion. Deshalb besteht unsere Strategie darin, die Produktion auszubauen und in wichtigen Märkten zu lokalisieren, zu denen zweifellos die Ukraine gehört. Ukrainian Armor ist seit langem ein starker Partner von CSG, und die Zusammenarbeit bei der Produktion von Antriebseinheiten knüpft nahtlos an das Projekt zur lizenzierten Produktion von Munition westlichen Kalibers an, das CSG im vergangenen Jahr erfolgreich mit Ukrainian Armor umgesetzt hat“, sagte Pavel Čechal, CEO von AviaNera Technologies.
„Die strategische Partnerschaft zwischen Ukrainian Armor und AviaNera ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der ukrainischen Raketen- und unbemannten Fähigkeiten. Unser Ziel ist es, neue Möglichkeiten für die Produktion fortschrittlicher Motoren für Raketen- und unbemannte Plattformen zu schaffen. Die gemeinsame Entwicklung von Fertigungskapazitäten und die künftige Gründung von Joint Ventures werden es uns ermöglichen, nicht nur moderne europäische Technologien in ukrainische Plattformen zu integrieren, sondern auch gemeinsam neue Generationen präzisionsgelenkter Waffensysteme zu entwickeln. Wir bauen eine langfristige Allianz auf, die die ukrainische Verteidigungsindustrie noch eigenständiger und stärker in die europäische Sicherheitsarchitektur integriert machen wird“, kommentierte Vladyslav Belbas, CEO von Ukrainian Armor LLC, nach der Unterzeichnung der Vereinbarung.
Die strategische Partnerschaft spiegelt das Engagement beider Unternehmen wider, die industrielle Zusammenarbeit zu vertiefen, die Fähigkeiten der ukrainischen Verteidigungsproduktion zu stärken und zur umfassenderen Resilienz sowie technologischen Entwicklung des europäischen Verteidigungssektors beizutragen.
Neues mehrschichtiges Luftverteidigungssystem Trident
In Paris präsentierte CSG auch gemeinsam mit seinen Partnern das neue mehrschichtige Luftverteidigungssystem Trident. Das System dient dem Schutz mobiler militärischer Verbände, strategischer Einrichtungen und größerer territorialer Einheiten vor einem breiten Spektrum an Bedrohungen aus der Luft, darunter Flugzeuge, Hubschrauber, Lenkflugkörper, unbemannte Luftfahrzeuge und andere Zieltypen, so das Unternehmen.
Das Trident-System ist als modulares Luftverteidigungssystem für kurze, mittlere und lange Reichweiten konzipiert. Seine spezifische Konfiguration kann je nach den operativen Anforderungen des Kunden variieren. Neben Boden-Luft-Lenkflugkörpern kann das System auch Waffensysteme mit Bordkanonen, Systeme zur Abwehr von Drohnen und anderen unbemannten Luftfahrzeugen sowie Elemente für die elektronische Kampfführung (EloKa) oder Störsender (Jammer) integrieren.
„Die Präsentation des Trident-Systems auf der Eurosatory beweist die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Kompetenzen im Bereich der Luftverteidigung. Die CSG Group hat längst bewiesen, dass sie komplexe internationale Projekte realisieren, Spitzentechnologien eigener Unternehmen und ausländischer Partner integrieren und ihren Kunden maßgeschneiderte Lösungen inklusive Finanzierung, Logistik und langfristiger Betreuung bieten kann“, so Viktor Loužil, CSO von Excalibur International, einem führenden Unternehmen der CSG Group im Bereich der Luftverteidigungssysteme.
Das System ist das Ergebnis internationaler Zusammenarbeit, dies stellte CSG bei der Präsentation noch einmal ganz deutlich heraus. Mehrere Unternehmen der CSG Group sowie ein langjähriger ausländischer Partner sind an der Produktion und Integration des Trident-Systems beteiligt. Excalibur International ist der Architekt und Hauptintegrator des Systems und bietet es seinen Kunden weltweit an. Retia fertigt die Radargeräte für das Trident-System und liefert zudem das Führungs- und Kontrollsystem. Tatra Trucks stellt die Tatra Force-Fahrgestellplattformen bereit, auf denen die einzelnen Systemkomponenten montiert sind. Tatra Defence ist für die Entwicklung und Produktion gepanzerter Kabinen für die Tatra-Force-Plattform, Aufbauten und Startsysteme für Boden-Luft-Raketen verantwortlich. Der strategische Kooperationspartner, das türkische Unternehmen Roketsan, liefert modernste Boden-Luft-Raketen und Startanlagen für kurze, mittlere und lange Reichweiten.
Diese Kooperation vereint die Expertise der tschechischen Verteidigungsindustrie in den Bereichen Fahrzeugplattformen, Radartechnologien, Systemintegration sowie Führungs- und Kontrollsysteme mit den Raketentechnologien des türkischen Partners. Ein ähnliches Kooperationsmodell hat sich bereits in früheren Projekten von Excalibur International bewährt, in denen tschechische Unternehmen unter anderem Radargeräte und Tatra-Fahrgestelle lieferten und eine Schlüsselrolle in der Systemarchitektur und -integration spielten.
In seiner Standardkonfiguration verwendet das Trident-System verschiedene Boden-Luft-Raketen mit Reichweiten bis zu 100 km, die mit IIR- und aktiven HF-Suchköpfen ausgestattet sind. Dank dieser Kombination kann das System eine mehrschichtige Luftverteidigungslösung gegen verschiedene Zieltypen aufbauen und auf die sich wandelnden Bedingungen und Anforderungen des modernen Gefechtsfelds reagieren.
Eine Trident-Systembatterie umfasst mehrere Spezialfahrzeuge auf Tatra-Plattformen. Dazu gehören das Feuerleitsystem (FCC) in Form der modularen ReCUBE-Plattform, das Raketenstartfahrzeug (MLV), das Raketennachladefahrzeug (MRV), die hochmodernen mobilen 3D-AESA-Radargeräte ReSAURION – RSB21 mit einer Reichweite von 200 km und RSB41 mit einer Reichweite von 470 km – sowie das Wartungsunterstützungsfahrzeug (MSV). In erweiterter Konfiguration kann das Trident-System zum Schutz vor Drohnen mit C-UAS-Elementen wie dem ReGUARD-Radar, kanonengestützten Waffensystemen mit Luftsprengmunition und C-UAS-Abfangraketen ausgestattet werden. Letztere sind miniaturisierte Boden-Luft-Raketen, die feindliche Drohnen kinetisch bekämpfen und so die leistungsstarken Boden-Luft-Raketen der Basiskonfiguration schonen.
Mobiles Aufklärungs-, Führungs-, Kontroll- und Kommunikationszentrum
Das Basiselement des Trident-Luftverteidigungssystems ist die modulare ReCUBE-Plattform, entwickelt und gefertigt von Retia. ReCUBE ist ein mobiles Führungs-, Kontroll- und Kommunikationszentrum, das die integrierte Echtzeitsteuerung der Sensoren des Trident-Systems (Radare, elektrooptische Such- und Zielsysteme) sowie der Effektoren (Boden-Luft-Startplattformen und kanonengestützte Waffensysteme) über optische, Funk- und Bodendatenverbindungen ermöglicht.
ReCUBE integriert modernste Technologien für Luftaufklärung, Führung, Kontrolle und Kommunikation. Die Plattform unterstützt sowohl Standard- als auch klassifizierte Betriebsmodi und erfüllt strenge Anforderungen an elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und Schutz vor Massenvernichtungswaffen. Die Architektur der ReCUBE-Plattform ermöglicht zudem ihren Betrieb.
Text: Redaktion / af
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